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Wohnungswirtschaft sieht bezahlbares Wohnen gefährdet

Lübeck - Travemünde: Archiv - 21.09.2020, 15.28 Uhr: Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) sieht das bezahlbare Wohnen im Norden gefährdet. „Höhere Klimaschutzanforderungen, steigende Wohnkosten durch die Reform der Grundsteuer, der rasante Anstieg der Baukosten und der Mangel an Baugrundstücken gefährden das Geschäftsmodell der sozialen Vermieter“, sagte VNW-Direktor Andreas Breitner am Montag auf dem VNW-Verbandstag in Lübeck-Travemünde.

„Die sozialen Vermieter bieten ihre Wohnungen zu Mieten an, die dauerhaft unter dem örtlichen Mietenspiegel liegen. Sie spekulieren nicht mit Wohnraum, sondern hegen und pflegen diesen über viele Jahrzehnte. Die im VNW organisierten Wohnungsunternehmen garantieren den bezahlbaren Wohnraum. Alles das wird durch steigende Kosten in Frage gestellt. Meine Sorge: Am Ende des Tages können die Unternehmen ihren sozialen Auftrag nicht mehr erfüllen.“

Auf dem Verbandstag wurde eine neuer Verbandausschuss gewählt. Zum Vorsitzenden des Gremiums wurde Marcel Sonntag, Vorstand der "Neue Lübecker Norddeutsche Baugenossenschaft eG" gewählt.

In den Monaten der Corona-Pandemie hätten die VNW-Unternehmen unter Beweis gestellt, dass sie ein bedeutender sozialer Eckpfeiler unserer Gesellschaft seien, sagte VNW-Direktor Andreas Breiter weiter. „Sie waren es, die öffentlich versprachen, niemand werde seine Wohnung verlieren, sollte nachweislich der Corona-Pandemie die Miete nicht mehr bezahlt werden können.“

Die VNW-Unternehmen hätten die Menschen frühzeitig über ihren Anspruch auf staatliche Sozialleistungen wie Wohngeld oder Übernahme der Kosten der Unterkunft informiert und in individuellen Gesprächen eine Lösung gesucht, die beiden Seiten gerecht worden sei, so Breitner. „Der Erfolg zeigt sich darin, dass bei unseren Unternehmen die Zahl jener Haushalte, die Probleme mit der Mietzahlung bekamen, bislang bei deutlich unter einem Prozent liegt.“

Derzeit sind im VNW 389 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften organisiert. Im Jahr 2019 investierten sie in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 1,961 Milliarden Euro in den Neubau, die Instandhaltung und die Modernisierung bezahlbaren Wohnraums. Das waren 150 Millionen Euro mehr als 2018 zuvor.

"Diese Entwicklung spiegelt sich in der Fertigstellung von Wohneinheiten wider", so der Verband. "4245 Wohnungen wurden von VNW-Unternehmen im Jahr 2019 schlüsselfertig übergeben - 260 mehr als 2018. Mit einer monatlichen durchschnittlichen Kaltmiete von 6,04 Euro pro Quadratmeter bleiben die im Verband organisierten Unternehmen der Garant des bezahlbaren Wohnraums in Norddeutschland."

Klimaschutz darf bezahlbares Wohnen nicht gefährden, so der Verband. "Obwohl die in Bund und Länder regierenden Parteien längst reagiert und Wohnungsbauprogramme in Milliardenhöhe verabschiedet haben, gar ein Wohngipfel im Bundeskanzleramt stattfand, reagieren manche Regierenden - verunsichert oder bestärkt durch populistische Kräfte am parteipolitischen Rand - mit untauglichen Mitteln, die am Ende mehr kaputt machen als helfen werden", sagte der VNW-Direktor. "Doch statt populistischen Forderungen nachzugeben, wäre es sinnvoller, wenn sich die Politik des ungebremsten Anstiegs der Baukosten oder schnellerer Baugenehmigungsverfahren annehmen würde."

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen waren vor steigenden Baukosten durch neue Vorschriften beim Klimaschutz.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen waren vor steigenden Baukosten durch neue Vorschriften beim Klimaschutz.


Text-Nummer: 140622   Autor: VNW   vom 21.09.2020 um 15.28 Uhr

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