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Pro familia: Schwangerschaftsabbrüche sind Grundversorgung

Schleswig-Holstein: Archiv - 28.09.2020, 10.51 Uhr: Pro familia Schleswig‐Holstein unterstützt den Internationalen Aktionstag "Safe Abortion Day" am 28. September und fordert, Schwangerschaftsabbrüche als Teil der Grundversorgung anzubieten. Die Corona-Pandemie habe die ohnehin reformbedürftige Situation verschärft.

"Jede Frau hat ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und selbst bestimmte Familienplanung. Diese Rechte dürfen nicht beschnitten werden. Und dies gilt ebenso für den Schwangerschaftsabbruch - auch in Zeiten der Corona-Pandemie", betont die stellvertretende Landesgeschäftsführerin, Dagmar Steffensen. Die Corona-Pandemie habe die ohnehin reformbedürftige Situation verschärft. Denn in Zeiten des Lockdowns wäre der Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen außerordentlich kritisch, weil seit dem 16. März bundesweit an den Krankenhäusern alle elektiven Eingriffe verschoben beziehungsweise abgesagt wurden. Zu diesen zählten auch Schwangerschaftsabbrüche. "Das war für ungewollt Schwangere fatal, da ein Abbruch nur in den ersten 12 Wochen nach der Empfängnis straffrei ist", erklärt Steffensen.

pro familia fordert, dass Schwangerschaftsabbrüche als notwendige medizinische Leistungen im Sinne der Pandemiebestimmungen für medizinische Einrichtungen anerkannt werden. Abgesehen von der Misere während der aktuellen Pandemie seien grundsätzlich die Rahmenbedingungen mit Blick auf selbstbestimmte Familienplanung unter umfassender Achtung von Gesundheit und Menschenwürde kritisch zu betrachten. "Denn noch immer sind Schwangerschaftsabbrüche kein selbstverständlicher Teil der öffentlichen Gesundheitsversorgung, obwohl Frauen ein Recht auf eine gute medizinische Unterstützung in ihrer Wohnortnähe haben. Doch die Realität sieht anders aus", so Steffensen.

"In vielen Gegenden müssen ungewollt Schwangere einen stundenlangen Weg auf sich nehmen, um zur nächsten Praxis zu gelangen. Durch Stigmatisierung und Kriminalisierung sowie mangelnde medizinische Ausbildung schrumpft das bestehende Angebot in ländlich strukturierten Regionen wie Schleswig-­‐Holstein bedrohlich weiter. Dazu gehört zum Beispiel auch die Lage in Flensburg, wo mit der Fusion der Krankenhäuser die Möglichkeiten eines Abbruchs stark eingeschränkt werden." pro familia fordert daher weiterhin die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und die Streichung der Paragrafen 218 und 219 aus dem Strafgesetzbuch.

"Auch der immer noch bestehende §219a schränkt Frauen in ihrer Informationsfreiheit und ihren Persönlichkeitsrechten unverhältnismäßig ein und trägt zu einer ohnehin schon vorhandenen Stigmatisierung ungewollt Schwangerer in unserer Gesellschaft bei. Frauen, die sich für einen Abbruch entschieden haben, werden in einer schwierigen Situation zusätzlich belastet", betont Steffensen. pro familia fordert, das Menschenrecht auf Zugang zu Information über sexuelle Gesundheit, Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch endlich vollständig umzusetzen und Schwangerschaftsabbrüche in die Grundversorgung aufzunehmen.

Mitarbeiter von pro familia Schleswig-­‐Holstein haben zum Aktionstag einen Kurzfilm erstellt. Mehr dazu unter www.profamilia.de/sh-­‐aktuelles

Auch in Lübeck gibt es eine pro familia-­Beratungsstelle. Foto: Archiv/pro familia

Auch in Lübeck gibt es eine pro familia-­Beratungsstelle. Foto: Archiv/pro familia


Text-Nummer: 140705   Autor: Pro familia   vom 28.09.2020 um 10.51 Uhr

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