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Behnhaus widmet sich vergessenem Künstler

Lübeck: Archiv - 24.09.2020, 13.19 Uhr: Das Museum Behnhaus Drägerhaus widmet sich einem völlig zu Unrecht in Vergessenheit geratenen deutsch-dänischen Maler: Johann Ludwig Lund. Am Samstag wird eine Sonderausstellung eröffnet, die seine Werke mit den Bildern seiner häufig berühmt gewordenen Schülern vergleicht.

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Vom 27. September bis 10. Januar präsentiert die Sonderausstellung "Das andere Goldene Zeitalter. Johann Ludwig Lund und der deutsch-dänische Künstlerkreis" Lunds Werk erstmals in größerem Umfang. Der Ausstellung liegt ein vom dänischen Kulturministerium gefördertes Forschungsprojekt zugrunde. Sie wurde von der Sammlung Hirschsprung und dem Ribe Kunstmuseum aus deren Bestand konzipiert; des Weiteren sind Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen in Dänemark, Norwegen und Deutschland zu sehen.

Johann Ludwig Gebhard Lund (1777 - 1867) war in erster Linie Historienmaler und zählte zu den wenigen dänischen Künstlern, die öffentliche Aufträge erhielten. So schuf er großformatige Historienbilder für öffentliche Bauten sowie Altarbilder für Kirchen im ganzen Land. Zudem war er auch immer wieder als Porträt- und Landschaftsmaler tätig. Er konnte sich auf ein internationales Netzwerk stützen, zu dem unter anderem Friedrich Overbeck, Peter Cornelius, die Schriftstellerin Friederike Brun, Caroline von Humboldt und Charlotte Schiller zählten; auch pflegte er Freundschaften zu namhaften Künstlern jener Zeit wie beispielsweise mit Caspar David Friedrich.

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1818 wurde er als Professor an die Königliche Kunstakademie in Kopenhagen berufen, wo er lange Jahre lehrte und zusammen mit Christoffer Wilhelm Eckersberg die dänische Malergeneration ausbildete, deren Werke jene Ära prägten, die heute als das dänische "Goldene Zeitalter" bekannt ist. Damit spielte Lund in den europäischen Künstlerkreisen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Zu seinen Schülern zählten Johan Thomas Lundbye, Ditlev Blunck und Christian Gottlieb Kratzenstein Stub.

Die Ausstellung im Museum Behnhaus Drägerhaus beleuchtet Lunds Rolle in der europäischen Kunstszene. Die Stationen der Werke ergeben sich aus den Orten, die den viel gereisten Künstler inspirierten: Dresden, Italien und insbesondere Rom, Sophienholm nördlich von Kopenhagen sowie die dänische Hauptstadt selbst. An diesen Orten begegnete er Künstlern, die ihn beeinflussten oder die wiederum in seine Fußstapfen getreten sind. Darüber hinaus machen die Vergleiche seiner Werke mit denen seiner Zeitgenossen die zentrale Rolle Lunds in der Kunst der Romantik deutlich.

Dr. Alexander Bastek, Leiter des Museums Behnhaus Drägerhaus, zur Ausstellung: „Lunds Werk bietet viele Anknüpfungspunkte mit unserer Sammlung. Er war mit Caspar David Friedrich befreundet, tauschte sich künstlerisch mit Friedrich Overbeck aus und setzte eigene Impulse in der Kunst der Romantik. So haben wir einen Teil der Ausstellung in die Sammlungsräume im Behnhaus integriert, um den deutsch-dänischen Kunstaustausch im frühen 19. Jahrhundert in Vergleichen sichtbar zu machen.“


Die Ausstellung wird am Samstag, 26. September um 18 Uhr eröffnet. Es spricht Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen; eine Einführung in die Ausstellung gibt Dr. Alexander Bastek. Aufgrund der aktuellen Sicherheits- und Hygienevorschriften ist die Teilnehmerzahl auf 35 Personen beschränkt, weswegen eine verbindliche Anmeldung vorab unbedingt erforderlich ist unter behnhaus@luebeck.de oder telefonisch unter 0451/122-4260.

Museumsleiter Dr. Alexander Bastek zeigt Werke und Dokumente von Johann Ludwig Sund. Fotos: JW

Museumsleiter Dr. Alexander Bastek zeigt Werke und Dokumente von Johann Ludwig Sund. Fotos: JW


Text-Nummer: 140708   Autor: Museen/JW   vom 24.09.2020 um 13.19 Uhr

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