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Voller Vertrauen in die Zukunft

Lübeck: Archiv - 26.09.2020, 09.59 Uhr: Am Sonntag wird in den evangelischen Kirchen über das Bibelwort „Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ gepredigt. Pastorin i.R. Ellen Naß bezieht in ihren Gedanken zum Wochenende diese Worte auf die andauernde Corona-Krise.

Seit etwas mehr als sechs Monaten bestimmt Corvid 19 unser Leben, mal mehr, mal weniger, und auch für jeden Menschen ein wenig anders. Aber betroffen davon sind wir alle. Vielleicht müssen wir als einzige Einschränkung einen Mund-Nasen Schutz tragen, und auch das kann schon Probleme bereiten, wenn man feststellt, dass man ihn zu Hause vergessen hat.

Andere mussten eventuell unter verschärften Bedingungen Überstunden machen, andere bekamen Kurzarbeitergeld oder hatten gar keine Arbeit. SeniorInnen litten unter Einsamkeit, Hochzeiten fielen aus, Trauerfeiern hatten nur wenige BesucherInnen. Am schlimmsten betroffen waren sicherlich die unter uns, die selbst krank waren oder einen Angehörigen durch die Krankheit verloren haben.

Es waren schlimme 6 Monate, wenn auch im Sommer ein Hauch von Normalität entstanden ist. Viele konnten Urlaub machen, wieder arbeiten, Familien konnten sich besuchen. Nun scheint es so, als wäre dieser Hauch von Normalität wieder Gefahr. Heute morgen hörte ich im Radio, wie sich jemand Gedanken machte, wie wohl die – ja um 1 Jahr verschobenen – olympischen Spiele in Coronazeiten aussehen könnten.

Ich muss zugeben, dass mich da Panik befiel. Der Gedanke, noch 1 Jahr so leben zu müssen, war schon beängstigend. Da stellt sich dann die Frage, was einem Halt gibt, Kraft, so lange durchzuhalten, nicht kurzatmig zu werden auf dieser langen Wegstrecke.

Damit sind wir ein wenig in der Situation der ersten Christen, beziehungsweise der Christen der 2. und 3. Generation. Sie hatten auf die Rückkehr Jesu gewartet, und stattdessen erlebten sie Verfolgung, Haft, Strafen. Da konnte man sich schon fragen, wie lange man das durchhält, ob es sich lohnt, durchzuhalten, ob nicht alles ein großer Irrtum gewesen ist. Auch heute erklären Menschen ja die Pandemie zu einem großen Irrtum.

Das Bibelwort, das morgen der Predigt zugrunde liegt, geht einen anderen Weg. „Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Andere Übersetzungen sprechen vom Geist der Verzagtheit.

So kann man der Zukunft – auch mit Corona - getrost entgegengehen, nicht ängstlich, verzagt, sondern voller Vertrauen. Und der Geist, den Gott uns gegeben hat, ist genau das, was wir in dieser Zeit brauchen.

Wir brauchen Kraft, um vielleicht Isolation zu ertragen, Einschränkungen, die uns belasten. Wir brauchen Kraft, um anderen zu helfen, wenn es möglich ist, aus dem Geist der Liebe heraus, den Gott uns gegeben hat. Wir brauchen Besonnenheit, um nicht vorzeitig aufzugeben, zu sagen: Es hat doch alles keinen Zweck. Wir brauchen sie, um nicht falschen Gerüchten auf den Leim zu gehen, die alles beschönigen, was geschieht.

Das Schöne ist, dass wir die Kraft, diesen Mut, nicht aus uns selbst haben müssen. Gott hat sie uns gegeben, Er gibt sie uns immer wieder neu. Wenn wir denken, es gehe nicht mehr weiter, dann können wir vertrauen, dass Gott uns hilft. Es gibt viele Sinnsprüche, die dieses Vertrauen ausdrücken. „Licht am Ende des Tunnels“, zum Beispiel, „immer wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“, ist solch ein anderer Sinnspruch.

Christen wissen, dass das keine anonyme Macht ist, keine vage Hoffnung, sondern dass es Gottes Kraft ist, die wieder Mut und Kraft schenkt. Mit diesem Vertrauen können wir die schweren Zeiten durchstehen, Tag für Tag, und vielleicht sind sie ja im nächsten Sommer doch endlich vorbei.

Ellen Naß rät nicht ängstlich oder verzagt, sondern voller Mut in die Zukunft zu schauen.

Ellen Naß rät nicht ängstlich oder verzagt, sondern voller Mut in die Zukunft zu schauen.


Text-Nummer: 140731   Autor: red.   vom 26.09.2020 um 09.59 Uhr

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