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Streik am Freitag: Kitas und Altenheime werden betreut

Lübeck: Archiv - 29.09.2020, 19.52 Uhr: Am 2. Oktober wird es ernst im Rahmen der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst. Die Gewerkschaft Ver.di kündigt Arbeitskampf-Aktionen für diesen Tag bei der Lübecker Stadtverwaltung und städtischen Betrieben an. Kitas und Altenheime sollen aber unter dem Warnstreik nicht leiden.

Dabei will man es sich mit der Bevölkerung, deren Sympathien möglichst erhalten bleiben sollen, allerdings nicht zu herb verscherzen. Die Kitas sind zwar betroffen, sie sollen aber offen bleiben, um die wegen Corona ohnehin stark gebeutelten Eltern nicht zusätzlich zu treffen. Auch in der Altenpflege wählt man einen Sonderweg. Die Altenpfleger werden sich an einer bundesweiten Solidaritätsaktion beteiligen und zwar so, dass die Bewohner der Altenheime nicht an den Aktionen leiden. Für sie wird gesorgt.

Soweit man heraushören konnte, will man das Rathaus symbolisch umzingeln und auch dort seine Forderungen deutlich machen und die Stadtwerke und auch die Schulen sollen in die Aktionen ebenfalls einbezogen werden. Hier ist nicht das Lehrpersonal gemeint, sondern etliche Angestellte, die den Laden in der Regel am Laufen halten. Hausmeister, Sozialarbeiter, Sekretariate und ähnliche Dienstleistungen, die bei Ver.di organisiert sind.

Hier hören Sie ein Interview mit Berith Jordan, Geschäftsführerin des ver.di Bezirks Lübeck/Ostholstein:

Erste Reaktionen zeigen, dass dieses zunächst behutsame Vorgehen geschätzt wird. Anna Sondermann vom Verein Elternstimme begrüßt ausdrücklich, dass die Streikenden die angespannte Situation in den Familien berücksichtigen. Die Eltern wünschen sich "zufriedene Kita-Mitarbeiter und Arbeitsbedingungen, die es möglich machen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Daher unterstützen wir die Forderungen nach besserer Bezahlung in vollem Umfang", sagt Anna Sondermann, wünscht sich Einsicht bei den Arbeitgebern und hofft auf ein schnelles Ende des Arbeitskampfes.

Zahlreiche Vertreter aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes äußerten anschließend ihr Unverständnis über das bisherige Gebaren der Arbeitgeberseite als Ver.di Geschäftsführerin Berith Jordan die bisherige harsche Verhandlungstaktik der Arbeitgeber erläuterte. "Bisher gibt es kein Angebot, offenbar will man gleich in das Schlichtungsverfahren einsteigen", vermutete sie.

Enttäuschung und auch ein wenig Verbitterung war schon spürbar, als die Mitarbeiter aus dem öffentlichen Dienst die Lage kommentierten. Thomas Krüger, Betriebsrat bei den Stadtwerken, Franziska Backhusen aus dem Kita Bereich, Martin Kürle, Andreas Tönnsen und Berd Timm aus der Verwaltung der Hansestadt Lübeck und Jessica Trautmann als Vertreterin der Senioreneinrichtungen mussten erleben, dass sie zu Beginn der Pandemie als Helden gefeiert wurden, die selbstlos die Gesellschaft funktionsfähig hielten. "Ich kenne Kollegen, die sich mit ihren Patienten freiwillig in Quarantäne begeben haben, damit sie die Patienten weiter versorgen können", hieß es.

Hier hören Sie Stellungnahmen der Betriebsräte:
Jetzt werden 4,8 Prozent mehr Lohn gefordert, das sei bereits ein moderates Angebot, das einen fairen Gegenvorschlag von Arbeitgeberseite verdiene. Dass es am Ende einen Kompromiss geben wird, wissen alle, schließlich ist es nicht ihre erste Tarifauseinandersetzung. Sie wollen sich aber nicht über den Tisch ziehen lassen, denn "es soll keiner glauben, die Lage wird irgendwie besser, wenn wir auf alles verzichten", sind alle überzeugt.

Gewerkschaft und Betriebsräte zeigen sich kämpferisch. Foto, O-Töne: Harald Denckmann

Gewerkschaft und Betriebsräte zeigen sich kämpferisch. Foto, O-Töne: Harald Denckmann


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 140806   Autor: Harald Denckmann   vom 29.09.2020 um 19.52 Uhr

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