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Werden Lübecks Märkte privatisiert?

Lübeck: Seit Jahren wird in Lübeck über eine Verbesserung der Wochenmärkte diskutiert. Jetzt droht, berichten die Unabhängigen, ein ganz anderer Schritt: Die Standgebühren sollen um 150 Prozent steigen oder die gesamte Organisation privatisiert werden. Die Stadtverwaltung betont, dass noch nichts entschieden sei.

"Eine Erhöhung der Standgebühren um 150 Prozent wurde angekündigt", berichtet Frank Müller-Horn, baupolitischer Sprecher der Unabhängigen. "Als weitere Option wurde eine Privatisierung der Wochenmärkte ins Gespräch gebracht. Die Begründung hierzu seien vor allem die zu hohen Kosten. Die Wochenmärkte seien für die Stadt unwirtschaftlich." Das Defizit betrug in den vergangenen Jahren jeweils rund 200.000 Euro.

Eine Erhöhung würde kleinere Anbieter zur Aufgabe zwingen und damit die Attraktivität weiter verringern, befürchtet Müller-Horn. Eine Privatisierung werde erfahrungsgemäß mehr Händler mit Textilien anlocken, die dann die lokalen Lebensmittelhändler ersetzen.

Wirtschaftssenator Sven Schindler betont, dass es noch keine Entscheidung gebe: "Eine historische Stadt wie Lübeck ist eng verbunden mit Markt und Handel. Gleichzeitig ergänzen Wochenmärkte nicht nur das Angebot des Einzelhandels, sondern bieten auch soziale, kommunikative Kontakte im Stadtteil. Vor diesem Hintergrund ist es der Stadt wichtig, wo möglich die Wochenmärkte in den Lübecker Stadtteilen zu erhalten. Im Dialog mit den Marktbeschickern erarbeitet die Stadt deshalb gemeinsam ein Konzept zur Modernisierung des Wochenmarktwesens in der Hansestadt Lübeck, damit diese in der Zukunft trotz Konkurrenz durch die Supermärkte an Attraktivität gewinnen. Endgültige Ergebnisse oder Entscheidungen liegen noch nicht vor."

Ein neues Konzept hatte die Bürgerschaft vor zwei Jahren beauftragt. Wann es fertig ist, bleibt unklar. "Eine Privatisierung der Wochenmärkte darf kein Bestandteil dieses Konzeptes sein", so Müller-Horn.

Im Original-Ton hören Sie ein Interview von Harald Denckmann mit Frank Müller-Horn zum Thema.

Die Stadt möchte das Minus aus den Wochenmärkten vermutlich mit drastischen Erhöhungen der Standgebühren oder Privatisierung reduzieren.

Die Stadt möchte das Minus aus den Wochenmärkten vermutlich mit drastischen Erhöhungen der Standgebühren oder Privatisierung reduzieren.


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 140935   Autor: VG   vom 05.10.2020 um 15.18 Uhr

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