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Wiederaufnahme im neuen Format: Comedian Harmonists in Concert

Lübeck: Unter dem Titel "Comedian Harmonists in Concert" wird ab dem 15. Oktober der Publikumsrenner "In der Bar ›Zum Krokodil‹ - Die Comedian Harmonists" von Pit Holzwarth in einer bearbeiteten Fassung im Großen Haus gezeigt. Im Rahmen der neuen Reihe "In Concert" werden in dieser Spielzeit am Theater Lübeck erfolgreiche musikalische Theaterabende im Corona-gerechten Format auf die Bühne gebracht. Dabei handelt es sich um gekürzte Fassungen. Die Songs bleiben jedoch nahezu alle erhalten.

Die "erste Boygroup der Welt" imitiert – in einer Stimme, in einem Gesangskörper – ein ganzes Orches­ter. Doch wer hat das Sagen im Kollektiv? Schauspieldirektor Pit Holzwarth, Autor und Regisseur der ersten Theaterfassung vom spektakulären Aufstieg der Comedian Harmonists und ihrer niederschmet­ternden Auflösung, widmet sich erneut dem legendären Kollektiv und seinen Dissonanzen. Die Spannun­gen in der Gruppe verstärken sich durch den politischen Druck von außen: Den Nazis waren die Ironie, das Unheldenhafte und Androgyne der eleganten Herren unerträglich. Für Holzwarth und die Nachwelt bleiben ihre grandiosen Evergreens wie "Mein kleiner grüner Kaktus" und "Veronika" unerreicht.

Die Goldenen Zwanziger in Berlin: Der Schauspielschüler Harry Frommermann schreibt Partituren für eine noch nicht existierende Gesangsgruppe und annonciert: "Achtung. Selten. Berufsanfänger, nicht über 25, sehr musikalisch, schönklingende Stimmen, für einzig dastehendes Ensemble ge­sucht." Aus der Schar arbeitssuchender Künstler engagiert er den Bass Robert Biberti, dieser em­pfiehlt den bulga­rischen Tenor Ari Leschnikoff. Es folgt Bariton Roman Cycowski, Erwin Bootz über­nimmt das Piano, dessen Kommilitone Erich A. Collin wird zweiter Tenor. Anfang 1928 beginnen sie zu proben: Der Klang der Leichtigkeit ist harte, lange Arbeit. Im Sommer nimmt der Berliner Revuekönig Erik Charell die Musiker unter Vertrag – als Comedian Harmonists. Im Herbst treten sie zum ersten Mal auf, weitere Engagements in Berlin und anderen deutschen Städten folgen. Rundfunk und Schallplatten verhelfen den jungen, gutaussehenden Männern rasch zu Erfolg – sie sind Popstars.

Das Publikum rast, spendet frenetischen Applaus und hingerissene Fans erwarten sie überall. Die "Beatles der 30er Jahre" ver­kaufen Alben und werden nicht nur in Deutschland gefeiert. Nach der Machtergreifung der Nazis 1933 werden Konzerte abgesagt, drei der Mitglieder sind jüdisch, anders: nichtarisch. Frommermann, Cycowski und Collin werden 1935 nicht in die Reichsmusikkammer aufgenommen und verlieren somit das Recht auf Berufsausübung. Am 1. März 1935 kommen die Come­dian Harmonists trotz des Verbots für eine letzte Aufnahme zusammen, danach spaltet die Gruppe sich.

Inszenierung: P. Holzwarth
Ausstattung: W. Brenner
Musikalische Leitung: W. Daum
Choreographie: D. Witthuhn

Mit R. Brandt, J. M. v. Cube, A. Hutzel, J. Merz, H. Sembritzki, T. Semmler, W. Workman
Karten gibt es unter anderem an der Theaterkasse 0451/399 600.

Wiederaufnahme: 15. Oktober, 19.30 Uhr, Großes Haus
Weitere Termine:
16.10, 19.30 Uhr,
14.11, 19.30 Uhr und andere

Ab dem 15. Oktober der Publikumsrenner in einer bearbeiteten Fassung im Großen Haus gezeigt. Foto: Thorsten Wulff

Ab dem 15. Oktober der Publikumsrenner in einer bearbeiteten Fassung im Großen Haus gezeigt. Foto: Thorsten Wulff


Text-Nummer: 140943   Autor: Theater Lübeck   vom 07.10.2020 um 09.13 Uhr

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