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Musikhochschule Lübeck: Volles Programm zum Semesterstart

Lübeck: Semester-Eröffnungen an der Musikhochschule Lübeck (MHL) waren früher Veranstaltungen vor vollem Saal. Bei der Eröffnung des Wintersemesters 2020/21 am gestrigen Montag war natürlich alles anders. Im Saal erlebte eine begrenzte Zahl von Studierenden und Freunden der Hochschule das Ereignis. Via Livestream wurde der Kreis vergrößert.

Es war ein randvolles Programm mit Vorträgen, Hinweisen, Einladungen, Preis- und Zeugnisverleihungen und natürlich viel Musik. Zwei junge Musiker machten den Anfang, mit dem modernsten Stück des Abends. Der tschechische Komponist Petr Eben stand auf dem Programm. Zu hören war das "Fenster", ein Satz aus dem Zyklus "Okna" für Trompete und Orgel. Liu Luda war der Trompeter, der an der Orgel von seiner Kollegin Ayaka Minato begleitet wurde.

Erst danach betrat MHL-Präsident Prof. Rico Gubler die Bühne. Suchend betrachtete er das aufgebaute Instrumentarium, um dann aus seinem Tagebuch vorzulesen. Der aufmerksame Zuhörer konnte die Schwierigkeiten ahnen, die bei der Vorbereitung und überhaupt im neuen Semester zu bedenken und zu überwinden sind.

Dann hatten zwei Studierende das Wort. Chiara Rubino sprach für das Stupa, das Parlament der Studierenden, Jan-Benedikt Lange für den Asta. Sie wandten sich besonders an die "Erstis", die Erstsemester, mit praktischen Hinweisen und Vorschlägen.

Danach gehörte die Bühne 16 Musikerinnen und Musikern, dem Ensemble für Alte Musik der Hochschule unter Leitung von Geigenprofessorin Elisabeth Weber. Sie stand mitten unter dem Nachwuchs und musizierte mit den Jungen das Concerto grosso Op. 6 Nr. 4 von Arcangelo Corelli, barocker Wohllaut vom Feinsten.

Nach einer Umbaupause war ein Gast aus Kiel an der Reihe, kein Musiker, sondern ein Professor der Philosophie, Dr. Ralf Konersmann von der Christian Albrechts-Universität. Er sprach über den "Zauber des Anfangs" und zitierte Hermann Hesse: "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben". Wie Studierende der Musik das in Corona-Zeiten leben können, versuchte er zu entfalten. Begeisterung empfahl er den Anfängern, weil sie zu neuen Erkenntnissen führen könne.

Mehrere Preisverleihungen standen auf dem Ablaufplan. Darko Bunderla, Vorsitzender des Vereins der Ehemaligen, sprach zum Alumni-Preis 2020. Vier Vorschläge seien eingegangen. Die Jury habe sich für die Studentin Lina Maren Gronemeyer entschieden. Sie erhält die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung.

Drei von sechs Deutschland-Stipendien konnte Präsident Rico Gubler überreichen. Die restlichen sollen im November übergeben werden. Mit je einem Deutschland-Stipendium ausgezeichnet wurden die Studierenden Maria Sosnowska, Jelizaveta Vasiljeva und Oleg Shebeta-Dragan.

Insgesamt 55 Studierende haben im Sommer das Studium erfolgreich abgeschlossen. Zum Entgegennehmen der Diplome konnten nur wenige anreisen. Alle 55 Namen wurden verlesen. Wer anwesend war, durfte sich hinter sein Diplom stellen, das vom Bühnenhimmel herabschwebte. Das geschah zu Musikbegleitung. Demian Martin improvisierte am Flügel.

Ein weiterer Vortrag zur und mit Musik beschloss den Abend. Über "Wissenschaft und künstlerische Praxis" sprach Prof. Oliver Korte, Vizepräsident der MHL. Die musikalischen Beispiele lieferte Pianist Jakob Linowitzki. Auch Korte wandte sich vor allem an die "Erstis".

Außer Unterricht und Praxis am Instrument gebe es wissenschaftliche Vertiefung. Musizieren und Nachdenken über Musik gehören zusammen, betonte Korte und erklärte es am Beispiel Robert Schumann und dessen Klavierzyklus "Carnaval", aus dem Jakob Linowitzki spielte. Korte lud zu Ringvorlesungen ein, die sich in diesem Semester mit Thomas Manns "Doktor Faustus" und dem Musiker Adrian Leverkühn befassen werden.

Die Übertragung im Livestream klappte gut. Allerdings waren die ersten Reden nur mit Mühe zu verstehen. Erst als im Live-Char der Hinweis kam, dass die Reden zu leise seien, wurde nachgebessert. Professor Korte sprach vor einem festen Mikrofon. Wenn er den Kopf senkte, wurde das Verstehen wieder mühsam.

Semester-Eröffnungen an der Musikhochschule Lübeck (MHL) waren früher Veranstaltungen vor vollem Saal. Foto: Archiv/TD

Semester-Eröffnungen an der Musikhochschule Lübeck (MHL) waren früher Veranstaltungen vor vollem Saal. Foto: Archiv/TD


Text-Nummer: 140945   Autor: TD   vom 06.10.2020 um 11.08 Uhr

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