Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Lübecks neues UNESCO Kulturerbe

Lübeck: Die Lübecker Altstadt ist bereits UNESCO Weltkulturerbe, seit diesem Jahr steht auch der Martensmann im "Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe" der UNESCO-Kommission. Beantragt hat das allerdings nicht Lübeck, sondern die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern.

Bild ergänzt Text
Die Verabschiedung findet im Lübecker Audienzsaal statt.

Jedes Jahr um den 9. November startet der Martensmann aus Lübeck zu seiner Reise nach Schwerin. Dort findet dann das Martensfest statt, die Besucher können kostenlos den Lübecker Rotspon verkosten. In diesem Jahr fällt die Reise allerdings erstmals seit 1991 aus. Größere Feste sind bedingt durch die Pandemie nicht möglich. Dafür gibt es in diesem Jahr die große Anerkennung der UNESCO.

Die Martensmannreise wird erstmals 1520 erwähnt - wahrscheinlich ist die Tradition jedoch über 700 Jahre alt. Alljährlich wurde dem mecklenburgischen Herzog in Schwerin zum Martinstag von Lübeck aus ein Ohm (145 Liter) Rotspon gesandt, damit die Fürsten sich weiter gut vertrugen. Auf seiner Fahrt rastete der Martensmann stets in Schönberg und Rehna.

Der Brauch erlosch 1817 und wurde erst 1991 nach der der Wiedervereinigung auf Vorschlag des damaligen Ministerpräsidenten wieder aufgenommen. Da Fässer in der Größe "1 Ohm" nicht mehr gebräuchlich sind, spart Lübeck Geld: Es werden nur noch 100 Liter Rotspon in Schwerin verteilt.

"Der Brauch ist ein Symbol für die lebendige Bürgergesellschaft", so die UNSECO-Kommission. "Die Wiederaufnahme im Jahr 1991 und das Interesse der Bevölkerung in der wiedervereinigten Region zeigen die Bedeutung des Martensmanns als historische und zeitgenössische Identifikationsfigur." Außerdem sei der Martensmann ein Bindeglied für Kontakte aus beiden Bundesländern.

Der Martensmann darf zwar dieses Jahr nicht auf Reisen gehen, dafür ist er als Immaterielles Kulturerbe von der UNESCO anerkannt worden. Fotos: JW/Archiv

Der Martensmann darf zwar dieses Jahr nicht auf Reisen gehen, dafür ist er als Immaterielles Kulturerbe von der UNESCO anerkannt worden. Fotos: JW/Archiv


Text-Nummer: 140970   Autor: VG   vom 07.10.2020 um 12.10 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.