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Greenpeace demonstrierte gegen Billigfleisch

Lübeck - Innenstadt: Archiv - 17.10.2020, 16.50 Uhr: Gegen Billigfleisch und für bessere Tierhaltung protestierten Greenpeace Aktive am Samstag in Lübeck. Einheitlich gekleidet und mit stilisierten Schweinemasken und Barcode-Clip sowie einem Banner mit der Aufschrift „Billigfleisch ist ein krankes System“ machten sie auf die Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt durch die fatale Billigfleischpolitik von Supermärkten aufmerksam.

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Der Aktionstag fand gleichzeitig in mehr als 50 deutschen Städten statt. Anlass ist eine am Freitag veröffentlichte Supermarkt-Abfrage von Greenpeace zu den Frischfleisch-Eigenmarken der Supermarktketten Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe: www.greenpeace.de/abfrage-fleischsortiment.

Das Ergebnis: Rund 90 Prozent stammt von Schweinen, Rindern oder Hühnern, die unter qualvollen und häufig gesetzeswidrigen Bedingungen gehalten wurden – im Handel gekennzeichnet als Haltungsform 1 oder 2. Kaum eine Filiale bietet Fleisch der besseren Haltungsform 3 an. Angebote von Produkten aus der Haltungsform 4 (u.a. Bio-Produktion) verharren 2020 auf sehr niedrigem Niveau. „Der Handel ist mit seiner Einkaufspolitik maßgeblich dafür verantwortlich, dass Mensch, Tier und Klima massiv durch die industrielle Fleischproduktion geschädigt werden”, sagt Sofie Saier, Ansprechpartnerin von Greenpeace Lübeck. „Wir fordern die großen Ketten auf, Billigfleisch zügig aus dem Sortiment zu nehmen und Landwirte fair zu bezahlen. Nur dann können Tiere artgerecht gehalten werden.“

„Die Kennzeichnung mit der Haltungsform schafft zwar grundsätzlich Transparenz. Wenn Kundinnen und Kunden aber fast ausschließlich Billigfleisch kaufen können, verkommt die Kennzeichnung zu Greenwashing”, sagt Sofie Saier. Passantinnen und Passanten erhielten Informationen zur Haltungskennzeichnung und einen kleinen Ratgeber, der auf einen Blick zeigt, welches Siegel aus Greenpeace-Sicht aussagekräftig ist.

Greenpeace-Ehrenamtliche hatten parallel zur Abfrage in 297 Filialen aller befragten Händler bundesweit das Schweinefleischsortiment unter die Lupe genommen. Massive Lücken bei der Haltungskennzeichnung gab es nach Angaben von Greenpeace an den Bedientheken von Edeka, Kaufland und Rewe: Dort haben lediglich fünf Prozent der von Greenpeace besuchten Märkte das Schweinefleisch ausreichend gekennzeichnet. Während Kaufland gegenüber Greenpeace angab, an allen Theken zu kennzeichnen, zeigt sich vor Ort ein anderes Bild: In 14 von 16 besuchten Kaufland-Filialen sei das Frischfleisch-Angebot bei Schwein an der Theke gar nicht markiert gewesen.

Auf dem Schrangen wurde gegen Billigfleisch demonstriert. Fotos: Greenpeace

Auf dem Schrangen wurde gegen Billigfleisch demonstriert. Fotos: Greenpeace


Text-Nummer: 141165   Autor: Greenpeace   vom 17.10.2020 um 16.50 Uhr

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