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Lübecks beste Lehrer geehrt

Lübeck: Archiv - 22.10.2020, 19.37 Uhr: Ein Preis für Lehrerinnen und Lehrer: Die Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit wurde 1789 von dem Pastor an St. Petri und Lehrer Dr. Ludwig Suhl gemeinsam mit 24 Lübecker Bürgern gegründet. Zur Erinnerung an diesen Gründer verleiht die Gemeinnützige alle zwei Jahre an eine Lehrerin, einen Lehrer oder an mehrere Lehrkräfte gemeinsam für besondere Leistungen den Dr.-Ludwig-Suhl-Preis.

Am Donnerstag fand die Verleihung des 9. Dr.-Ludwig-Suhl-Preises in der Gemeinnützigen durch Antje Peters-Hirt statt. Die Gemeinnützige möchte damit Lehrern ein öffentliches Lob aussprechen, sie würdigen für ihr oft weit über ihre Unterrichtsverpflichtungen hinausgehendes, ehrenamtliches Wirken und für ihren pädagogischen Einsatz danken. Für die Fortsetzung und Weiterentwicklung des ausgezeichneten Projektes wird den Lehrkräften ein namhafter Betrag zur Verfügung gestellt.

Die Vorsteherschaft der Gemeinnützigen ist dem Vorschlag der Jury gefolgt und hat drei Preise vergeben. Es gibt 1 ersten Preis und 2 zweite Preise.

Mit dem ersten Preis wurde die Lehrerein Gabriele Hannemann, Astrid-Lindgren-Schule, ausgezeichnet. Sie ist Realschullehrerin für Englisch, Deutsch und evangelische Religion. Durch ein Zusatzstudium der Sonderpädagogik und durch ein Kontaktstudium der Psychologie hat sie sich weiter qualifiziert. Ihr Lebensthema ist die Arbeit mit Schülern im Zusammenhang mit dem Holocaust geworden. Seit vielen Jahren ist Gabriele Hannemann Dozentin für die Vermittlung der Shoa am IQSH und als Fortbildnerin in den Themenfeldern Holocaust, Judentum und Israel. Sie ist Gründerin des Vereins „Yad Ruth", dessen Vorsitzende sie auch ist. Der Verein unterstützt bedürftige Jüdinnen und Juden in verschiedenen Ländern. Er lädt jüdische Zeitzeugen nach Lübeck ein, die an Lübecker Schulen ihre Lebensgeschichte erzählen.

Außerdem engagiert sich Frau Hannemann in dem Projekt „Zugänge schaffen“, das sich mit aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus beschäftigt. Sie hat hierzu mehrere Veröffentlichungen entwickelt, unter anderem eine Unterrichtseinheit und ein Kinderbuch. Hier berührt sehr der lokale Bezug, führte Peters-Hirt aus, denn es handelt sich um eine wahre Fluchtgeschichte, nämlich der von Malka Rosentahl, die sie in das Flüchtlingslager Pöppendorf führt.

Ausgezeichnet wurde das Kollegium der Kahlhorst-Schule mit dem zweiten Preis des diesjährigen Dr.-Ludwig-Suhl-Preises. Aus Sicht der Elternschaft arbeiten die Lehrkräfte, alle pädagogischen Mitarbeiter sowie Eltern- und Schulleitung außerordentlich kreativ und kompetent zusammen. Die perfekte Organisation des Schulalltags während des Corona bedingten Homeschoolings wurde, so Peters-Hirt, so transparent wie möglich für Eltern und Kinder, insbesondere was Tablets und Arbeitsblätter und andere kreative Angebote betraf, gestaltet. Die gute Zusammenarbeit in der Schulgemeinschaft zeigte sich auch in der Einsatzkraft aller KollegInnen. Es gab flexible Notgruppen, besondere Präsenzangebote für lernschwache Schüler sowie für Kinder mit anderen Muttersprachen. Die Zusammenarbeit mit Eltern und Kinder, zum Beispiel die Gestaltung des Schulhofes, erstreckte sich weit über die Normalpflichten der Pädagogen.

Außerdem wurde das Kollegium der Stadtschule mit einem weiteren zweiten Preis auszeichnen. Die Stadtschule in Travemünde setzt bereits seit Jahren unterrichtsbegleitend auf digitale Medien und IPads. Der Einsatz digitaler Medien ist fester Bestandteil der Wissensvermittlung und didaktischen Unterstützungen in vielen Fächern. In jeder Klasse stehen diverse Geräte zur Verfügung, um kein Kind auszuschließen. Durch das große Engagement des Kollegiums gelang es, auch unter Corona den Lehrplan zu erfüllen und die Lernziele der jeweiligen Klasse zu erreichen. Fast alle Schüler hatten vom 16. März bis 5. Juni 2020 digitalen Präsenzunterricht zwischen 9 und 12 Uhr in der Zeit.

Besonders hervorzuheben ist die DaZ-Klasse mit ihrer Lehrkraft Frau Mierow, die mit Sprachnachrichten via FaceTime auch in Schwächephasen die SchülerInnen in teils schwierigen Herkunftsverhältnissen motivierte.

Im Original-Ton hören Sie Interviews von Harald Denckmann mit der Preisträgerin Gabriele Hannemann, Ines Bremsteller von der Kahlhorstschule, Anna Schwertfeger, Elternvertreterin der Kahlhorstschule und Susan Mierow von der Stadtschule Travemünde.

Antje Peters Hirt (Mitte) mit den Preisträgerinnen  Susan Mierow und Gabriele Hannemann. Foto, O-Ton: Harald Denckmann

Antje Peters Hirt (Mitte) mit den Preisträgerinnen Susan Mierow und Gabriele Hannemann. Foto, O-Ton: Harald Denckmann


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 141286   Autor: Gemeinnützige/red.   vom 22.10.2020 um 19.37 Uhr

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