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Grüne Lübeck
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Verloren im Leben

Lübeck: Pastorin i.R. Ellen Naß stellt das Jugendwort des Jahres "lost" in den Mittelpunkt ihre Gedanken zum Wochenende. Sie erinnert die Wahl dieses Wortes an das amerikanische Kirchenlied „I once was lost, but now I‘m found.“

Letzte Woche stand in der Zeitung, dass das Jugendwort des Jahres „lost“ ist. Damit das Wort akzeptabel ist, muss es natürlich englisch sein.

„Lost“ ist die Vergangenheitsform des unregelmäßigen Verbs to lose. Lose, lost, lost, so haben wir es im Englischunterricht lernen müssen. Es bedeutet „verloren“. Man kann etwas verlieren, lose something, zum Beispiel eine Brille oder einen Schlüssel. Man kann auch sich selbst verlieren oder den Lebensinhalt. So wird das Wort teilweise gebraucht, etwa wenn man nicht mehr mithalten kann, nicht mehr mitkann.

Man kann aber auch die Orientierung verlieren, bei einem Spaziergang im Wald etwa, und wenn man dann nicht mehr weiß, wo man ist, dann ist man „lost“, man hat sich verirrt. Ich denke, dass Jugendliche das Wort auch in diesem Sinne gebrauchen. Wobei es die "verlorene Generation" ja schon vor langem gegeben hat, so wurden die jungen Menschen genannt, die den 1. Weltkrieg und die Grippeepidemie danach erlebt hatten.

Das waren eigentlich ganz ähnliche Zeiten, Zeiten im Umbruch, Zeiten mit großen sozialen Unterschieden und einer Seuche, gegen die man machtlos schien.

Nun ist „lost“ also Jugendwort 2020. Einmal wird es abwertend gebraucht, wenn jemand etwas tut, was der/ die andere nicht gut findet, was nicht mehr angeblich zeitgemäß und was altmodisch ist, dann hat er/ sie es „lost“. Jemand, der es verloren hat, der ist einfach ein Außenseiter, nicht mehr akzeptiert. Oder man kann sich eben verloren fühlen, nicht mehr weiter wissen.

Als ich das in der Zeitung las, kam mir eine Zeile eines amerikanischen Kirchenliedes in den Sinn. „I once was lost, but now I‘m found.“ Im deutschen wird es von Lena Valaites, mit einem unkirchlichen Text gesungen: Ein schöner Tag. Das amerikanische Lied schildert die Gnade Gottes, die mich gefunden hat, als ich verloren war, als ich verloren war.

Das ist so gut biblisch. Jesus sagt von sich, er wäre gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren war. Selig ist ein altmodisches Wort, wir verbinden es meistens mit einem Zustand nach dem Tod, wenn man zu den Seligen eingeht.

Aber selig, so wie Jesus es gebraucht, kann man auch schon jetzt sein. Offensichtlich ist es das Gegenteil von lost, denn verloren war ja man, bevor Jesus einen gefunden hat.

Wenn man sich von Jesus, von Gott finden lässt, dann kann man „es“ nicht mehr verlieren. Er schenkt uns Lebenssinn, Liebe, andere Menschen, die uns nicht so schnell fertigmachen, indem sie uns erzählen, wir hätten es verloren.

Außerdem fühlen wir uns in unserem Leben nicht mehr verloren, verirrt. Jesus, der Glaube an Gott, gibt uns Halt. Wenn wir einmal nicht weiterwissen, uns verloren fühlen, dann haben wir eine Richtung – Gott – in die wir gehen können, haben eine Hand; die uns festhält, nämlich Gottes Hand.

Gerade in diesen schweren Coronazeiten ist es wichtig, dass man nicht verloren ist, dass da jemand ist, der einen bei der Hand nimmt, Sicherheit und Geborgenheit gibt. Gott will uns finden, damit er uns beschützen kann.

I once was lost, but now I‘m found – ich wünsche uns allen, dass wir das immer wieder erfahren dürfen. Dann ist, selbst in diesen Zeiten, auch jeder Tag ein schöner Tag.

Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.

Ellen Naß veröffentlicht die Gedanken zum Wochenende im Wechsel mit Heinz Rußmann.


Text-Nummer: 141306   Autor: red.   vom 24.10.2020 um 09.03 Uhr

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