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Grüne Lübeck
Grüne Lübeck

Grüne: Klima- genauso ernst wie die Coronakrise

Lübeck: Der dritte Umwelt- und Klimacheck der Grünen Bürgerschaftsfraktion wurde sowohl organisatorisch als auch inhaltlich stark durch die Corona-Pandemie geprägt. Die gemäß Hygienekonzept vor Ort zugelassenen 35 Teilnehmer sowie rund 20 Online-Teilnehmer diskutierten gemeinsam über die Dringlichkeit der Klimakrise im Angesicht der Pandemie, aktuelle Maßnahmen in Schleswig-Holstein und Lübeck und die Rolle der KWL.

Darunter waren diverse Lübecker Verbände, Bürgerinitiativen und Naturschutzvereine, die sich einbrachten und die Gelegenheit zum Austausch nutzten.

Zu Beginn der rund 2-stündigen Veranstaltung stellte Dirk Gerdes, Geschäftsführer der KWL GmbH sowie der Wirtschaftsförderung LÜBECK GmbH, die Arbeit der KWL in Lübeck vor und inwiefern sie dabei am Klimaschutz mitarbeitet. Die KWL GmbH ist als städtische Gesellschaft in Lübeck u.a. zuständig für die Gewerbeflächen- und Wohnbauentwicklung sowie die Bewirtschaftung von Parkflächen. Dadurch kommt sie an vielen Stellen mit dem Querschnittsthema Klimaschutz in Berührung, z.B. beim Flächenverbrauch, der Neuansiedlung von Unternehmen, bei energetischen Quartierskonzepten oder dem Betrieb von Photovoltaikanlagen. Gerdes: „Wir merken, dass Investoren heute für das Thema Klimaschutz stärker sensibilisiert sind als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig bewegen wir uns immer in einem Spannungsfeld mit der Wirtschaftlichkeit, denn die nötigen Klimaschutzmaßnahmen kosten Geld.“ Gerdes kündigte an, dass derzeit an Plänen zur Mehrfachnutzung der Parkplätze an der Kanalstraße mit Photovoltaikanlagen gearbeitet werde. Kontrovers diskutiert wurde über das Wachstumsdogma unseres Wirtschaftssystems und seine Vereinbarkeit mit der Klimakrise.

Darauf kam auch Jan Philipp Albrecht, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein in seinem Impulsvortrag über die gemeinsame Bewältigung von Corona- und Klimakrise kurz zu sprechen. Er betonte zunächst die Dringlichkeit entschiedenen Handels, um die sich zuspitzende menschengemachte Erderwärmung zu begrenzen, woran auch die Corona-Pandemie und die durch sie verursachten geringfügigen CO2-Einsparungen in 2020 grundsätzlich nichts änderten. Konkrete Maßnahmen im Hier und Jetzt müssten stärker in den Blick genommen werden als künftige Einsparziele. Albrecht sprach sich zudem für eine stärkere und vorrangige finanzielle Belastung der Emittenten von Treibhausgasen statt der derzeitigen Umlage über den Strompreis auf alle Verbraucher:innen aus: „Die CO2 Besteuerung, die im kommenden Jahr startet, ist ein erster Schritt, reicht aber noch nicht aus, um die international vereinbarten Klimaziele zu erreichen.“ Albrecht bemerkte auch, dass nach seinem persönlichen Eindruck durch die Pandemie bei vielen ein Umdenken dahingehend eingesetzt habe, „dass maßloser Konsum und z.B. das stark ausgeprägte Bedürfnis grenzenloser Mobilität weder das ist, was wir als Gesellschaft brauchen, noch das, was uns glücklich macht.“

Silke Mählenhoff, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Fraktion, die durch die Veranstaltung führte, freute sich über konkrete Verbesserungsvorschlägen zu aktuellen Förderrichtlinien für die Praxis in Lübeck aus dem Teilnehmerkreis, die Minister Albrecht gern aufnahm, um sie zu prüfen. Mählenhoff, die auch Vorsitzende des Lübecker Umweltausschusses ist, kündigte an, dass die Fraktion die Reihe Umwelt- und Klimacheck fortsetzen werde: "Diese Art von Austausch und Vernetzung von Lübecker Initiativen ist ungeheuer wichtig, damit Lübeck beim Umwelt- und Klimaschutz besser voran kommt."

An der Diskussion im Rathaus beteiligten sich auch Minister Jan Philipp Albrecht und Dirk Gerdes, Geschäftsführer der Lübecker Wirtschaftsförderung. Foto: Grüne

An der Diskussion im Rathaus beteiligten sich auch Minister Jan Philipp Albrecht und Dirk Gerdes, Geschäftsführer der Lübecker Wirtschaftsförderung. Foto: Grüne


Text-Nummer: 141309   Autor: Grüne   vom 24.10.2020 um 13.06 Uhr

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