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Nordische Filmtage Lübeck: Der Start ist hochpolitisch

Lübeck: Die 62. Nordischen Filmtage begannen am heutigen Mittwoch wie in alten Zeiten. Der Klang des finnischen Tangos zum Eingangs-Trailer beschwor Filmtage-Atmosphäre. Das Filmfestival wurde zwar heute eröffnet, aber nur online. „Unser Mann in Amerika“ heißt der Eröffnungsfilm von Regisseurin Christina Rosendahl aus Dänemark.

Der 4. November 2020 ist ein durch und durch politischer Tag. Abenteuerlich mutet nicht nur die Wahlentscheidung in den USA an. Ein politisches Abenteuer schildert auch der Eröffnungsfilm, und dieser Streifen spielt überwiegend ebenfalls in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Im Jahre 1939 wird Henrik Kauffmann (großartig gespielt von Ulrich Thomsen) als Botschafter Dänemarks in die USA geschickt. Überaus freundlich ist der Empfang bei Präsident Franklin D. Roosevelt. Man kennt sich; immerhin ist Kauffmanns Ehefrau Charlotte (Denise Gough) Amerikanerin. Herbst 1939. Polen wird von Nazi-Deutschland überfallen. Dänemark steht Ähnliches bevor.

Botschafter Kauffmann erhält Order aus Kopenhagen. Aber nicht mehr aus einem freien Land oder von König Christian, sondern von einer Regierung als Nazi-Marionette. Kauffmann weigert sich, diese Befehle auszuführen, erklärt sich schließlich zum Vertreter eines freien Dänemark. Ein Kampf beginnt. Roosevelt muss dem Botschafter mitteilen, dass das amerikanische Volk keine Lust verspürt, in einen fernen Krieg zu ziehen.

Großbritannien wird bombardiert, Grönland als Militärbasis ins Spiel gebracht. Der Film zeigt Weltpolitik der 1940er Jahre. Churchill kommt zu Besuch ins Weiße Haus; ein sehr karikierter Churchill. Schließlich Pearl Harbour auf Hawaii mit dem Angriff der Japaner. Roosevelt brauchte diesen Angriff, damit die Stimmung in den USA kippt. Jahrzehnte später erzählten das sogar amerikanische Fremdenführer auf Hawaii.

Henrik Kauffmann hält durch, verschafft sich sogar Zugriff auf die Goldreserven seines Landes, um freie Botschaften Dänemarks zu unterstützen. Offenbar braucht auch ein solcher Film eine Liebes- und Eifersuchtsgeschichte. Im Mai 1945 kehrt Kauffmann als Held nach Kopenhagen zurück. Tragisch kommt er Jahre später in einem Krankenhaus ums Leben.

Die online-Ausgabe des Films läuft in Englisch. In vielen Szenen wird außerdem dänisch gesprochen, ohne Untertitel. Manche Einzelheit kann man dann nicht verstehen. Den Sinn bekommt man jedoch am Bildschirm mit.

140 der 160 Festivalfilme sind online zu sehen. Die Auswahl ist also riesig. Die Kosten pro Film betragen sieben Euro; mit Spende neun Euro. Den Filmtage-Katalog gibt es im Buchhandel. Bei der Drucklegung konnte das Filmtage-Team noch davon ausgehen, dass Filmfans die Vorführungen auch vor Ort, das heißt im Kino erleben würden.

Die Nordischen Filmtage finden in diesem Jahr nur online statt.

Die Nordischen Filmtage finden in diesem Jahr nur online statt.


Text-Nummer: 141525   Autor: TD   vom 04.11.2020 um 16.58 Uhr

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