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Lübecker Azubis schlafen in Zelten: Grüne Jugend entsetzt

Lübeck: Die Grüne Jugend Flensburg zeigt sich entsetzt über die Situation der Auszubildenden an der Landesberufsschule am Priwall in Lübeck-Travemünde. Auch Flensburger seien hier betroffen. Die aktuelle Situation sei unmenschlich, die Politik dürfe nicht untätig bleiben so die Forderung.

Die Mitteilung im Wortlaut:

(")Seit vielen Jahren ist die Segelschifffahrt ein traditioneller und wichtiger Teil der Flensburger Förde und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den regionalen Tourismus. Und genauso braucht Flensburg und Umland gut ausgebildete Bootsbauer und Segelmacher. In Lübeck-Travemünde ist die Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck für das Segelmacher- und Bootsbauergewerbe. In Deutschland sind diese Ausbildungsberufe selten und die Berufsschulen deshalb fast nicht-existent: Lübeck hat eine der einzigen Berufsschulen für dieses Gewerbe. Für die Grüne Jugend Flensburg ist der Beruf trotzdem von höchster Relevanz.

Trotzdem werden die Auszubildenden in diesen Berufen nicht gewürdigt. Sie erhalten, wenn sie Neuverträge haben, die Mindestvergütung für Auszubildende, also 515 Euro im ersten Lehrjahr. Wenn man bedenkt, dass die Miete für die Unterkunft am Internat der Berufsschule teilweise zwischen 500 und 600 Euro sind, kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass das für die meisten Auszubildenden unfinanzierbar ist.

Deshalb ist es in letzter Zeit vorgekommen, dass Auszubildende in Autos oder anderen, unmenschlichen Wohnmöglichkeiten übernachten mussten, um an der Berufsschule teilnehmen zu können.

Der Sprecher der Grünen Jugend Flensburg und Mitglied des Landesvorstands der Grünen Jugend Schleswig-Holstein, Leon Bossen, hat für den Landesvorstand an einer Konferenz mit den Gewerkschaften und Jugendorganisationen der Parteien zur Situation am Priwall teilgenommen, und sagt: "Ich bin entsetzt über die Situation für die Auszubildenden. Es ist richtig und wichtig, dass die Gewerkschaften hier den Auszubildenden den Rücken stärken und für bessere Verhältnisse kämpfen. Aber auch die Politik, wir, dürfen nicht untätig bleiben und müssen aktiv für eine Verbesserung einstehen. Insbesondere für mich als Flensburger ist das eine schwierige Situation. In Flensburg ist ein großer Teil des Segelgewerbes ansässig und ein wichtiger Teil der lokalen Wirtschaft und Kultur. Wir dürfen unter keinen Umständen riskieren, dass Auszubildende aufgrund besserer Rahmenbedingungen in andere Regionen Deutschlands oder gar ins Ausland wechseln. Schleswig-Holstein muss gerade für dieses Gewerbe attraktiver Ausbildungsstandort sein. Meer und Förde zeichnen Flensburg und Schleswig-Holstein aus. Da dürfen wir nicht zulassen, dass Internatsplätze in Lübeck-Travemünde so viel oder gar mehr kosten wie das Auszubildendengehalt. Das ist unmenschlich. Wir richten deshalb einen Appell an die Politiker des Landtages: Der Ausbildungsstandort Priwall und die dortigen Einrichtungen müssen subventioniert werden, sodass Internatsplätze bezahlbar oder gar kostenfrei werden. Eigentlich sollte es darum gehen, dass wir die Auszubildenden gewinnen, und nicht die Auszubildenden das Land. Gleichzeitig richten wir einen Appell an die Flensburger Unternehmer im Segelgewerbe: Unterstützt eure Auszubildenden bei der Finanzierung des Internatsplatzes. Die Grüne Jugend Flensburg unterstützt die Gewerkschaften bei ihrem Kampf für bessere Verhältnisse und wird sich proaktiv für eine bessere Situation auf dem Priwall einsetzen."

Die Grüne Jugend Flensburg wird dieses Thema auch in Zukunft sowohl überparteilich als auch innerparteilich voranbringen wollen.(")

Mit einer Aktion haben die Auszubildenden bereits im September versucht auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Foto: Archiv/Vögele

Mit einer Aktion haben die Auszubildenden bereits im September versucht auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Foto: Archiv/Vögele


Text-Nummer: 141594   Autor: G. Jugend Flensburg   vom 09.11.2020 um 10.15 Uhr

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