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ADFC schlägt elf neue Fahrradstraßen vor

Lübeck: Der ADFC schlägt elf neue Fahrradstraßen in Lübeck vor. In Kiel gebe es bereits 23 solcher Strecken, in Lübeck nur zwei. Die neuen Regelungen sollen das Radfahren attraktiver machen und seien einfacher umzusetzen als der Neubau von Radwegen.

Am 24. September 2020 wurde vom Landtag mit großer Mehrheit die Radstrategie Schleswig-Holstein 2030 beschlossen. An der Erstellung dieser Strategie war der ADFC-Landesverband maßgeblich beteiligt. Grundlegende Ziele dieser Strategie sind die Steigerung des Radverkehrsanteils im Land von aktuell 13 aller Wege auf 30 Prozent im Jahr 2030, die Senkung der Unfallrate von Radfahrenden auf den zweitniedrigsten Wert aller Bundesländer, und der Aufstieg Schleswig-Holsteins in die Liga der drei erfolgreichsten Bundesländer im Radtourismus.

"Diese Ziele können nur erreicht werden, wenn die Bedingungen für das Radfahren bedeutend verbessert werden", so der ADFC. "Das erfordert eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen." Er schlägt für Lübeck folgende Fahrradstraßen vor:

1. Lindenstraße – Hanseplatz – Pommersche Straße – Märkische Straße (1,5 km)
Teil einer möglichen Verbindung vom Stadtzentrum über St.Lorenz-Süd und Buntekuh nach Moisling mit Umfahrung der beengten und verkehrsreichen Straßen Moislinger Allee und Hansestraße.

2. Eschenburgstraße (800 m)
Verlängerung des neuen Radwegs entlang der Travemünder Allee. Attraktive Verbindung vom Zentrum nach Karlshof, Israelsdorf, und Gothmund, außerdem ruhige Alternative zur Travemünder Allee zwischen Zentrum und Herrentunnel.

3. Bergenstraße (390 m)
Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Buntekuh mit Vermeidung des unfallträchtigen Ziegeltellers, auch wichtige Schulroute.

4. Brockesstraße (620 m) Anbindung von Vorwerk, den beruflichen Schulen, und dem Gewerbegebiet und den Sportanlagen um die Lohmühle nach St. Lorenz Nord und weiter zum zukünftigen Radschnellweg.

5. Charlottenstraße – Uhlandstraße – Bernd-Notke-Straße (1,2 km)
Teil einer Verbindung vom Kanaluferweg und vom Gewerbegebiet Genin zur Wakenitzbrücke und zu den Stadtteilen Marli, Eichholz, und Schlutup.

6. Moltkeplatz – von-Morgen-Straße – Elise-Bartels-Straße (370 m)
Ruhige Alternative zur Walderseestraße auf dem Weg vom Zentrum nach Marli in Verbindung mit dem Grünzug entlang der Max-Wartemann-Straße.

7. Wakenitzstraße – Hohelandstraße (910 m)
Alternative zur Hüxtertorallee auf dem Weg von der östlichen Altstadt und St. Jürgen-Nord zur Ratzeburger Allee.

8. Kastanienallee – Adalbert-Stifter-Straße – Sudetenstraße (1,1 km)
Verbindung von der Ratzeburger Allee (zukünftiger Radschnellweg) zum Mönkhofer Weg (Hochschulen) und zur Dorfstraße (Hochschulstadtteil).

9. Gärtnergasse (1,3 km)
Ruhige Quartierzufahrt mit bereits aktuell hoher Fahrradnutzung.

10. Hudestraße – Rehsprung (1,4 km)
Verbindung von Dummersdorf ins Zentrum von Kücknitz, auch Schulroute.

11. Rose (760 m)
Verbindung in Travemünde von der Vorderreihe zu den Wohngebieten im Norden.

Fahrradstraßen sind nach StVO Straßen, in denen Radfahrer gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern Vorrang genießen. Die Geschwindigkeit ist auf maximal 30 km/h begrenzt; Kraftfahrzeuge dürfen sie nur im ausgeschilderten Rahmen benutzen; der Radverkehrsanteil sollte nach Einrichtung der Fahrradstraße höher liegen als der Kfz-Anteil.

"Gegenüber anderen Radverkehrsführungen weisen Fahrradstraßen einige Vorteile auf", so der ADFC. "Nach dem Fahrrad-Monitor des Bundesverkehrsministeriums werden sie von Radfahrenden sehr gut akzeptiert: 41 Prozent aller Benutzer bevorzugen sie gegenüber anderen Radwegen, weitere 50 Prozent schätzen sie als gleichwertig ein, nur 9 Prozent bevorzugen andere Formen der Radverkehrsführung. Ihre Einrichtung erfordert keinen großen Planungsaufwand und, sofern der vorhandene Belag geeignet ist, auch keine größeren Baumaßnahmen, da sie in erster Linie vorhandene Verkehrsflächen lediglich umwidmen. Gegenüber einem regelkonformen Ausbau von Radwegen entlang stark befahrener Straßen ist die Ausweisung von Fahrradstraßen viel schneller zu realisieren, weit kostengünstiger, und auch deutlich konfliktärmer. In der Landeshauptstadt Kiel sind aktuell 23 Fahrradstraßen ausgewiesen, in Lübeck bestehen bislang nur zwei Fahrradstraßen in der östlichen Altstadt und in der Dorfstraße."

Als Maßnahmen zur Begrenzungen des Autoverkehrs schlägt der ADFC unter anderem Einbahnstraßenregelungen mit alternierender Richtung oder Durchfahrtsperren für den Kfz-Verkehr vor. "In Einzelfällen können Beschränkungen für das Kfz-Parken notwendig sein." Zur Steigerung der Attraktivität empfiehlt der ADFC, an Einmündungen reiner Erschließungsstraßen der Fahrradstraße Vorfahrt zu gewähren.

In Lübeck gibt es bisher nur zwei Fahrradstraßen. Foto: VG/Archiv

In Lübeck gibt es bisher nur zwei Fahrradstraßen. Foto: VG/Archiv


Text-Nummer: 141605   Autor: ADFC/red.   vom 09.11.2020 um 12.01 Uhr

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