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Hafenausbau: Unabhängige teilen Pöppendorfer Kritik

Lübeck: Die Pöppendorfer Bürgerinnen und Bürger wenden sich in einem Offenen Brief an Bürgermeister Lindenau und die Fraktionen in der Lübecker Bürgerschaft. Darin kritisieren sie den Hafenentwicklungsplan 2030 (HEP2030). Verständnis für die Pöppendorfer Kritik am Hafenausbau hat die Fraktion "Die Unabhängigen".

Der Hafenentwicklungsplan weise als Expansionsplan in unmittelbarer Nähe des Dorfes großflächige Suchräume für LKW-Stellplätze und Gewerbeansiedlung aus. Diese betreffen landwirtschaftliche Flächen, unter anderem aber auch einen Reiterhof und einen Gewerbebetrieb. Darin heißt es: "Wir, die Bewohner von Pöppendorf (vertreten durch die Interessengemeinschaft Pöppendorf), sind ausdrücklich gegen eine Errichtung von LKW-Stellplätzen oder eine Gewerbeansiedlung in der Nähe unseres Wohn- und Erholungsgebietes." Außerdem stehe die ausgewiesene Fläche im räumlichen Zusammenhang mit einer Ausgleichsfläche (Streuobstwiese, Feuchtbiotop, etc.) des früheren Hafenausbaus (Eingriffs-Ausgleichs-Regelung).

Weiterhin kritisieren die Pöppendorfer, dass sie als direkt Betroffene nicht in das Verfahren eingebunden waren. Sie hätten keine Möglichkeit gehabt in der Arbeitsgruppe Hafenentwicklung mitzuwirken.

Dazu der baupolitische Sprecher der Unabhängigen Frank Müller-Horn:

(")Die Kritik der Pöppendorfer ist gerechtfertigt. Der Treibsatz für die Flächenerweiterungen sind die unrealistischen Wachstumsprognosen. Der Umschlag der Lübecker Häfen hatte 2019 das Niveau des Jahres 1998. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern wird. Im Gegenteil. Bezieht man die negativen Auswirkungen der Festen Fehmarnbeltquerung mit ein, dann ist eher mit einem Umschlagrückgang zu rechnen. Dieser Expansionskurs ist angesichts der von der Stadt beschlossenen Klimaziele ein Griff in die "Klamottenkiste" der 90er Jahre. Auch steht er im Widerspruch zu beschlossenen qualitativen und quantitativen Entwicklungszielen der Hansestadt Lübeck, wie dem Integrativen Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und dem Konzept "Zukunftsorientierte Stadtentwicklung "Lübeck 2030". So weist zum Beispiel das ISEK, die jetzt für Hafen-/Gewerbeentwicklung vorgesehenen Flächen überwiegend als Grün- und Naherholungsflächen aus. Zurzeit wird der Flächennutzungsplan (F-Plan) der Hansestadt Lübeck fortgeschrieben. Wenn die im HEP2030 ausgewiesenen Flächen in den F-Plan aufgenommen werden, dann ist der Expansionskurs des Hafens im Zuge der vorbereitenden Bauleitplanung wesentlicher Teil der Entwicklungsplanung der Hansestadt Lübeck. In Verbindung mit dem Auftrag der Bürgerschaft, Vorkaufsrechte für Flächenerweiterungen auszuüben, wird eine Entwicklungsmaßnahme mit Rechtsfolgen auf den Weg gebracht.

Dies gilt gleichermaßen für die weiteren Expansionsflächen des HEP2030 im Stadtteil Kücknitz: Eingriffe in das Biotop Borndieckquelle, dem Flora-Habitat-Bereich Traveförde und dem Naturschutzgebiet Dummersdorfer Ufer. Der Bürgermeister wird aufgefordert, die versäumte Beteiligung der Pöppendorfer als unmittelbar Betroffene zeitnah nachzuholen. Weiterhin sollte die Kritik der Pöppendorfer an der Ausweisung von LKW-Aufstellflächen und Gewerbegebieten in unmittelbarer Nähe des Dorfes zum Anlass genommen werden, die harten Erweiterungsziele des Hafens ‚Skandinavienkai‘ zu hinterfragen.(")

Der baupolitische Sprecher der Unabhängigen, Frank Müller-Horn, hat Verständnis für die Pöppendorfer Kritik.

Der baupolitische Sprecher der Unabhängigen, Frank Müller-Horn, hat Verständnis für die Pöppendorfer Kritik.


Text-Nummer: 141647   Autor: DU HL/Red.   vom 11.11.2020 um 11.46 Uhr

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