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Anerkennung ausländischer Abschlüsse: Viel Zuspruch für Teilprojekt

Lübeck: Wer sich beim IQ Teilprojekt "Qualifizierungsmaßnahmen für Handwerksberufe" anmeldet, hat ein klares Ziel: die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Das vom Bundeministerium für Arbeit und Soziales unterstützte Förderprogramm IQ hilft Menschen, die im Ausland ihre Berufsabschlüsse gemacht haben, ihre Qualifikationen anerkennen zu lassen oder so zu erweitern, dass sie deutschen Ausbildungsstandards entsprechen. Trotz der Corona-Pandemie wird das Angebot gut genutzt.

Die Zahl der Teilnehmenden liegt um 42 Prozent höher als geplant. Arne-Matz Ramcke, Mitarbeiter des IQ Teilprojekts in der Handwerkskammer Lübeck: "Unser Ziel ist es, Menschen über individuelle Anpassungsqualifizierungen bei ihrer beruflichen Anerkennung zu unterstützen. Formal geht es darum, einen Bescheid über die volle Gleichwertigkeit eines Meistertitels oder eines Gesellenbriefes zu erhalten", erläutert Ramcke. Ergänzend kämen die Menschen hinzu, die viel Erfahrungen in einem Berufsbild erlangt, aber keine Qualifikation abgelegt haben. "Diese Personen unterstützen wir bei der Vorbereitung auf die sogenannte Externenprüfung", ergänzt er. Damit eröffnet das Projekt einen konkreten Nutzen für hiesige Unternehmen. "Wir unterstützen damit auch Handwerksbetriebe dabei, ihren Fachkräftebedarf zu decken", so der Kammermitarbeiter.

Typische Fälle sind aktuell vor allem Geflüchtete, die in Deutschland in ihren jeweiligen Berufen arbeiten möchten und dafür eine Anerkennung ihrer Abschlüsse benötigen. Für die Anerkennung von Qualifikationen muss zunächst von der zuständigen Handwerkskammer geprüft werden, ob die vorliegenden Berufsabschlüsse gleichwertig mit den deutschen Abschlüssen sind. Dabei geht es vor allem darum, ob wesentliche inhaltliche oder zeitliche Unterschiede zwischen dem im Ausland erworbenen Berufsabschluss und dem entsprechenden deutschen Referenzberuf bestehen.

Kann eine teilweise Gleichwertigkeit bescheinigt werden, Vergleich der Ausbildungsinhalte Unterschiede festgestellt worden sind, hilft das Projekt "Qualifizierungsmaßnahmen für Handwerksberufe" den Antragsstellenden weiter. Die Mitarbeiter erstellen Qualifizierungspläne und recherchieren, welche Kurse und Lehrgänge besucht werden müssen, um die noch fehlenden Kenntnisse zu erwerben. Nachdem verschiedenen Maßnahmen wir Lehrgängen der überbetrieblichen beruflichen Bildung, Sachkundenachweisen und betrieblicher Qualifizierung ist die Gleichwertigkeitsbescheinigung erreicht und der Arbeit als Fachkraft steht nichts mehr im Wege. Das Angebot kommt gut an: Für 2019 und 2020 liegt das IQ Teilprojekt deutlich über der Zahl an Teilnehmenden, die ursprünglich geplant war.

Die Arbeit impliziert neben der Erstellung eines individuellen Qualifizierungsplans auch die Recherche von Angeboten und Klärungen der Finanzierung sowie weiterer Fragen seitens der Teilnehmenden, der qualifizierenden Handwerksbetriebe und gegebenenfalls den Jobcentern. Bisher liegt das Projekt mit 15 zusätzlichen Interessenten 42 Prozent über dem Soll – und die Förderperiode läuft noch.

Über das IQ Netzwerk Schleswig-Holstein

Das IQ Netzwerk Schleswig-Holstein ist Teil des bundesweiten Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung". Es wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Weitere Informationen unter www.iq-netzwerk-sh.de.

Das Förderprogramm IQ hilft Menschen, die im Ausland ihre Berufsabschlüsse gemacht haben, ihre Qualifikationen anerkennen zu lassen. Symbolbild: Archiv/HWK

Das Förderprogramm IQ hilft Menschen, die im Ausland ihre Berufsabschlüsse gemacht haben, ihre Qualifikationen anerkennen zu lassen. Symbolbild: Archiv/HWK


Text-Nummer: 141719   Autor: HWK Lübeck   vom 16.11.2020 um 09.29 Uhr

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