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Musikhochschule: Kunst ist lebensrelevant!

Lübeck: Die Mitglieder der Musikhochschule Lübeck (MHL) positionieren sich in einer Erklärung zur aktuellen Lage der Kultur: "Kultur ist nicht nur systemrelevant, sie ist lebensrelevant!" Wir veröffentlichen die Erklärung im Wortlaut.

(")Wir Mitglieder der Musikhochschule Lübeck machen mit dieser Erklärung auf die entstandene Notlage der Kulturbranche durch die Corona-Pandemie aufmerksam. Die vielfältige Kulturlandschaft wird insbesondere von freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern sowie von Klein- und Kleinstbetrieben geprägt, deren Existenz aktuell stark bedroht ist. Mehr als 258.790 Unternehmen und über 1,2 Millionen Kernerwerbstätige sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig. Die Selbständigen-Quote ist mit 20,9 Prozent besonders hoch. Im Jahr 2019 erzielte die stetig wachsende Kulturbranche eine Bruttowertschöpfung von gut 106,4 Milliarden Euro (+ 3, 5 Prozent gegenüber 2018) und einen Umsatz von 174,1 Milliarden Euro (+1,77 Prozent gegenüber 2018). Mit ihrem Beitrag zur volkswirtschaftlichen Gesamtleistung übertrifft die Kultur- und Kreativwirtschaft im Bereich Wertschöpfung inzwischen andere wichtige Branchen wie die Chemische Industrie, die Energieversorger und die Finanzdienstleister.

Momentan werden Kulturinstitutionen und vor allem alle selbstständigen Kultur- und Kreativschaffenden im Vergleich zu anderen Branchen nicht ausreichend unterstützt. Deutlich erkennbar wird dies, wenn Profi-Sportlerinnen und Profi-Sportler weiter ihre Arbeit ausüben dürfen, Profi-Kulturschaffende dagegen nicht.

Eine Steigerung der Streaming-Nachfrage führt nicht unmittelbar dazu, dass die Künstler wirtschaftlich profitieren können. Eine Verlagerung des kulturellen Angebots in die digitale Welt kann dem ungebrochenen Bedürfnis nach Präsenzveranstaltungen und Live-Erlebnissen vor Ort nicht gerecht werden. Denn erst im gemeinsamen Erleben entsteht der differenzierte und inklusive Dialog, der die Gesellschaft prägt und zusammenhält.

Kultur ist existentiell. Sie regt an zum Nach- und Mitdenken. Sie öffnet Horizonte. Sie schafft ein Bewusstsein für aktuelle Fragestellungen, zeigt kritisch gesellschaftliche Herausforderungen auf und bietet Perspektiven für die Zukunft.

Wir Mitglieder der Musikhochschule Lübeck setzen ein Zeichen. Wir unterstützen regionale und bundesweite Initiativen wie die Aktionen „Stille.Laute.Stimme.“, „Ohne Kunst und Kultur wird‘s still.“ und „Alarmstufe Rot“. Gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen müssen schnell und unbürokratisch Wege aus der Krise gefunden werden, damit Deutschland auch morgen noch von seiner kulturellen Vielfalt profitiert.(")

Mitarbeiter der Musikhochschule fordern eine stärkere Unterstützung der Kulturbranche. Foto: MHL

Mitarbeiter der Musikhochschule fordern eine stärkere Unterstützung der Kulturbranche. Foto: MHL


Text-Nummer: 141747   Autor: MHL   vom 17.11.2020 um 14.49 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

Handaufhalten

schrieb am 17.11.2020 um 14.57 Uhr:
Also eine Branche die schon sonst am Steuertropf hängt und gefördert wird hält die Hand noch weiter auf. Ganz einfache Sache ... einfach mal anderweitig orientieren und seine Brötchen verdienen, Arbeit gibt es genügend. Geht allen anderen genauso.

Freigeist

schrieb am 17.11.2020 um 15.18 Uhr:
@"Handaufhalten":

Kunst regt an.
Kunst ist Leben.
Kunst gibt Kraft.
Kunst formt den Geist.
Kunst bietet kulturelles Fundament..
Kunst verbindet und schlägt Brücken.
Kunst wärmt, formt, beeinflusst und stärkt die Gesellschaft.
Kunst sollte grade im Land der Dichter und Denker einen großen Stellenwert haben.

Oder wie es Johann Wolfgang von Goethe einst sehr treffend sagte:
"Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen."

Einfach mal drüber nachdenken, bevor man verbal weitere Schneisen für eine unsolidarische, oberflächliche, geistig verarmte Gesellschaft schlägt.

Sunny

schrieb am 17.11.2020 um 16.59 Uhr:
Alleine schon die Überschrift ist sowas von überzogen.

Manfred Vandersee

schrieb am 17.11.2020 um 18.42 Uhr:
Die meisten Menschen in Kunst und Kultur und auch diejenigen, die Kunst und Kultur ins rechte Licht rücken, dafür sorgen dass Kunst und Kultur im Bilde ist und für den guten Ton von Kunst und Kultur sorgen, müssen RICHTIG ARBEITEN. Das sind nämlich auch die Techniker, die oftmals als Einzelselbständige EXTREM hohe Abgaben in Form von Steuern und vor allem an Krankenkassenbeiträgen haben. Es wurde bislang stets HART gearbeitet, um vor allem erst einmal diese Abgabenlast zu stemmen, wovon manche die nur die "Hand aufhalten" und unqualifizierte Kommentare ablassen, nicht einmal die geringste Ahnung haben. Was dahinter steckt, um eine Produktion fürs Publikum zu erarbeiten und darzubringen wissen die meisten Menschen nicht. Nicht nur den Protagonisten, sondern auch allen Menschen im Hintergrund, die für den reibungslosen Ablauf einer Veranstaltung oder Aufzeichnung sorgen, ist das "Hand aufhalten" in ganz weiter Ferne.

Momentan DÜRFEN wir nur nicht arbeiten, so gern wir auch würden. Wir haben quasi durch die Corona-Vorschriften derzeit Berufsverbot.

Handaufhalten

schrieb am 17.11.2020 um 21.35 Uhr:
@Freigeist , ja ja ja hört sich alles schön an. Lässt sich eben nur nicht verkaufen. Die Kunst und Kulturbranche lebt seit ewigen Zeiten doch nur eben weil gefördert wird. Also bitte nicht behaupten das hier jemand unsolidarisch ist , wie weit bitteschön soll denn die Solidarität gehen ? Ihr Künstler könnt ja gerne eure Lebensweise leben , nur finanziert das selber , und wenn das nicht geht .... nun ja dann muss man eben eine Erwerbsarbeit anstreben von der man leben kann. Machen Millionen Menschen jeden Tag ...

Der Dirk

schrieb am 18.11.2020 um 12.14 Uhr:
@Handaufhalten: Was für durch und durch traurige Statements! Menschen wie du, die scheinbar keinen Wert auf Kultur legen / keinen Sinn dafür haben, tun mir sehr sehr leid! Bemitleidenswerte Existenz...

Handaufhalten

schrieb am 18.11.2020 um 15.06 Uhr:
@ DerDirk ,ach wissen Sie , damit kann ich leben. Ich stehe einfach auf dem Standpunkt das jeder für seinen Unterhalt selbst sorgen muss. Das mache ich seit 35 Jahren und sorge mit meinen erarbeiteten Steuern dafür das sagen wir mal grob Künstler ihre künstlerische Ader ausleben können , und nein ich lege keinen gesteigerten Wert darauf. Ob Ihnen das nun passt oder nicht ... Sagen wir einfach es ist mir egal.