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Trost am Ewigkeitssonntag

Lübeck: Am 22. November ist Ewigkeitssonntag. HL-live.de Pastor Heinz Rußmann erinnert an diesen besonderen Tag, an dem der Verstorbenen gedacht wird.

Früher nannte man den letzten Sonntag vor der Adventszeit den Totensonntag. Inzwischen hat die Kirche ihn tiefsinnig und seelsorgerlich umbenannt in Ewigkeits-Sonntag. Die Sitten an diesem Gedenktag sind überall dieselben geblieben. Wir denken intensiv an unsere schon verstorbenen Verwandten, Freunde und lieben Menschen.

Viele Zeitgenossen gehen zum Friedhof, legen Blumen auf Gräber, gedenken der Toten besonders intensiv und beten und befehlen sie Gottes Güte an. Manchmal ist die Erinnerung ans Leid ganz frisch. Aber auch an glückliche Zeiten und Erlebnisse erinnern sich viele Trauernde.

Mitmenschen, die noch nicht an Gott glauben, begehen den Totensonntag auch. Für sie sind die Verstorbenen aber in alle Ewigkeit verschwunden und aufgelöst in ihre Atome. Aber folgt Gott, der Schöpfer des Weltalls dieser Auffassung? Christen dagegen glauben fest daran, dass Gott die Liebe im Weltall erfunden hat und wir seine ihm bekannten und geliebten Kinder bleiben.

Immer wieder tröstlich und ermutigend ist deshalb der Glaube der Kirche und der Bibel an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben bei Gott. Hoffnungsvoll finde ich seit einigen Jahren auch die Argumente von Prof. Frank Tipler in seinem Buch "Die Physik der Unsterblichkeit". Durch die moderne Medizin und Wissenschaft ist ja bewiesen, dass jeder Mensch seit seiner Befruchtung im Mutterleib festgelegt ist durch seine Erbsubstanz DNS. Immer wieder mache ich auf diese allgemeine moderne Erkenntnis aufmerksam, dass wir nach diesem Bauplan heranwachsen. DNS bestimmt bis zum Lebensende unseren Körper, die Begabungen und Neigungen.

Tröstlich ist, dass der allmächtige Gott und Schöpfer des Weltalls diesen Bauplan von jedem Menschen gewiss kennt. Dadurch kann er uns in unvergänglicher Gestalt als Person neu schaffen. Unsere Seele wird so erhalten durch Gott. Wir werden uns als individuelle Persönlichkeiten mit unseren Lieben als Gottes Kinder und Jesu Geschwister wieder treffen.

Auf diesem Glauben beruht der Tost und die große Hoffnung am Ewigkeitssonntag. Das tiefe Leid ergreift uns manchmal in der Trauer. Aber die christliche Hoffnung begleitet uns unser Leben lang und heilt unsere Trauer. Das sind keine leeren Worte. Als ich zwölf Jahre alt war starb unsere liebe Mutter im Krankenhaus. Das war das Schrecklichste für mich als ihr jüngster Sohn. Aber durch meinen Kindergottesdienst-Besuch vorher und den Konfirmanden- und Religionsunterricht bei Stoll später wurde ich getröstet. Später wurde ich Gemeindepastor und konnte bei weit über tausend Beerdigungen Familien trösten durch die Bibel, Jesus und eigene Trauerbewältigung.

Was hilft uns immer wieder in der Trauer? Der Glaube an den auferstandenen Jesus. Gespräche mit seelsorgerlichen und einfühlsam lieben Menschen können uns ermutigen. Aber auch Erinnerungen an geschenkte Liebe. Gottesdienste, Gemeindekreise, Gebete und gute Taten für sonst todgeweihte Mitmenschen durch Hunger trösten uns selbst. Dazu Gottes Worte in der Bibel, in den Psalmen im Alten Testament: Wenn mir Leib und Seele verschmachten so bist du Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil (73,26), die Worte Jesu im Neuen Testament: Wer an mich glaubt wird leben, selbst wenn er stirbt (Joh 11,25). Das lässt uns aufatmen.

Sehr hilfreich ist auch oft Kirchenmusik und sind Gesangbuchlieder. Zum Beispiel Evangelisches Kirchengesangbuch 391 "Jesu geh voran auf der Lebensbahn. Führ uns an der Hand bis ins Vaterland. Denn durch Trübsal hier führt der Weg zu Dir. Tu uns nach dem Lauf Deine Türe auf."

Gott tröste uns alle. Das wünscht Euch

Euer HL-live.de Pastor Heinz Rußmann
Hoffnungsvolle Grüße von heinzrussmann@web.de und bitte auch an mich

Pastor i.R. Heinz Rußmann geht in seinen Gedanken zum Wochenende auf den Totensonntag ein.

Pastor i.R. Heinz Rußmann geht in seinen Gedanken zum Wochenende auf den Totensonntag ein.


Text-Nummer: 141812   Autor: red.   vom 21.11.2020 um 10.40 Uhr

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