Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Gewalt an Frauen: Linke fordert gesellschaftliches Umdenken

Lübeck: Archiv - 25.11.2020, 10.49 Uhr: Am Mittwoch, dem 25. November gedenkt die Welt der Frauen, die von Gewalt betroffen sind und waren. An diesem Tag soll aber auch gemahnt werden, denn Gewalt an Frauen ist eine alltägliche Bedrohung für Frauen und Mädchen Weltweit und auch in Deutschland und Europa. Man werde nicht aufhören für die Sicherheit und Gleichstellung aller Menschen zu kämpfen, so die Lübecker Fraktion der Partei "Die Linke".

In Europa habe jede dritte Frau ab dem 15. Lebensjahr schon körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt. Die Gewalt an Frauen sei in Deutschland steigend und gerade in Zeiten der Pandemie werde die häusliche Situation für Frauen immer gefährlicher. Für "Die Linke" sind diese klare Alarmzeichen und auch ein gesellschaftliches Versagen.

Hierzu die Erklärung von Katjana Zunft, Fraktionsvorsitzende und Frauenpolitische Sprecherin der "Die Linke" Lübeck:

(")Wir leben in einer Gesellschaft, die Gewalt an Frauen immer noch verharmlost, so wird öffentlich über "Familiendramen", "Beziehungstaten" oder "Ehrenmorde" berichtet, wenn ein Mann seine Partnerin, Tochter, Exfrau ermordet. Wir nennen es Femizid, ein Mord an einer Frau. Femizid geschieht nicht aus Leidenschaft, es ist kein Drama und kein Schauspiel, sondern eine Straftat, welche auf einem Machtgefälle und dem Besitzanspruch des männlichen Täters basiert. Gewalt an Frauen und Mädchen ist ein strukturelles Problem und wird in unserer Gesellschaft immer noch nicht genug geächtet. In einem Land, einer Kommune und einer Stadt, in der es keine Gleichstellung gibt, gibt es auch keinen Schutz für Frauen. Wenn Parlamente, Gremien und Führungsriegen immer noch von Männern dominiert werden, wird es keine gesellschaftlichen Veränderungen geben.

Solange Berufsbilder mit einem hohen Frauenanteil schlechter entlohnt werden als von Männern dominierte Berufe, solange wird es keine Gleichwertigkeit geben.

Solange es uns Unbehagen bereitet ein junges Mädchen Nachts vor die Tür zu lassen, solange behauptet wird, eine Gendertoilette sei gefährlich für Frauen, solange wir Frauenparkplätze und Frauennotrufe brauchen, ist klar, Frauen und Männer werden eben nicht gleichwertig behandelt.
Die Gefahr ist nicht nur der Mann, sondern auch die Gesellschaft, die es ihm erlaubt, sich größer, besser und stärker zu fühlen und die Gewalt an Frauen nicht genug ächtet.

Da ist eine ignorante Öffentlichkeit, die Frauen, in der Werbung, am Arbeitsplatz, im öffentlichen Leben, zu Sexualobjekten degradiert, da sind die Männer die meinen, Frauen durch Worte und Taten zu belästigen, sei legitim. Da ist ein Umfeld, das sagt, die Frau solle sich doch nicht so anstellen, da werden Anzeigen wegen sexueller Belästigung auf Druck des gesellschaftlichen Umfeldes zurückgezogen, da wird schweigend zugeschaut, wie Männer berufliche und politische Machtpositionen ausnutzen, um sich Frauen zu unterwerfen und es wird den Opfern suggeriert, sie hätten selber schuld. Nein, Schuld hat nur der Täter.

"Die Linke" fordert schon lange ein gesellschaftliches Umdenken, dass auch politisch umgesetzt werden muss. Quoten für Frauen sind ein längst überfälliger Schritt, paritätische Besetzung von Entscheidungsgremien ein Muss. Mehr Förderung für Gewaltschutz und Frauenhäusern sind unumgänglich, bis hin zu den Schulen, die jegliches Schulmaterial, das veraltete Geschlechterrollen darstellt, aus dem Lehrplan streicht.

Täter müssen benannt werden und nicht als Herrenwitz oder Kavaliersdelikt geschützt und verharmlost werden. Kein Mann hat das Recht eine Frau zu schlagen, zu nötigen, zu erpressen zu erniedrigen, zu entwerten oder zu ermorden. Der Schutz von Frauen vor Gewalt fängt vor der eigenen Haustür an und hört an der Haustür der schreienden Nachbarin nicht auf.(")

"Die Linke" sei eine emanzipatorische und feministische Partei, die gelebte Parität und selbstverständliche Gleichstellung praktiziere. Sie werde weder auf kommunaler Ebene noch im Bund aufhören, für die Sicherheit der Frauen und die Gleichstellung aller Menschen zu kämpfen, so die Partei abschließend.

Katjana Zunft, Fraktionsvorsitzende und Frauenpolitische Sprecherin der

Katjana Zunft, Fraktionsvorsitzende und Frauenpolitische Sprecherin der "Die Linke" in Lübeck. Foto: Fraktion


Text-Nummer: 141899   Autor: Linke Faktion/Red.   vom 25.11.2020 um 10.49 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.