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AKW Bauschutt: Stadt soll die Lübecker befragen

Lübeck: Archiv - 28.11.2020, 12.10 Uhr: Wo soll der Bauschutt aus den Kernkraftwerken hin? Nach Lübeck jedenfalls nicht, hat die Bürgerschaft am Donnerstag beschlossen. Allerdings entscheidet das nicht die Bürgerschaft, sondern das Land. Deshalb setzt die Politik auf öffentlichen Druck: Der Bürgermeister soll eine Einwohnerbefragung durchführen.

Der AKW Bauschutt lässt die Atomdebatte neu aufleben. Der Abfall entsteht zum Beispiel beim Abriss des Kontrollbereiches nicht mehr genutzter Kraftwerke. Es wird auf Strahlung geprüft und bei sehr geringer Strahlenbelastung freigegeben. Die politische Frage ist: Wie gering ist die Strahlung?

"Es muss jede zusätzliche Gefährdung ausgeschlossen werden", sagt zum zum Beispiel Antje Jansen von der GAL. Das gelte auch für eine geringe Belastung. "Der Mensch selbst strahlt mit durchschnittlich 300 Mikrosievert pro Jahr, zum Beispiel durch eingeatmetes Radon oder durch andere radioaktive Stoffe in Nahrungsmitteln", hält das schleswig-holsteinische Umweltministerium dagegen. "So erhöht allein der tägliche Verzehr von zwei Paranüssen die körpereigene Strahlung um bis zu 160 Mikrosievert im Jahr. Die gesamte natürliche Strahlenbelastung beträgt in Deutschland rund 2.100 Mikrosievert im Jahr."

Die Bürgerschaft hat jetzt beschlossen, eine Bürgerbefragung durchzuführen. Das dürfte nicht einfach werden. Es gibt bei der Strahlungsmessung Äquivalenzwerte oder Belastungen über Zeiträume. Ob die Bürger eine ernsthafte Diskussion über ein komplexes wissenschaftliches Thema führen möchten, wird sich zeigen.

Und natürlich geht es um Politik. SPD und CDU in Lübeck freuen sich, dass es ein Grüner Umweltminister ist, der jetzt die Ungefährlichkeit der Strahlung zeigen muss.

Die Bürgerschaft hat eine Einwohnerbefragung zum Thema AKW-Bauschutt beschlossen. Foto: JW

Die Bürgerschaft hat eine Einwohnerbefragung zum Thema AKW-Bauschutt beschlossen. Foto: JW


Text-Nummer: 141967   Autor: VG   vom 28.11.2020 um 12.10 Uhr

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