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Radon-Belastung in Schleswig-Holstein unter Schwellwert

Schleswig-Holstein: Archiv - 07.12.2020, 11.31 Uhr: In Schleswig-Holstein muss kein Radonvorsorgegebiet ausgewiesen werden. Dieses Ergebnis zweijähriger Prüfungen hat Umweltminister Jan Philipp Albrecht heute in Kiel mitgeteilt. Die Entscheidung beruht auf einem umfassenden Untersuchungsprogramm der natürlichen Radongehalte im Boden. Insgesamt wurden Messungen an 913 Standorten im Land vorgenommen und unter Berücksichtigung der geologischen und bodenkundlichen Verhältnisse wissenschaftlich ausgewertet.

Dabei wurde kein Gebiet festgestellt, für das die gesetzlichen Voraussetzungen für die Ausweisung eines Radonvorsorgegebiets erfüllt sind. "Dass in Schleswig-Holstein kein Radonvorsorgegebiet ausgewiesen werden muss, ist eine gute Nachricht. Das Gas Radon kann ab einer gewissen Konzentration gesundheitsgefährdend wirken. Dieses Szenario kann in Bezug auf die natürlichen Radongehalte im Boden für Schleswig-Holstein nun ausgeschlossen werden", sagte Albrecht.

Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das im Falle höherer Konzentrationen in der Raumluft das Krebsrisiko in der Bevölkerung erhöhen kann. Deshalb sieht das neue Strahlenschutzrecht vor, dass sich die Bundesländer der Vorsorge widmen und unter anderem ermitteln, wo aufgrund der örtlichen geologischen Gegebenheiten Radonvorsorgegebiete auszuweisen sind.

Das MELUND hatte gemeinsam mit dem Geologischen Landesdienst im LLUR und in Abstimmung mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein Untersuchungsprogramm entwickelt und in den Jahren 2019 und 2020 gezielte Messungen zur Beurteilung der unterschiedlichen geologischen Einheiten durchführen lassen. Die Auswertung hat ergeben, dass das dabei maßgebliche geogene Radonpotential (GRP) zwar über das Landesgebiet tendenziell von der Westküste zum Östlichen Hügelland hin zunimmt, der entscheidende Schwellenwert aber in keinem Bereich erreicht wird. Gesetzlich ist vorgesehen, dass die Bundesländer prüfen, ob der Schwellenwert gebietsweise erreicht oder überschritten wird und erforderlichenfalls bis Ende 2020 Radonvorsorgegebiete ausweisen.

Konkret wäre eine Ausweisung vorzunehmen gewesen, wenn zu erwarten wäre, dass auf mindestens 75 Prozent des betrachteten Gebiets der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft in mindestens 10 Prozent der Gebäude überschritten wird. Messungen der Bodenluft als Austrittspfad des natürlich vorkommenden Radons und die Interpolation der Messwerte über die geologischen Gegebenheiten haben gezeigt, dass dies in Schleswig-Holstein nicht der Fall ist. Dies bedeutet, dass keine großflächigen Präventionsmaßnahmen zu ergreifen sind. Dennoch kann der Referenzwert in einzelnen Gebäuden durchaus überschritten werden. Ob dies in einem Gebäude der Fall ist, hängt neben der Radonbelastung im Boden maßgeblich auch von der baulichen Beschaffenheit des Gebäudes ab und kann daher belastbar nur durch Langzeitmessungen vor Ort ermittelt werden.

Das Thema Radonvorsorge ist nach Auffassung des Ministers durch die jüngere Gesetzgebung auf EU- und Bundesebene mit Recht zu einer Daueraufgabe geworden, die dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung dient. Das MELUND hat ihr unter anderem auch mit der Einrichtung der Radonberatungsstelle des Landes Schleswig-Holstein Rechnung getragen, die auf Wunsch auch über Radonmessungen in Gebäuden berät.

Hintergrund:

Im Juli 2017 wurde das neue Strahlenschutzgesetz erlassen. Dieses Gesetz enthält unter anderem auch umfangreiche Regelungen zur Radonvorsorge, die auf einer EU-Richtlinie beruhen. Neben Informationsaufgaben wurde den Bundesländern auch die Pflicht auferlegt, spätestens bis Ende 2020 in Zusammenarbeit mit dem Bund zu ermitteln, wo aufgrund der örtlichen geologischen Gegebenheiten Radonvorsorgegebiete auszuweisen sind.

Es wurde kein Gebiet festgestellt, für das die gesetzlichen Voraussetzungen für die Ausweisung eines Radonvorsorgegebiets erfüllt sind. Bild: MELUND

Es wurde kein Gebiet festgestellt, für das die gesetzlichen Voraussetzungen für die Ausweisung eines Radonvorsorgegebiets erfüllt sind. Bild: MELUND


Text-Nummer: 142116   Autor: MELUND SH/Red.   vom 07.12.2020 um 11.31 Uhr

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