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Branchen vor dem Corona-Aus: Großdemo in Lübeck

Lübeck: Archiv - 08.12.2020, 16.59 Uhr: Nach Demonstrationszügen in Berlin und Hamburg plant das Bündnis #AlarmstufeRot am Sonnabend, dem 12. Dezember 2020, jetzt den ersten landesweiten Protest der Veranstaltungswirtschaft in Schleswig-Holstein. Unter dem Motto "Kulturzug SH" wollen Vertreter der verschiedenen Branchen zu einem Korso, mit anschließender Kundgebung, durch die Lübecker Innenstadt starten.

"So prekär unsere wirtschaftliche Situation nach neun Monaten Corona-Stillstand auch ist, es wird kein stumpfes, sondern motivierendes und hoffnungsvolles, Protestieren werden", sagt Johannes Hamann. Der Inhaber der Firma "Nexus Veranstaltungstechnik" ist, in enger Zusammenarbeit mit Tina Braukmann/"Braukmann Event" und vielen Mitorganisatoren, Anmelder der Demonstration. "Wir wollen den Menschen zeigen, wie vielfältig unsere Branche ist", dass wir eng zusammengerückt ums Überleben kämpfen und auch nächstes Jahr noch für unser Publikum, unsere Kunden, Gäste und Partner da sein wollen, sagen die beiden Lübecker Unternehmer/innen.

Obwohl der Bund zuletzt angekündigt hat, auch die Kunst- und Kulturbranche finanziell unterstützen zu wollen, ist die Not vieler Betroffenen groß: "In der Veranstaltungs- und Gastronomie-Wirtschaft sind in extremen Fällen bis zu 100 Prozent der Umsätze weggebrochen, die zugesagten Hilfen reichen nicht zur Deckung der laufenden Gesamt-Betriebskosten, Branchenzweige fallen durchs Raster, sodass die letzte Konsequenz Verschuldung durch einen Kredit oder Aufgabe des Betriebes bedeutet", kritisiert Johannes Hamann. Ebenso soll die Plattform aber auch dazu dienen, sich für bisherige Hilfen, Programme und geleistete Arbeit seitens der Politik zu bedanken.

Die Veranstaltungswirtschaft war der erste Wirtschaftszweig, der von der Corona-Krise getroffen wurde und er wird auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am längsten und tiefgreifendsten von den Auswirkungen betroffen sein. "Faktisch alle Unternehmen aus Messebau, Veranstaltungstechnik, Eventagenturen, Cateringfirmen, Bühnenbauer, Eventlocations, Messegesellschaften, Kongresscenter, Tagungshotels, Konzertveranstalter, Künstler und selbstständige Einzelunternehmer haben durch die Veranstaltungsverbote seit März 2020 innerhalb weniger Werktage ihre gesamten Auftragsbestände verloren", betont Thorsten Meyer, Gründer der Initiative der Veranstaltungswirtschaft Nordwest. Er sagt: "Die bisher verabschiedeten Überbrückungshilfen und Kreditprogramme helfen nicht im Ansatz, um die betroffenen Unternehmen, Selbstständigen und Mitarbeiter zu retten."

Meyer warnt vor einer "akuten Insolvenzgefahr für die gesamte Branche". Tausende Mitarbeiter hätten bundesweit bereits ihre Jobs verloren. Die finanziellen Rücklagen vieler Firmen und Unternehmen seien aufgebraucht. "Es gibt mehr und mehr Künstler, die mit Zweit- und Drittjobs ihre Miete und ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen", sagt Hamann. Die #AlarmstufeRot hat sechs Kernforderungen formuliert: Neben Überbrückungsprogrammen, Anpassungen bei Kreditprogrammen und der Flexibilisierung der steuerlichen Hilfen sowie der Kurzarbeiterregelung drängt das Bündnis auf notwendige Ausnahmen vom EU-Beihilferahmen. Gefordert wird schließlich ein direkter und stetiger politischer Dialog, um Lösungen zur Rettung der Branche kurzfristig und noch rechtzeitig umzusetzen.

Bei der Demonstration am 12. Dezember in Lübeck ist ein gemischter Zug aus Personen, Pkw und LKWs geplant. Auf den Wagen werden sich die verschiedenen Bereiche unserer Branche präsentieren. Unterschiedliche Redebeiträge, Auftritte von Musikern und Schauspielern und mutmachende Musik, kündigt Hamann an. Die Aktion soll um 12.30 Uhr in der Willy-Brandt-Allee an der Musik- und Kongresshalle starten (Aufstellung Zug: 11.30 Uhr) und über den Lindenteller durch die Holstenstraße über den Kohlmarkt bis zu Mühlenteller führen. Von dort aus sollen sich die Wagen durch die Königstraße bis zum Koberg bewegen, bevor es durch die Beckergrube und die Untertrave zurück zum Holstentorplatz und zur MuK geht. Dort soll es auf dem Busparkplatz eine Kundgebung geben. Vertreter der Landesregierung und der Landtagsfraktionen sind eingeladen, vor Ort zu den Schleswig-Holsteiner, zu Kunst- und Kulturschaffenden zu sprechen.

Ein liebevolles kulturelles Bühnenprogramm ist derzeit in der Entstehung. Die Organisatoren haben für die Veranstaltung in Lübeck ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept erarbeitet. "Wir bauen auf die Erfahrungen, die wir bei vergleichbaren Aktionen der #AlarmstufeRot in Berlin oder Hamburg sammeln konnten", sagt Johannes Hamann. Während der gesamten Veranstaltung wird ein Hygiene-Beauftragter die Einhaltung von Abständen überwachen.

Mehr Informationen gibt es auf www.alarmstuferot-sh.de/

Nach neun Monaten Corona-Stilstand ist die Not in der Veranstaltungs- und Gastronomie-Wirtschaft groß. Foto: Archiv/JW

Nach neun Monaten Corona-Stilstand ist die Not in der Veranstaltungs- und Gastronomie-Wirtschaft groß. Foto: Archiv/JW


Text-Nummer: 142142   Autor: AlarmstufeRot   vom 08.12.2020 um 16.59 Uhr

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