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Mutmaßliche Polizeigewalt: GAL fordert Konsequenzen

Lübeck: Archiv - 10.12.2020, 10.56 Uhr: Am Sonntag, dem 6. Dezember, gab es in Lübeck eine Demonstration einer "Querdenken" nahestehenden Gruppe. Spontan soll sich eine kleine Gegendemonstration gebildet haben. Die Demonstrierenden sollen wohl von der Polizei aufgefordert worden sein, Abstand zu der "Querdenkern" zu halten, um deren Veranstaltung nicht durch Pfiffe und Rufe zu stören. Doch die Lage eskalierte, wie Videos die in sozialen Netzwerken kursieren, belegen sollen. Die Lübecker GAL fordert nun eine umgehende Aufklärung.

Eine Gruppe junger Leute wäre, inklusive Transparent mit dem satirischen Slogan "Wir impfen euch alle", bereits auf dem Rückzug gewesen, als einer der Jugendlichen seine Hand mit ausgestrecktem Mittelfinger erhoben haben soll. Davon soll sich offensichtlich einer der Polizisten angesprochen und provoziert gefühlt haben. Er sei dann von hinten auf die Gruppe zugestürmt und den Jugendlichen zu Boden gebracht haben. Anschließend soll der Beamte, so der Vorwurf, den Jugendlichen über einen längeren Moment mit dem Knie auf dem Kopf festgehalten haben. Eine junge Frau, die ihm zu Hilfe haben eilen wollen, sei von einem anderen Polizisten ebenfalls zu Boden geworfen und auf Abstand gebracht worden. Passanten hätten die Szene gefilmt und auf Twitter und Facebook veröffentlicht. Nur deshalb habe die Öffentlichkeit von diesem Vorfall erfahren, so die GAL.

"Wir kritisieren aufs schärfste die dort deutlich erkennbare Polizeigewalt. Diese ist kein Einzelfall, wird jedoch nur selten durch Videomaterial so deutlich. Dagegen begrüßen wir, dass vonseiten der Polizeiführung umgehend selbst strafrechtliche Schritte gegen den Polizisten eingeleitet wurden", so Antje Jansen, Bürgerschaftsmitglied der GAL.

"Wir fordern transparente Aufklärung des Sachverhalts und Konsequenzen für die gewalttätigen Polizisten, die nach den uns vorliegenden Informationen und Augenzeugenberichten eine Körperverletzung im Amt verübt haben und so das Ansehen der gesamten Lübecker Polizei und das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei schwer beschädigt haben", so Juleka Schulte-Ostermann, GAL Vorstandsmitglied, Dipl.-Kriminologin und Erziehungswissenschaftlerin.

"Die Forderung auf Landesebene nach einer unabhängigen wissenschaftlichen Untersuchung, ob Rassismus und Gewalt innerhalb der Polizei eine strukturelle Rolle einnehmen, unterstützen wir", so Antje Jansen. "Wenn rechtsgerichtete Demonstrationen durch Polizeischutz durchgeführt werden können und Gegendemonstrant von Polizei tätlich angegriffen werden, dann stimmt etwas gewaltig nicht."

Eines der Videos, das die Geschehnisse dokumentieren soll, sei mittlerweile allein auf Twitter mehr als 10.000-mal angesehen und rund 200-mal mit entsprechend noch größerer Reichweite auf Twitter und auch Facebook geteilt worden.

Antje Jansen, Bürgerschaftsmitglied der GAL, begrüßt dass die Polizeiführung umgehend strafrechtliche Schritte eingeleitet hat.

Antje Jansen, Bürgerschaftsmitglied der GAL, begrüßt dass die Polizeiführung umgehend strafrechtliche Schritte eingeleitet hat.


Text-Nummer: 142189   Autor: GAL Lübeck/Red.   vom 10.12.2020 um 10.56 Uhr

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