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ADFC: Runden Tisch bei Baustellen beteiligen

Lübeck: Archiv - 10.12.2020, 12.01 Uhr: Die Sperrung von Rad- und Gehweg an der Neuen Hafenstraße hat für viel Ärger unter Radfahrern gesorgt (wir berichteten). Der ADFC fordert jetzt, dass der "Runde Tisch Radverkehr" in Lübeck auch über solche Baustellen informiert wird. Rad- und Autoverkehr müssen das gleiche Gewicht bekommen.

Mehrere Entscheidungen und Maßnahmen in den letzten Wochen ließen Zweifel an der Fahrradfreundlichkeit der Hansestadt Lübeck aufkommen, so die diversen Interessenvertretungen aufseiten der Radfahrer. Die allgemeine Kritik teilt der ADFC-Kreisverband Lübeck, der eine Beschlussvorlage für den Runden Tisches Radverkehr verfasst hat und die Behandlung der Vorlage auf der nächsten Sitzung verlangt.

Die Beschlussvorlage sieht vor, dass der Runde Tisch Radverkehr Lübeck beschließen möge:

1. Bei allen Entscheidungen bezüglich des Straßenverkehrs (Planung neuer Infrastrukturen, Erneuerung von Bestandsstrukturen und Einrichtung von Baustellen) sollen die Belange des nicht motorisierten Verkehrs priorisiert zu gewichten sein, mindestens aber gleichwertig.

2. Man rüge die Sperrung des Gehweges und des südlichen Radweges der Neuen Hafenstraße im Zuge der dortigen Baustelleneinrichtung, weil die Belange des nichtmotorisierten Verkehrs nicht angemessen berücksichtig wurden

3. Alle radverkehrsrelevanten Planungen sind dem Runden Tisch vorzulegen, solange noch Veränderungen möglich sind. Relevanten Planungsunterlagen sind spätestens mit der Einladung zuzustellen.

Begründung:

In der letzten Novemberwoche wurden der Gehweg und der Radweg auf der Südseite der Neuen Hafenstraße aufgrund einer Baustelle für den Rad- und Fußgängerverkehr komplett gesperrt, für den Kraftfahrzeugverkehr sei aber lediglich der angrenzende Fahrstreifen gesperrt. Das sei so nicht hinnehmbar und entspreche auch nicht den Regelwerken, kritisiert der ADFC. Der Club schlägt vor, den schmalen Radweg auf der Nordseite der Neuen Hafenstraße für die Dauer der Bauarbeiten als Gehweg umzuwidmen; für den Radverkehr sollte ein Zweirichtungsnotweg am nördlichen Fahrbahnrand eingerichtet werden. Für den Kfz-Verkehr verbleibe ein überbreiter Fahrstreifen je Richtung.

Darüber hinaus sei gerade in jüngster Zeit auch eine weitere Einengung der Flächen für Fußgänger und Radfahrer zugunsten des Kfz-Verkehrs festzustellen. So würden die Flächen für Fußgänger und Radfahrer auf der neuen Bahnhofsbrücke kleiner. Die nutzbare Breite für den Kfz-Verkehr werde hingegen großzügig aufgestockt. Der Hinweis der Stadt, dass der Radverkehr in beiden Richtungen überwiegend auf der Südseite der Brücke verlaufe, treffe zwar zu. Angesichts der für einen Zweirichtungsradweg vollkommen ungenügenden Breite auf dieser Seite verbleibe aber zumindest ein sehr schaler Beigeschmack.

Ein weiteres Verbot für Radfahrer sei kürzlich auf der zurzeit einzigen Verbindungsrampe zwischen Possehlbrücke und südlichem Kanaluferweg angeordnet worden. Der Neubau sollte die Situation verbessern, tatsächlich sei er aber noch schlechter benutzbar als die alte Konstruktion. Die aktuelle Sperrung werde seitens der Baubehörde mit den Bauarbeiten am Wendeplatz der Charlottenstraße begründet. Obwohl die Arbeiten inzwischen abgeschlossen wäre, gelte das Benutzungsverbot für Radfahrende aber nach wie vor. Auch das sei nicht hinnehmbar, so der ADFC und betont, dass Radverkehr grundsätzlich priorisiert werden sollte.

Als Gründe dafür führt der Club auf:

1. Radfahren ist die kostengünstigste Mobilitätsform
2. Gehen und Radfahren senken das Krankheitsrisiko
3. Der motorisierte Personenverkehr setzt Luftschadstoffe (Stickoxide, Feinstaub) frei

Die Hansestadt Lübeck habe die große Chance, mit einer gezielten Förderung des Radverkehrs ihren Haushalt zu entlasten, viele Menschenleben zu retten, und dem Erreichen ihrer selbst gesetzten Klimaziele einen großen Schritt näherzukommen. Die wünschenswerte Zunahme der Fahrradnutzung werde aber nur dann erfolgen, wenn die Anlagen des Radverkehrs zügig dem Stand der Technik angepasst werden würden und man Benachteiligungen des Radverkehrs gegenüber anderen Verkehrsträgern konsequent beende.

Viele Entscheidungen der letzten Wochen werden vom ADFC scharf kritisiert.

Viele Entscheidungen der letzten Wochen werden vom ADFC scharf kritisiert.


Text-Nummer: 142191   Autor: ADFC/red.   vom 10.12.2020 um 12.01 Uhr

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