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Gedanken zum 3. Advent

Lübeck: Archiv - 12.12.2020, 10.41 Uhr: In ihren Gedanken zum 3. Advent geht Pastorin i.R. Ellen Naß auf das bekannte Kirchenlied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit“ ein. Der Text bietet ungewöhnliche Bilder: Wie macht man eine Tür hoch oder weiter?

Das bekannteste kirchliche Adventslied ist das Lied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit“. Es ist die Nummer 1 in unserem Gesangbuch, weil es sozusagen für die Adventszeit bestimmend ist.

Eigentlich finde ich das erstaunlich, denn das Lied enthält viele Bilder, die nur sehr schwer zu verstehen sind. Es würde den Umfang dieser Betrachtung sprengen, wenn ich alle diese Bilder erklären wollte.

Die 1. Liedzeile hat mich schon als Kind fasziniert, denn eine Tür, die nach oben - hoch – aufgeht, ist nur schwer zu öffnen. Natürlich kann man eine Tür nur einen Spalt weit öffnen oder ganz – aber man kann keine Tür in einem Gebäude breiter machen, als sie sowieso schon ist. Gleichgültig, welche Berühmtheit, welcher König Einzug halten soll, es gibt bestimmte physikalische Gesetze, und wenn man Mauern entfernt, um eine Tür zu verbreitern, dann besteht die Gefahr, dass das ganze Haus zusammenbricht.

Das Lied wurde 1623 von Georg Weissel gedichtet, um am 2. Advent die Einweihung der Altroßgärter Kirche in Ostpreußen zu feiern. Am 3. Advent desselben Jahres wurde er dort als Pastor eingeführt.

Er hat das Bild von dem geöffneten Tor und der weiten Tür dem 24. Psalm entnommen, dort ist wahrscheinlich von dem Tempel in Jerusalem die Rede. Zu einem Kirchenneubau passt es gut, da ist es ein Programm, dass Kirche, Gottesdienst, Glauben und die Fürsorge der Kirche nicht nur für einige wenige da sind oder einigen Auserwählten gelten, sondern dass man die Türen weit öffnen soll, weil alle eingeladen sind.

Es geht sogar die Erzählung um, dass der direkte Weg vom Armenhaus zu dieser Kirche durch das Grundstück eines Reichen versperrt war und dass Weissel durch das Singen dieses Liedes diesen dazu gebracht hat, den Weg zu öffnen – die Tore weit und auf zu machen – so dass auch die Bewohner des Armenhauses problemlos und ohne weite Umwege zu Fuß Gottesdienste besuchen konnten.

Außerdem fällt mir auf, dass dieses Lied 5 Jahre nach dem Beginn des 30-jährigen Krieges entstanden ist. Zwar weiß ich nicht, ob und wenn wie stark Ostpreußen zu diesem Zeitpunkt davon betroffen war, aber man wird davon gehört haben, wahrscheinlich auch Angst gehabt haben.

Trotzdem hat er dieses Lied gedichtet, und jedes einzelne der vielen Bilder erzählt von Hoffnung und Zuversicht. Gott wird kommen, der mächtige König, mit Leben, mit Heil, mit Barmherzigkeit. Gott wird alles beenden, was uns belastet, er wird barmherzig - nachsichtig – sein mit uns und unseren Fehlern.

Ländern und Städten, die diesen König anerkennen, wird es gut gehen, allen, die diesen König, diesen Befreier und Erlöser in ihre Herzen lassen, wird es gut gehen.

Immer wieder unterbrochen wird die Schilderung des kommenden Königs von Freude, Jubel und Lob dieses Herrschers. Wir sollen uns vorbereiten, unsere Herzenstür aufmachen, und diesen Gott mit Lobpreis empfangen.

Deshalb ist dieses Lied wahrscheinlich so beliebt. Es schildert Gottes Herrlichkeit, auf die wir in der Adventszeit warten. Es warten auf ihn – und werden ihn erleben, alle Menschen, keine/r ist ausgeschlossen, Arme und Reiche. Weihnachten feiern wir, dass in Jesus diese Erwartungen erfüllt wurden, damals schon und heute noch.

Das kann uns Trost geben in dieser schweren Coronazeit, unsere Advents- und Weihnachtszeit hell machen, auch wenn es schwierig wird: Wir dürfen wissen und darauf vertrauen, dass unser Gott kommt, um zu helfen, zu stützen, froh zu machen.

Pastorin i.R. Ellen Naß beschäftigt sich mit dem bekannten Kirchenlied zur Adventszeit.

Pastorin i.R. Ellen Naß beschäftigt sich mit dem bekannten Kirchenlied zur Adventszeit.


Text-Nummer: 142228   Autor: red.   vom 12.12.2020 um 10.41 Uhr

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