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Polizei, Tierheim und Stadt überführen Welpen-Händler

Lübeck - Kücknitz: Archiv - 14.12.2020, 13.57 Uhr: Am Sonntag, 13. Dezember 2020, konnten Polizei, Veterinäramt und das Tierheim Lübeck zwei Welpen-Händler durch einen Scheinkauf von im Internet angebotenen Hundewelpen bei der Übergabe der Tiere stellen. Drei Hundewelpen wurden durch das Veterinäramt beschlagnahmt.

Am Samstag hatte sich eine Mitarbeiterin des Lübecker Tierheims bei der Einsatzleitstelle der Polizei gemeldet und mitgeteilt, dass am Sonntag illegal eingeführte Hundewelpen nach Lübeck gebracht und dort für 3500 bis 5500 Euro pro Tier verkauft werden sollten. Sie war im Internet auf eine Anzeige aufmerksam geworden, die ihr nicht seriös erschien und wollte sich auf einen Scheinkauf einlassen, um die Täter zu überführen.

Durch Beamte der Leitstelle wurde Kontakt zum diensthabenden Amtstierarzt aufgenommen und ein gemeinsames Vorgehen abgesprochen. Der Kauf und die Übergabe der Tiere war für Sonntagnachmittag im Lübecker Stadtteil Kücknitz geplant.

Bei der Übergabe waren vier Streifenwagen eingesetzt, die das Veterinäramt der Hansestadt Lübeck im Rahmen der Amtshilfe unterstützten. Die Mitarbeiterin des Tierheims fungierte als Lockvogel. Es wurden zwei aus Krefeld stammende Männer festgestellt, die drei erst neun Wochen alte Miniatur-Bullterrier-Mix-Welpen in einem Auto bei sich hatten.

Gegen die 34- und 32-jährigen Männer wurde eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Hundeeinfuhr gefertigt. Außerdem wird das Vorliegen einer Straftat nach dem Gefahrhundegesetz geprüft.

Die zum Verkauf stehenden jungen Hunde wurden beschlagnahmt und in das Tierheim Lübeck gebracht. Dort kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun um die Tiere.

Hinweis der Stadtverwaltung:

Die Hansestadt Lübeck warnt eindringlich vor dem Kauf von Welpen, die nicht aus anerkannten Zuchten stammen.

Der illegale Welpenhandel ist nicht einfach zu erkennen und hat sich in letzter Zeit stark verändert. Die jungen Tiere werden nicht mehr günstig angeboten, die Anbieter geben sich als „Hundekenner“ aus und erfinden dabei erhebliche Lügengeschichten. Impfpapiere sind häufig gefälscht, Abstammungsnachweise selbst erstellt.

Viele der illegal gehandelten Tiere befinden sich in einem noch nicht abgabefähigen Alter, haben infektiöse Krankheiten, die nicht nur für andere Hunde, sondern – wie einige Darmparasiten - auch für Menschen ansteckend sein können. Bei den zuletzt in der Hansestadt Lübeck sichergestellten Welpen fielen neben den infektiösen Krankheiten auch erblich bedingte Krankheiten auf, die zum Teil aufwendige Operationen erforderlich machen beziehungsweise die Tiere ihr Leben lang begleiten. Außerdem zeigten sich bereits in jungem Alter Verhaltensauffälligkeiten wie gesteigerte Aggression, welche aufgrund der ungenügenden Sozialisation der Welpen auftreten.

Tipps für den Kauf eines Hundewelpen:

· Keinen Welpen erwerben, der nicht zuvor im Familienverband mit erkennbar zugehörigem Muttertier und Geschwistern zu sehen waren. Manchmal wird ein angebliches Muttertier gezeigt, dies hat dann aber erkennbar keine enge Beziehung zu dem mitgebrachten erwachsenen Hund.

· Man sollte sich neben dem Muttertier auch deren Impfpass/Heimtierausweis zeigen lassen, um festzustellen, ob eine regelmäßige Gesundheitsfürsorge stattgefunden hat.

· Ein Welpe darf erst in einem Alter von mindestens 8 Wochen abgegeben werden. Im Zweifelsfall sollte man sich tierärztlichen Rat zu Hilfe nehmen.

· Bei einem seriösen Züchter kann man sich die Welpen z.B. schon 2 Wochen vor der Mitnahme ansehen. Es muss im (gepflegten) Umfeld auch erkennbar sein, dass dort überhaupt Hunde gehalten werden.

· Keinesfalls sollte man sich sich– auch unter Corona-Bedingungen –auf Treffpunkte außerhalb des Haltungsumfeldes der Hunde einlassen.

Beim geringsten Zweifel sollte man lieber auf den Kauf verzichten!

Symbolbild.

Symbolbild.


Text-Nummer: 142259   Autor: PD Lübeck/Presseamt   vom 14.12.2020 um 13.57 Uhr

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