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Weihnachtssingen der Knabenkantorei auch 2020

Lübeck: Archiv - 21.12.2020, 10.12 Uhr: Es wäre das 72. traditionelle Weihnachtssingen der Lübecker Knabenkantorei (LKK) gewesen. Dass aus Konzerten in den Kirchen der Altstadt nichts werden konnte, ist klar. Ein großes Team ehrenamtlicher Helfer bastelte jedoch seit vielen Wochen an einer Alternative. Am gestrigen Sonntag hatte sie online Premiere.

Proben mit dem Chor waren nicht möglich. Einige Titel wurden aus einzeln aufgenommenen Stimmen zusammengesetzt. An anderen Stellen gab es klangliche Rückgriffe auf die Konzerte von 2019. Wieder anderes war „live“ möglich, weil einzelne Knabenstimmen zur kleinen Orgel in der Briefkapelle von St. Marien aufgenommen werden konnten.

Technisch auf unterschiedliche Weise zusammengesetzt, wurden die Titel in die Marienkirche „übertragen“. Immerhin führt der Chor den Titel „Lübecker Knabenkantorei an St. Marien“; auch wenn in den letzten Jahren wegen der ausgefallenen Heizung andere historische Kirchen als Auftrittsorte dienten.

Geboten wurden insgesamt 19 musikalische Beiträge. Nicht alles war gesungen. Marienorganist Johannes Unger spielte zwischendurch an der Kemper-Orgel von St. Marien: Bachs Orgelchoral „Nun komm' der Heiden Heiland“ oder eine Pastorale von Joseph Rheinberger. Die Jungen sangen bekannte Lieder nicht immer im gewohnten musikalischen Gewand.

Ungewohnte Klänge erfordern besondere Aufmerksamkeit. Zweimal wurde Keno Hankel als Komponist angegeben. Eins der Lieder hat der Dresdner Musiker sogar für die Lübecker Freunde geschrieben: „Lobt Gott, ihr Christen allegleich“. In seinen Satz zu „Macht hoch die Tür“ musste man sich womöglich erst einhören.

Dann wieder, altvertraut, ein inniges Marienlied, „Maria durch ein' Dornwald ging“, vorgetragen von einer Solostimme der Knaben. Zwischenansagen gab es von einzelnen Chormitgliedern, geschickt zusammengeschnitten und ineinander verzahnt.

Knabensolisten bestritten bei mehreren Beispielen aus der Briefkapelle den Gesang, während Marienkantor Karl Hänsel sie an der dort stationierten Orgel begleitete. Bei einigen Titeln (Vom Himmel hoch; Ich steh an deiner Krippen hier; O Jesulein zart) wechselten sich die klaren Stimmen versweise ab. Intonationsrein saßen die Spitzentöne der kleinen Sänger.

Auch Ulrich Schicha kam zweimal „zu Wort“. Unbegleitet sang eine Knabenstimme in der großen Kirche „Ihr Kinderlein kommet“. Ein Quartett aus den Männerstimmen trat hinzu. Natürlich wurden auch alte Meister wie Praetorius oder Eccard geehrt. Ein Hit aus England, John Jouberts „Torches“ ist bei den Lübeckern beliebt. Mit Orgelakkorden unterlegt, verfehlte er seine Wirkung nicht.

Als gegen Ende Johannes Unger an der großen Orgel Louis Viernes „Carillon“ spielte, kommentierte jemand im Live-Chat „Glorreiches Finale!“ Die LKK antwortete sofort schriftlich. Es kämen noch zwei Lieder, die in keinem Weihnachtssingen fehlen dürfen. Musikfreunde wussten, welche Choräle gemeint waren: „O du fröhliche“ und „Stille Nacht“. Zur stillen Nacht hat Karl Hänsel eine klanglich wunderschöne Zusatzstimme komponiert, die das „große Geheimnis“ der Weihnacht preist.

Aus dem Chat erfuhren die Lübecker Zuhörer, wie weit dieses Konzert im Live-Stream beachtet wurde. Da kam ein Dank aus dem US-Bundesstaat Virginia. Andere Freunde hatte via Skype Musikfans in Japan das Zuhören ermöglicht. Apropos Zuhören oder Nachhören. Das Weihnachtssingen ist weiterhin bei Youtube zu erleben: youtu.be/7qIhcNk_iV4

Die Knabenkantorei musste ihr Weihnachtssingen in diesem Jahr online präsentieren. Foto: Olaf Malzahn

Die Knabenkantorei musste ihr Weihnachtssingen in diesem Jahr online präsentieren. Foto: Olaf Malzahn


Text-Nummer: 142387   Autor: TD   vom 21.12.2020 um 10.12 Uhr

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