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Gedanken zum Heiligabend

Lübeck: Archiv - 24.12.2020, 11.09 Uhr: In ihren Gedanken zum Heiligabend geht Pastorin i.R. Ellen Naß auf die christliche Botschaft der Festtage ein. Die bleibt gleich, auch wenn in diesem Jahr alles anders ist.

Nun ist es endlich Weihnachten. Das lange Warten ist zu Ende. Bald können wir nichts mehr planen und einkaufen, denn die Geschäfte sind 3 ½ Tage geschlossen.

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Wir durften schon vorher vieles nicht einkaufen, wir dürfen praktisch keine Besuche bei Verwandten und Freunden machen, selbst Gottesdienste fallen in vielen Gemeinden aus, andere Gemeinden versuchen, draußen Gottesdienst zu feiern. Für mich wird es das erste Weihnachtsfest in meinem Leben ohne Gottesdienstbesuch sein. Ich weiß gar nicht, woran ich merken soll, dass Weihnachten ist.

Dabei gehört das, was mir in diesem Jahr fehlt, zu dem ursprünglichen Weihnachten gar nicht dazu. Wenn man die biblischen Berichte liest, dann ist es noch nicht einmal sicher, dass Jesus im Winter geboren wurde. Es wird nichts von Kälte und Schnee erzählt, nur dass es Nacht ist, als die Engel den Hirten erschienen. Tannenbäume, Weihnachtsmänner, Lebkuchen, Verwandtenbesuche, schönes Essen, der Termin am 24. Dezember, all das ist erst im Laufe der Jahrhunderte dazugekommen.

Selbst bei den heiligen 3 Königen ist nichts sicher. Dass es drei sind, schließt man aus den 3 erwähnten Geschenken, aber auch 2 oder 4 Besucher können 3 Geschenke bringen, und es waren keine Könige, sondern Sterndeuter. Vielleicht haben wir den Weihnachtsstern sogar in der letzten Woche sehen dürfen, eine seltene Konstellation zwischen Jupiter und Saturn.

In diesem anderen Weihnachtsfest ist es deshalb gut, einmal auf eines der Evangelien zu hören, das Krippe, Geburt, Hirten und Weise nicht erwähnt. Das Johannesevangelium weiß nichts von Stall, Engeln oder Hirten. Dort wird die Geburt Jesu völlig anders geschildert: Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. (Johannes 1,14a)

Dabei ist mit „Fleisch“ nicht der Weihnachtsbraten gemeint, sondern „Fleisch“ steht in der Bibel für Menschen und Tiere in ihrer Vergänglichkeit, mit all ihren Unzulänglichkeiten und Problemen. Es meint den unvollkommenen Menschen, der krank werden kann, Leid erleben kann, Sorgen und Kummer hat, der sterben kann.

Weihnachten feiern wir, dass Gottes ewiges Wort so zu uns gekommen ist, in Jesus. Es kam nicht in Stein gemeißelt oder als Buch, sondern als Mensch, der uns zeigte, wie Gott ist: liebevoll, anderen zugewandt, verletzlich, als Kind in der Krippe oder als Mensch am Kreuz.

Gerade darin besteht die Herrlichkeit Gottes. In Jesus sahen und sehen wir diese Herrlichkeit und Größe. Seine Herrlichkeit besteht darin, dass man sie erst auf den 2. und manchmal auch erst auf den 3. und 4. Blick sieht. Seine Herrlichkeit besteht nicht darin, uns eine goldene Zukunft zu versprechen, ohne alle Probleme und Schmerzen, sondern darin, dass Er bei uns ist in unserer Welt, wie sie denn ist. Mit dieser Herrlichkeit ist ein Stück Ewigkeit in unsere vergängliche und anfällige Welt gekommen.

Insofern ist ein solches Weihnachten wie in diesem Jahr einmal Anlass, nachzudenken, worauf es denn wirklich ankommt in unserem Glauben, bei unseren christlichen Festen.

Gott kommt zu uns in unsere Welt, das ist die Botschaft zu Weihnachten. Wie genau es denn vor sich gegangen ist, was das noch mit unserem Weihnachtsfest zu tun hat, das ist manchmal schwer zu sagen. Sicher aber ist: In Jesus kam Gott zu uns, auch in unsere Welt mit Corona, Kontaktbeschränkungen, Krankheit und Angst. In diesem Wissen können wir feiern, auch wenn anders als sonst, weil wir wissen: Gottes Herrlichkeit ist bei uns, in guten und in schweren Zeiten.

So wünsche ich Ihnen über alle Sorgen hinweg: Gesegnete und schöne Weihnachten.

Pastorin i.R. Ellen Naß gesegnete und schöne Weihnachten.

Pastorin i.R. Ellen Naß gesegnete und schöne Weihnachten.


Text-Nummer: 142440   Autor: red.   vom 24.12.2020 um 11.09 Uhr

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