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Senatorin Weiher geht von Bord

Lübeck: Archiv - 29.12.2020, 15.36 Uhr: Coronabedingt war es natürlich nur ein bescheidener Empfang am Dienstag, der Senatorin Kathrin Weiher anlässlich des Ausscheidens aus ihrem Amt als Kultursenatorin gegeben wurde. Besser als virtuell war es aber allemal, denn wer im Amt einer Senatorin der Hansestadt mehrere Jahre gedient hat, verdient bei seinem Ausscheiden die angemessene Würde. So gehört es sich nun einmal, unter Hanseaten.

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Senatorin Weiher war denn auch erfreut, als Bürgermeister Jan Lindenau noch einmal kurz die großen Projekte ihrer Amtszeit Revue passieren ließ. Das war mit viel anerkennenden Worten verbunden, für engagierten, unermüdlichen Einsatz, bei dem sie eigentlich immer ihre ganze Persönlichkeit in die Waagschale geworfen hat. Das liegt einfach an der Art, wie sie das politische Geschäft betreibt. Sie ist immer mit Herzblut dabei und setzt sich rückhaltlos für die Projekte ein, von denen sie überzeugt ist. Wer das Geschäft in dieser Weise betreibt, ist natürlich den Schattenseiten der Politik auch immer einmal wieder ausgeliefert. Wenn die Herzblutpolitikerin auf nüchtern kalkulierende Macher traf, ging es nicht immer gut aus für sie. Der politische Kredit, den sie manch einem gab, wurde zu ihrer persönlichen Enttäuschung nicht immer zurückgezahlt. Der Bürgermeisterwahlkampf hat ihr seinerzeit Schwung gegeben und sie hat leidenschaftlich um dieses Amt gekämpft. Die Zeit danach war nicht so schön, und die Art, wie sie fallengelassen wurde wird zwar als 'politische Normalität' bezeichnet, ist aber menschlich nicht so leicht wegzustecken.

Das alles wird deutlich, wenn man mit ihr spricht. Trotz allem hat sie aber mit der Hansestadt ihren Frieden gemacht. Sie hat ihr Amt gern ausgefüllt und ist jetzt erst einmal wieder von der See nach Bad Harzburg in die Berge gezogen. Der Wohnsitz in Travemünde bleibt natürlich erhalten, und man wird sie und ihren Mann dort bei schönem Wetter sicherlich oft auf der Promenade treffen.

Dann unterschrieb sie mit großen Schwüngen das Empfangsbekenntnis. Das braucht die Bürokratie um nachzuweisen, dass sie ordnungsgemäß in den Ruhestand versetzt wurde. Kurzes Staunen auch bei Jan Lindenau. Keiner der Anwesenden glaubte natürlich, dass der Ruhestand für Kathrin Weiher ein ernstzunehmendes Ansinnen ist. Aufgaben werden auf sie zukommen. Jemand mit ihrer administrativen Erfahrung wird im karitativen oder im Bereich von Stiftungen oder Aufsichtsräten bestimmt gefragt sein. Auch Ämter der unterschiedlichsten Art könnten auf sie zukommen. Man wird sehen, ob das an der See oder in den Mittelgebirgen sein wird. Auf alle Fälle ist Kathrin Weiher noch voller Tatendrang, auch wenn sie heute Ruhestands-Urkunde, Blumenstrauß und ein kleines Glas Sekt anlässlich ihres Abschieds aus dem Amt in den Händen hält.

Im Original-Ton hören Sie ein Interview von Balthasar Hümbs und Harald Denckmann mit Kathrin Weiher.

Stadtpräsident Klaus Puschaddel und Bürgermeister Jan Lindenau überreichten Kathrin Weiher die Entlassungsurkunde. Fotos: Harald Denckmann

Stadtpräsident Klaus Puschaddel und Bürgermeister Jan Lindenau überreichten Kathrin Weiher die Entlassungsurkunde. Fotos: Harald Denckmann


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 142490   Autor: Harald Denckmann   vom 29.12.2020 um 15.36 Uhr

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