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Kinderschutzbund SH fordert Entlastung für Schüler

Schleswig-Holstein: Archiv - 06.01.2021, 11.53 Uhr: In Zeiten der Pandemie wird deutlicher denn je, dass Schule nicht nur ein Lern-, sondern vor allem ein sozialer Lebensort ist. Daher fordert der Kinderschutzbund, dass Lernziele reduziert werden und der soziale Zusammenhalt in Schule gestärkt wird. Man brauche eine realistische Bestandsaufnahme und eine Konzentration auf die Kernkompetenzen so der Landesverband Schleswig-Holstein e. V.

Die Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes in Schleswig-Holstein, Irene Johns, erklärt: "Viele Kinder und Jugendliche leiden nun schon seit Monaten unter den Einschränkungen durch die Corona Pandemie. Wir haben gesehen, dass gerade Kinder, die einen besonderen Förderbedarf haben oder Kinder aus benachteiligten Familien seit dem Lockdown im März letzten Jahres massive Probleme haben und bis heute den Anschluss an Schule nicht wiederfinden konnten. Daher müssen alle Beteiligten über die bestehenden Strukturen hinaus gemeinsam nach neuen, auch digitalen Wegen suchen, um alle Schülerinnen und Schüler zu erreichen."

Lernen ohne verlässliche und gute soziale Beziehungen zu Lehrkräften sowie Mitschülerinnen und Mitschülern sei vor allem für jüngere Schülerinnen und Schüler eine kaum zu bewältigende Herausforderung. "Schule sollte alles dafür tun, um die sozialen Beziehungen aufrechtzuerhalten, die als Grundlage für kontinuierliche Lernprozesse notwendig sind – Lernen ist immer auch ein sozialer Prozess. Oberstes Ziel muss es sein, dass keine Schülerin und kein Schüler den Kontakt zur Schule verliert und der soziale Zusammenhalt gestärkt wird", mahnt Johns.

Da eine kurzfristige Verbesserung des Infektionsgeschehens nicht zu erwarten sei und viele Schülerinnen und Schüler die schulischen Defizite der letzten neun Monate noch nicht aufholen haben können, sollten die Lernziele den eingeschränkten Lernmöglichkeiten während der Pandemie angepasst werden.

"Wir brauchen jetzt eine realistische Bestandsaufnahme der Lernziele und müssen auf dieser Basis die Rahmenbedingungen für das schulische Lernen während der Pandemie neu setzen. Bei den Grundschülerinnen und Grundschülern heißt das, man konzentriert sich auf die Kernkompetenzen, damit sie die grundlegenden Kulturtechniken sicher erwerben. Für Schülerinnen und Schüler der anstehenden Abschlussprüfungen muss es einen vernünftigen Nachteilsausgleich geben. So können wir Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte von dem Druck entlasten, in der Pandemie-Zeit zu hochgesteckte Lernziele erreichen zu müssen und der Verschärfung sozialer Ungleichheit entgegenwirken", so Johns.

"Die in Aussicht gestellte Notbetreuung in Schule sollte in aktiver Weise wahrgenommen und auch seitens der Lehrkräfte den betroffenen Schülerinnen und Schülern direkt angeboten werden. Auf jeden Fall muss die Betreuung von Kindern gesichert sein. Es darf bei der Frage der Notbetreuung nicht ausschließlich um systemrelevante Jobs der Eltern gehen, sondern vor allem darum, was für das Wohl und die Entwicklung der Kinder notwendig ist", fordert Johns.

Viele Kinder und Jugendliche leiden nun schon seit Monaten unter den Einschränkungen durch die Corona Pandemie. Symbolbild: VG

Viele Kinder und Jugendliche leiden nun schon seit Monaten unter den Einschränkungen durch die Corona Pandemie. Symbolbild: VG


Text-Nummer: 142582   Autor: KSB SH   vom 06.01.2021 um 11.53 Uhr

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