Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Diabetes: Patienten wegen Corona unterversorgt

Schleswig-Holstein: Archiv - 13.01.2021, 11.48 Uhr: In Schleswig-Holstein hat der coronabedingte Rückgang von Arztbesuchen im abgelaufenen Jahr zu einer zeitweiligen Unterversorgung von Zuckerkranken geführt. Laut einer Sonderauswertung der DAK-Gesundheit in Schleswig-Holstein sind 2020 im Vergleich zum Vorjahr fast ein Sechstel weniger Patienten neu in ein strukturiertes Behandlungsprogramm für Diabetes mellitus gekommen. Die Angabe bezieht sich auf das zweite Quartal und somit auf die Zeit der ersten Corona-Welle.

Die Kasse sieht das Risiko einer zeitweiligen Unterversorgung der Zuckerkranken und befürchtet mittel- bis langfristig einen Anstieg schwerer Folgeerkrankungen in Schleswig-Holstein.

Die aktuelle Analyse der DAK-Daten zeigt: Im zweiten Quartal 2020 haben sich 16 Prozent weniger DAK-Versicherte bei ihrem Arzt in ein Behandlungsprogramm für Diabetiker einschreiben lassen als im Vergleichsquartal des Vorjahrs. Im dritten Quartal waren es sogar 25 Prozent weniger und für das vierte Quartal 2020 rechnet die Kasse erneut mit einem besonders deutlichen Minus.

"Der Rückgang bei den Einschreibungen ist besorgniserregend", erklärt Cord-Eric Lubinski, Leiter der DAK-Landesvertretung in Schleswig-Holstein. Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes reicht die normale Betreuung beim Arzt häufig nicht aus. Deshalb gibt es speziell strukturierte Behandlungsprogramme, sogenannte Disease Management Programme (DMP). "Wenn die Patienten beim DMP nicht mitmachen, weil sie aus Angst vor Corona nicht in die Praxen kommen, dann riskieren sie mittel- bis langfristig schwere Folgeerkrankungen. Wir befürchten für die Zukunft eine spürbare Zunahme an Fußamputationen", so Lubinski.

Fußamputationen sind extreme Spätfolgen einer Diabeteserkrankung. Bis es soweit kommt, gibt es diverse Möglichkeiten, den Erkrankungsprozess zu verzögern, zu stoppen oder ihn gegebenenfalls sogar umzukehren. "Grundsätzlich können viele Versäumnisse durch ein entsprechendes therapeutisches Engagement wieder ausgeglichen werden, aber dazu müssen sich die Patienten wieder zum Arzt traue", betont Lubinski. Die DAK-Gesundheit rät daher allen Diabetikern, auch während der Corona-Pandemie ihre Behandlung weiterzuführen.

In Deutschland sind aktuell mehr als sieben Millionen Menschen zuckerkrank. In Lübeck sollen insgesamt mehr als 16.000 Menschen mit Typ-2-Diabetes leben. Typ-2-Diabetes wird auch als Altersdiabetes bezeichnet und betrifft die Mehrheit der Patienten. Durch einen gesundheitsbewussten Lebensstil kann das Risiko für eine Erkrankung gesenkt werden.

Fußamputationen sind extreme Spätfolgen einer Diabeteserkrankung. Symbolbild.

Fußamputationen sind extreme Spätfolgen einer Diabeteserkrankung. Symbolbild.


Text-Nummer: 142697   Autor: DAK SH/Red.   vom 13.01.2021 um 11.48 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.