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Viel Kurzarbeit aber mehr Jobs mit Sozialversicherung

Lübeck: Archiv - 15.01.2021, 10.28 Uhr: Die Agentur für Arbeit zog am Freitag eine Bilanz für das Jahr 2020. Überraschend ist trotz der Krise die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze gestiegen. Allerdings waren in Lübeck 34.013 Beschäftigte in Kurzarbeit.

Sozialversicherungspflichgtige Beschäftigte

In der Hansestadt Lübeck stieg das fünfzehnte Jahr in Folge die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf 100.231 Frauen und Männer an. Das waren 1.178 oder 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine Zunahme verzeichneten Wirtschaftszweigen wie zum Beispiel das verarbeitende Gewerbe (+302), Erziehung und Unterricht (+201), öffentliche Verwaltung (+174), sonstige wirtschaftlichen Dienstleistungen (+106) oder Information und Kommunikation (+74). Einen besonders auffälligen Anstieg (+1.412) gab es beim Wirtschaftszweig Heime- und Sozialwesen.

Da es im Bereich Immobilien, freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienstleistungen letztes Jahr (-1.362) sowie dieses Jahr (-206) einen ebenso auffälligen Rückgang gab und auch beim Gesundheitswesen die Zahl der Beschäftigten untypisch (-689) zurückging, wird es sich um eine Verlagerung des Beschäftigungsschwerpunktes handeln. Einen weiteren Rückgang verzeichneten das Gastgewerbe (-196), der Handel (-99) sowie die Arbeitnehmerüberlassung (-35).

Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist ebenso wie im Bund (-6,8 Prozent) und Land (‑7,3 Prozent) in nahezu allen Wirtschaftsbereichen zurückgegangen. In der Hansestadt Lübeck lag die Zahl der geringfügig Beschäftigten bei 18.746 und ging damit um 8,4 Prozent zum Vorjahr zurück.

Kurzarbeit

In der Hansestadt Lübeck sind vom 1. März bis 28. Dezember 2020 3.045 Anzeigen zur Kurzarbeit für 34.013 Beschäftigte eingegangen. Die meisten Anzeigen gingen mit 1.722 für 17.675 Personen im April ein. Tatsächlich verkürzt gearbeitet haben im April 2020 13.913 Personen. Der Anteil der Kurzarbeitenden an der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ergibt im April 2020 eine Kurzarbeiterquote von 13,8 Prozent, die im Juni auf 8,2 Prozent fiel. Im Jahresdurchschnitt 2019 lag diese bei 0,1 Prozent. Davor wurde der höchste Wert mit 2,2 Prozent im Mai 2009 verzeichnet.

Im Durchschnitt betrug der Arbeitsausfall im April 47,4 Prozent, so dass sich eine Entlastung von 6.598 gesicherten Arbeitsplätzen und verhinderter Arbeitslosigkeit errechnet.

Arbeitslose

In der Hansestadt stieg im Jahresdurchschnitt die Zahl der Frauen (+12,6 Prozent) stärker an als die der Männer (+11,5 Prozent). Damit stieg auch der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen auf 42,8 Prozent an. Insgesamt waren 4.021 Frauen (1.245 SGB III, 2.776 SGB II) und 5.383 Männer (1.763 SGB III, 3.621 SGB II) im Jahresdurchschnitt arbeitslos.

Ein überproportionaler Anstieg wurde bei Jüngeren unter 25 Jahren verzeichnet. Im Jahresdurchschnitt waren 922 Jüngere (369 SGB III, 553 SGB II) arbeitslos gemeldet, 20,9 Prozent mehr als 2019. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen lag bei 9,8 Prozent.

Mit 17,9 Prozent waren bei Älteren insbesondere die über 55-Jährigen von einer deutlich steigenden Arbeitslosigkeit betroffen. Insgesamt waren in der Hansestadt Lübeck 2.879 (1.011 SGB III, 1.868 SGB II) der Arbeitslosen älter als 50 Jahre, 10,9 Prozent mehr als 2019. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen lag bei 30,6 Prozent und war damit niedriger als in Schleswig-Holstein mit 33,3 Prozent.

3.131 Arbeitnehmende waren ein Jahr und länger arbeitslos (+8,7 Prozent). Ihr Anteil an allen Arbeitslosen lag bei 33,3 Prozent. Er blieb damit höher als in Schleswig-Holstein mit 30,6 Prozent. Bei der Arbeitsagentur waren 7,7 Prozent aller Arbeitslosen Langzeitarbeitslose (232) und beim Jobcenter 45,3 Prozent (2.899).

Bei Arbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung wurde ebenfalls ein Anstieg verzeichnet. Im Jahresdurchschnitt waren im Jobcenter Lübeck 4.429 Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung gemeldet. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen von 69,3 Prozent war nahezu doppelt so hoch wie in der Arbeitsagentur mit 35,7 Prozent. Hier hatten 1.075 Frauen und Männer keinen Berufsabschluss.

Dass sich ein Abschluss auch finanziell lohnt, belegen Untersuchungen des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit). Ausgebildete Fachkräfte verdienen mehr als Beschäftigte ohne Ausbildung. Über das ganze Erwerbsleben hinweg summiert sich der Unterschied auf rund 330.000 Euro. Unterstellt man eine ununterbrochene Beschäftigung, verdienen Helferinnen und Helfer im Laufe ihres Erwerbslebens im Durchschnitt 1,13 Millionen Euro brutto. Das durchschnittliche Brutto-Lebensentgelt von Fachkräften liegt bei 1,46 Millionen Euro und das von Spezialisten (z.B. Meister oder Techniker) bei 2,04 Millionen Euro.

Arbeitslose mit ausländischer Staatsangehörigkeit waren stärker als der Durchschnitt von Arbeitslosigkeit betroffen. Im Jahresdurchschnitt waren in Lübeck 2.315 Ausländer arbeitslos gemeldet, 16,6 Prozent mehr als 2019. 495 der ausländischen Arbeitslosen wurden von der Arbeitsagentur und 1.820 vom Jobcenter Lübeck betreut. Die größte Gruppe stellen mit 19,8 Prozent syrische Staatsangehörige, gefolgt von Türken mit 16,7 Prozent und Irakern mit 9,3 Prozent. Unter den Arbeitslosen sind auch Personen enthalten, die schon lange in Deutschland leben. Der Anteil der Arbeitslosen im Kontext von Fluchtmigration lag bei 36,9 Prozent.

Die Agentur für Arbeit stellte am Freitag ihre Bilanz vor 2020 vor.

Die Agentur für Arbeit stellte am Freitag ihre Bilanz vor 2020 vor.


Text-Nummer: 142735   Autor: Agentur für Arbeit/red.   vom 15.01.2021 um 10.28 Uhr

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