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Vor 25 Jahren brannte die Hafenstraße - Neues Verfahren?

Lübeck: Archiv - 18.01.2021, 12.39 Uhr: Der NDR brachte am Sonntagabend im Schleswig-Holstein Magazin eine Reportage: Vor 25 Jahren, am 18. Januar 1996, brannte das Asylbewerberheim in der Hafenstraße. Zehn Menschen fanden den Tod. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Eine Initiative strebt neue Untersuchungen an.

Im Gebäude Hafenstraße 52 lebten damals etwa 50 Personen, Familien aus verschiedenen Ländern. Im Erdgeschoss des Gebäudes waren die Gemeinschaftsräume und das Büro der Diakonie untergebracht, die das Heim und seine Bewohner betreute. In zwei Obergeschossen sowie im Dachgeschoss lebten die Familien der Geflüchteten.

In den frühen Morgenstunden des 18. Januar, kurz nach 3 Uhr gingen die Hilferufe ein. Wenige Minuten später waren Feuerwehren vor Ort. Unter den Toten waren Kinder und Jugendliche. Viele weitere Personen wurden verletzt. Bürgermeister Michael Bouteiller sprach mit Tränen in den Augen zu den Journalisten. Der Fall erregte nicht nur in deutschen Medien Aufmerksamkeit.

Bis heute sind die Ursachen, sind eventuelle Täter unbekannt. Ein Verdächtiger, 21 Jahre alt, wurde angeklagt, jedoch in zwei Instanzen freigesprochen. Es gab Hinweise auf Rechtsradikale aus Mecklenburg. Die konnten für die entsprechende Zeit ein Alibi nachweisen. Die Spur wurde nicht weiter verfolgt.

Eine „Initiative Hafenstraße 96“ will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Sprecherin Jana Schneider betonte, die Prozesse seien seinerzeit voller Widersprüche gewesen. Ihre Gruppe strebt beim Schleswig-Holsteinischen Landtag die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses an.

Auch der bekannte Jurist Wolfgang Neskovic hält diesen Schritt für möglich. „Die Gerechtigkeitswunde muss geschlossen werden“, sagte er im NDR. „Die offene Wunde schreit“, ergänzte Abdulla Mehmud aus persönlicher Betroffenheit.

Ganz still ist es um den Brand in der Hafenstraße nie geworden. Jedes Jahr demonstrierten Lübecker zum Jahrestag der Brandkatastrophe.

So wie hier vor zwei Jahren wird regelmäßig eine erneute Untersuchung der Brandkatastrophe gefordert. Foto: TD/Archiv

So wie hier vor zwei Jahren wird regelmäßig eine erneute Untersuchung der Brandkatastrophe gefordert. Foto: TD/Archiv


Text-Nummer: 142783   Autor: TV   vom 18.01.2021 um 12.39 Uhr

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