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Umfrage zum Distanzlernen: Ergebnisse liegen vor

Schleswig-Holstein: Archiv - 19.01.2021, 09.54 Uhr: Der Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen (LEB GemS SH) hat in einer umfangreichen Umfrage (wir berichteten) den Stand der Lernmanagementsysteme (LMS) abgefragt. Die Ergebnisse liegen jetzt vor. Etwa 7.000 Eltern aller Schulformen haben sich beteiligt. Es scheint als habe sich die Gesamtsituation leicht verbessert, so der Beirat, der weiterhin noch erheblichen Handlungsbedarf sieht.

Thorsten Muschinski, vom Landesbeirat zu den Ergebnissen:

(")In der Umfrage wurden tagesaktuelle Zustände abgefragt, aber die Daten ließen auch einen Wochenüberblick zu. Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass es zu Beginn der Woche in allen Systemen massive Probleme gab, die ein Homeschooling zeitweise oder gänzlich unmöglich machten, jedoch verbesserte sich die Situation im Laufe der Woche ein wenig. Die größten Probleme hatte der Anbieter IServ, der jedoch in SH mit Abstand am weitesten verbreitet ist. Hier kam es teils über Stunden zu Komplettausfällen der Systeme, insbesondere bei direkt von IServ gehosteten.

Bild ergänzt TextDer "Wildwuchs" an unterschiedlichen Systemen verkompliziert die Situation. Grafik: LEB GemS SH

Im Bezug auf itslearning möchten wir unsere bisherigen Aussagen zurücknehmen, denn die Umfrage hat deutlich gezeigt, dass es relativ stabil gearbeitet hat. Lediglich im Bereich der Videokonferenzen (VK) gab es ebenfalls teils stärkere Einschränkungen. Insgesamt ist es jedoch erschreckend, dass für circa 1.000 Schüler ein Arbeiten mit den Lernmanagementsystemen (LMS) kaum möglich war und knapp 400 nicht einmal ein LMS zur Verfügung steht.

Ein großes Hindernis ist zudem, dass an vielen Stellen in den LMS noch keine qualifizierten Materialien zur Verfügung stehen. Ein eingescanntes Arbeitsblatt, welches ausgedruckt, bearbeitet, wieder eingescannt und per LMS versandt wird, erfüllt keinesfalls die Erwartungen von Unterricht. Des Weiteren besteht weiterhin ein großer Bedarf an qualifizierten Fortbildungsmöglichkeiten, wenngleich das MBWK gemeinsam mit dem IQSH sehr viel geleistet hat. Die fortwährenden Probleme, die auch in nächster Zukunft nicht vollständig ausgeräumt sein werden, zeigen sehr deutlich, dass der Fokus ebenfalls auf Alternativen gelegt werden muss. Die Zahl derer, denen bei Systemausfällen keine Alternativen angeboten werden konnte, ist bei weitem zu hoch und nicht akzeptabel.

Insbesondere während der aktuellen Bedingungen ist es notwendig, dass flächendeckend funktionierende VK-Lösungen angeboten, beziehungsweise der Zugang zu solchen ermöglicht wird. Die SuS benötigen den direkten Bezug und Kontakt zur Lehrkraft, ein rein selbstständiges Abarbeiten von gestellten Aufgaben ist keinesfalls ausreichend. Die unfassbar hohe Zahl von über 2.000 Schülern an einer Videokonferenz faktisch nicht oder kaum teilnehmen konnten ist erschreckend. Hier sehen wir insbesondere die Landesregierung in der Pflicht bewährte Lösungen zur Nutzung freizugeben und den Datenschutz wohlwollend zu betrachten. Den aktuellen Vorstoß, den Dienst Zoom freigeben zu wollen, begrüßen wir außerordentlich und sehen dies auch als Erfolg des LEB, der vielfach den Anstoß dazu gegeben hat.

Bild ergänzt TextViele Schüler nutzen zum Lernen ihr Handy. Grafik: LEB GemS SH

In dem Gesamtkonzept der digitalen Beschulung nehmen die Endgeräte einen wichtigen Platz ein. Umso mehr erschüttert die Zahl von 2600 Schülern aus unserer Umfrage, die ihr Handy als Endgerät nutzen. Geräte dieser Art sind keinesfalls ausreichend, um ein adäquates Homeschooling zu gewährleisten. Hierfür bedarf es Endgeräte mit einem ausreichend großen Display, entsprechender Leistung und einer physischen Tastatur. Insgesamt bleibt festzustellen, dass wir im 10. Monat der Pandemie zwar einige Erfolge vorzuweisen haben, diese aber bei weitem nicht ausreichend sind und es schlicht zu lange dauert.

Wir sehen, dass alle Beteiligten mit Hochdruck an Lösungen arbeiten, aber wie das Ergebnis der Umfrage zeigt, reicht dies noch nicht. Die Aussage der Landesregierung, dass es am Geld nicht scheitert, sagt uns, dass an anderen Stellen noch Optimierungs- oder Erweiterungsbedarf gibt. Es muss JETZT gehandelt werden, die Zeit läuft und läuft und läuft.(")

Ein komplettes Fazit zu den Ergebnissen mit allen Grafiken gibt es auf leb-gems-sh.de/corona/

Die Zahl der positiven Antworten ist laut Landeselternbeirat erfreulich hoch. Grafiken: LEB GemS SH

Die Zahl der positiven Antworten ist laut Landeselternbeirat erfreulich hoch. Grafiken: LEB GemS SH


Text-Nummer: 142798   Autor: LEB GemS SH   vom 19.01.2021 um 09.54 Uhr

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