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Flüchtlingsheim abgeriegelt

Lübeck - Travemünde: Archiv - 27.01.2021, 15.10 Uhr: Seit Samstagmorgen besteht für das Flüchtlingsheim in Travemünde Quarantäne. Eingehalten wurde die kaum. Inzwischen ist die Polizei mit drei Streifenwagen im Einsatz. Die Beamten sollen weitere Quarantäne-Verstöße verhindern.

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Die Stimmung ist schlecht in der Umgebung des Heims. Ob den Bewohnern die Quarantäne nicht bekannt ist, bleibt unklar. Die Stadtverwaltung sagt, sie seien "in verschiedenen Sprachen" über die Regelungen informiert worden.

Anwohner berichten dagegen, dass zum Beispiel bei der Ausgabe der Tafel mehrere Bewohner in der Warteschlange standen. Sie wurden zurück geschickt. Das Heim wird inzwischen von der Tafel beliefert. Am Dienstagabend meldete eine Zugbegleiterin dann zwei Personen im Zug aus Travemünde, die ohne Fahrschein unterwegs waren und sich nicht ausweisen wollten. Es stellte sich heraus, dass es Bewohner des Heims waren, die trotz Quarantäne unterwegs waren. Sie wurden vom Rettungsdienst zurück in die Unterkunft gefahren. Ein Mitarbeiter der Bahn, der nicht genannt werden möchte, berichtet, dass es nicht zum ersten mal der Fall war. Die Bahn hatte den Zugverkehr nach Travemünde nach dem Vorfall ausgesetzt.

"Um die Einhaltung der Quarantäne sicher zu stellen, wird der Zugang zur Einrichtung kontrolliert", teilte die Stadtverwaltung am Wochenende mit. Eine erneute Anfrage von Dienstagabend an die Stadtverwaltung blieb bisher unbeantwortet.

Die Polizei bestätigt, dass sie die Stadt bei der Einhaltung der Quarantäne inzwischen unterstützt. Aktuell werde überlegt, ob dort eine mobile Wache aufgestellt werden kann.

Stellungnahme der Stadtverwaltung vom 27. Januar 2021, 20.40 Uhr:

(")Nachdem in einer Lübecker Gemeinschaftsunterkunft Personen positiv auf COVID-19 getestet wurden, hat das Gesundheitsamt Lübeck zur Klärung der Infektionslage umfangreiche Testungen aller Bewohnenden und Mitarbeitenden veranlasst sowie die gesamte Einrichtung vorübergehend unter Quarantäne gestellt. Inzwischen liegen die meisten Ergebnisse vor: Rund 25 Prozent der 180 Bewohnenden sind an COVID-19 erkrankt. Aufgrund der Testergebnisse und der damit geklärten Infektionslage kann das Gesundheitsamt für einige Wohnbereiche die Quarantäne heute, 27. Januar 2021, wieder aufheben. Die negativ getesteten Personen dieser Bereiche dürfen die Einrichtung ohne Einschränkungen wieder verlassen.

Alle positiv gemeldeten Fälle sind und werden tagesaktuell in der Statistik erfasst. Es ist möglich, dass die Anzahl der positiven Fälle insgesamt noch ansteigt, da bislang negativ getestete Personen innerhalb der Quarantäne symptomatisch werden können.

Mehrmals in den vergangenen Tagen waren Mitarbeitende des Gesundheitsamtes gemeinsam mit Dolmetschern sowie Vertreter der betreuenden Organisationen vor Ort, um die Bewohnenden umfangreich über die aktuelle Situation, die Hygienemaßnahmen und Kontaktbeschränkungen sowie die geltenden Quarantäneregeln zu informieren. Die gemeinsame Aktion zur Aufklärung stieß auf vielfach positive Resonanz: Im Dialog wurde deutlich, dass der weitaus überwiegende Teil der Bewohnenden die Informationen gern annimmt und zur eigenen als auch zur Sicherheit aller bereit ist, die Quarantäneregeln zu akzeptieren.

Einige Personen haben dennoch das Gelände verlassen. Auch deswegen hat sich die Hansestadt Lübeck entschieden, die Kontrolle der Zugänge zu den Wohnhäusern zu verstärken. Die Polizeidirektion Lübeck unterstützt die Maßnahmen der Hansestadt Lübeck im Rahmen der Amtshilfe. Dieses gilt zum Beispiel für die Feststellung von Verstößen oder weiterführender Maßnahmen des Gesundheitsamtes. Für die Dauer der Maßnahmen wird die Polizei vor Ort präsent sein.(")

Drei Streifenwagen der Polizei überwachen inzwischen die Quarantäne. Fotos: Helge Normann

Drei Streifenwagen der Polizei überwachen inzwischen die Quarantäne. Fotos: Helge Normann


Text-Nummer: 142956   Autor: VG   vom 27.01.2021 um 15.10 Uhr

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