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Pandemie-Plan für die Schulen angepasst

Schleswig-Holstein: Archiv - 28.01.2021, 15.15 Uhr: Bildungsministerin Karin Prien hat die Schulen im Land über die Weiterentwicklung des Corona-Reaktionsplanes informiert. So wird es Sonderregelungen für das Abitur geben. Bei anderen Schulabschlüssen können die Noten angehoben werden, wenn die Durchschnittsnotr sinkt.

Der weiterentwickelte Corona-Reaktionsplan beschreibe nun den Weg zurück zum Präsenzunterricht für so viele Schülerinnen und Schüler wie möglich. Er tritt zum 15. Februar 2021 in Kraft. Der Corona-Reaktionsplan beschreibt die stufenweisen Schritte zur Rückkehr zum Präsenzunterricht in Anlehnung an den vorgeschlagenen Perspektivplan und verknüpfe die Inzidenzwerte für das gesamte Land und die Dynamik des Infektionsgeschehens. Über die Stufen werde mit wissenschaftlicher Beratung entschieden und die Entscheidung über das Inkrafttreten einer Stufe des Corona-Reaktionsplans werde eine Woche vor deren Inkrafttreten durch das Bildungsministerium bekanntgegeben.

Bildungsministerin Prien erklärt dies am Beispiel der Jahrgangsstufen 1 bis 6: „Wenn wir bis zum Stichtag am 8. Februar sieben Tage eine landesweite Inzidenz von unter 100 hatten, die zudem einen klaren Trend nach unten zeigt, dann gehen die Klassenstufen 1 bis 6 ab dem 15. Februar in den Wechselunterricht. Sollte die Inzidenz vor dem 8. Februar bereits seit 21 Tagen deutlich unter 100 mit einem klaren Trend nach unten weisen, dann gibt es ab dem 15. Februar Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler von Jahrgangsstufe 1 bis 6“, so Karin Prien. Die 7-Tage-Inzidenz von 50 stelle eine wichtige Zäsur dar: Werde dieser Wert unterschritten, sei wieder Präsenzunterricht im Corona-Regelbetrieb unter Beachtung der Hygieneregeln in allen Jahrgangsstufen vorgesehen – wenn auch in den Jahrgangsstufen 7 bis 13 (soweit es sich nicht um Abschlussklassen handelt) zunächst noch als Wechselunterricht. Auch wenn es bei höheren Inzidenzen Einschränkungen im Präsenzunterricht gebe, werde es in jedem Fall für die Abschlussklassen Präsenzangebote geben, würden die Prüfungen in Präsenz durchgeführt und Präsenzmöglichkeiten (Lernräume) für einzelne Schülerinnen und Schüler eingerichtet, sofern dies aus Sicht des Kindeswohls erforderlich sei.

Auch über die Anpassungen bei den Abschlussprüfungen zum Ersten Allgemein bildenden Schulabschluss (ESA), zum Mittleren Schulabschluss (MSA) und zum Abitur informierte Prien die Schulen. Die KMK habe in der vergangenen Woche einen Rahmen für die Abschlussprüfungen 2021 verabredet. Karin Prien: „Wir wollen die Schülerinnen und Schüler in dieser besonderen Lernsituation gut durch die Prüfungen bringen und die geltenden Standards wahren. Für die Abiturprüfungen nutzen wir in Schleswig-Holstein den Maßnahmenkatalog, der in der KMK beschlossen worden ist.“

Karin Prien macht den Schülerinnen, Schülern und ihren Eltern Mut: „Egal, welchen Schulabschluss ein junger Mensch anstrebt – er verdient die Wertschätzung und Anerkennung, den Prüfungserfolg durch eine eigene Leistung zu erbringen“. Die Schülerinnen und Schüler seien durch die bisherige Schulzeit gut auf den Schulabschluss vorbereitet und könnten zuversichtlich in die Prüfungen gehen. „Schleswig-Holstein hält im Gegensatz zu anderen Ländern wie Hamburg, Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern an den Prüfungen für den ESA fest. Die beschriebenen Maßnahmen machen das möglich. Das können wir und das hat auch im vergangenen Jahr gut funktioniert“, so die Ministerin.

Für den ESA und den MSA sollen die Schülerinnen und Schüler ab dem 1. März eine intensive und gezielte Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungsfächer bekommen. Außerdem reduziere man die Anzahl der schriftlichen Prüfungen, verlängere die Bearbeitungszeit und ermögliche auf Wunsch eine weitere mündliche Prüfung, durch die ausschließlich eine Verbesserung erreicht werden kann. „Sollten die Prüfungsergebnisse aller Schülerinnen und Schüler in einem Prüfungsfach deutlich nach unten vom Durchschnitt der letzten drei Vor-Pandemie-Jahre abweichen, kann zudem eine Anpassung der Noten vorgenommen werden“, so Karin Prien.

Auch für die Abiturientinnen und Abiturienten sei zusätzliche Unterstützung vorgesehen. Dazu gehöre beispielsweise eine gezielte Vorbereitungszeit auf die Prüfungen. Die Auswahlmöglichkeit der Aufgaben werde vergrößert, und eine Verlängerung der Bearbeitungszeit in den Prüfungen sei geplant. Prien ergänzt: „Aber wir dürfen auch jene nicht aus dem Blick verlieren, die durch die Pandemie unter hohen psychischen Belastungen leiden. Für diese Schülerinnen und Schüler werden wir ein freiwilliges Wiederholen im Einzelfall und nach Beratung für alle Jahrgänge ermöglichen. Das Corona-Wiederholungsjahr wird nicht mitgezählt, es hat also keine Auswirkungen auf die Höchst-Verweildauer insbesondere in der Oberstufe. Ministerin Prien: „Damit geben wir den Schulen und den Schülerinnen und Schülern schon jetzt ein hohes Maß an Klarheit. Wir bewegen uns im Bereich des Maßnahmenkataloges, den die KMK beschlossen hat und der auch von anderen Bundesländern genutzt wird.“

Informationen zu den Abschlussprüfungen im Einzelnen:

Abiturprüfungen 2021

- Die Frist für die Anmeldung zum Abitur wird um rund 7 Wochen auf den 19. März 2021 verschoben, damit Schülerinnen und Schüler zusätzliche Sicherheit für ihre Entscheidung gewinnen können, ob sie sich genügend auf die Prüfung vorbereitet fühlen.

- Bis unmittelbar vor der Meldung zum Abitur ist ein freiwilliger Rücktritt ohne Anrechnung auf die Höchstverweildauer in der Oberstufe möglich. Melden sich Schülerinnen und Schüler im Einzelfall nach verpflichtender Beratung nicht zur Prüfung an, wechseln sie in den Abiturjahrgang 2021/22. Die Noten aus Q1 bleiben erhalten, die Noten für Q 2 müssen neu erworben werden.

- Im Einzelfall können Schülerinnen und Schüler nach vorheriger Beratung durch ihre Lehrkräfte und die Oberstufenleitung entscheiden, ob sie ihre schriftliche Abiturprüfung in einzelnen (oder auch allen) Fächern am Nachschreibtermin statt am Haupttermin ablegen.

- Die Sprechprüfungen als Prüfungsteil im schriftlichen Abitur in Englisch werden durch eine Anerkennungslösung ersetzt, um sich in der Prüfungsvorbereitung stärker auf die schriftlichen Profilfachprüfungen konzentrieren zu können. Anstelle der Sprechprüfung wird die Note der als Leistungsnachweis in der Qualifikationsphase durchgeführten Sprechprüfung übernommen („Probeabitur“).

- In den schriftlichen zentralen Prüfungsfächern erhalten die Schülerinnen und Schüler eine erhöhte Auswahlmöglichkeit unter den zu bearbeitenden Aufgaben:
* Im Fach Deutsch erhalten die Schülerinnen und Schüler 4 Aufgaben statt 3 Aufgaben (es entfällt die Vorauswahl durch die Lehrkräfte);
* in den modernen Fremdsprachen erhalten die Prüflinge im Prüfungsteil Schreiben 4 Aufgaben statt 2 Aufgaben (es entfällt die Vorauswahl durch die Lehrkräfte);
* im Fach Latein wählen die Schülerinnen und Schüler zwischen 2 Klausuren;
* im Fach Mathematik wird eine zusätzliche Wahlmöglichkeit im hilfsmittelfreien Teil eingeführt. Die Prüflinge erhalten 10 statt bislang 8 Aufgaben, von denen sie 8 auswählen, die sie bearbeiten. Bei den komplexen Aufgabenstellungen bleibt es bei den bisherigen Auswahlmöglichkeiten (die Lehrkräfte wählen eine von beiden Analysisaufgaben für die Bearbeitung aus, die Schülerinnen und Schüler wählen zwischen einer Geometrie- und einer Stochastikaufgabe). Eine Anpassung der Prüfungsinhalte wurde bereits im Juni 2020 vorgenommen.

- Die Arbeitszeit in den zentral geprüften schriftlichen Fächern wird um 30 Minuten erhöht.

- Schleswig-Holstein wird sich in der KMK abstimmen zu der Frage möglicher Notenanpassungen im schriftlichen Abitur bei im Vergleich zu den Vor-Pandemie-Jahren deutlich nach unten abweichenden Durchschnittsergebnissen.

- Praktische Prüfung im Fach Sport: Da praktischer Sportunterricht gegenwärtig und auch weiterhin noch nicht bzw. nur eingeschränkt möglich ist, werden die Wahlmöglichkeiten der Prüflinge angepasst, damit alle Schülerinnen und Schüler der Sportprofile eine faire Chance bekommen, ihre Prüfung ohne Nachteile abzuschließen: Die laut Fachanforderungen regulär vorgesehenen Praxisprüfungen in zwei im Unterricht behandelten Sportarten können wahlweise (1.) in zwei Individualsportarten, (2.) einer Individualsportart und einem Rückschlagspiel oder (3.) einer Individualsportart und einer Mannschaftssportart abgelegt werden. Bei der Entscheidung für die 3. Möglichkeit wird über eine Anerkennungslösung das gerundete Ergebnis der Leistungsbewertungen in der Mannschaftssportart aus der Qualifikationsphase eingebracht.

Abschlussprüfungen zum ESA und zum MSA

- In den schriftlichen zentralen Prüfungsfächern Deutsch, Mathematik und Englisch resp. Herkunftssprache wählen die Schülerinnen und Schüler zwei von drei Fächern, in denen sie an der schriftlichen Prüfung teilnehmen. In dem Fach, in dem keine Prüfung abgelegt wird, geht die Jahresnote in das Abschlusszeugnis ein.

- In dem dritten Prüfungsfach, in dem keine Teilnahme an der schriftlichen Prüfung erfolgt ist, erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, auf Antrag eine mündliche Prüfung abzulegen, durch die ausschließlich eine Verbesserung erreicht werden kann. Diese mündliche Prüfung wäre additiv zu den bis zu zwei mündlichen Prüffächern nach Wahl gemäß Gemeinschaftsschulverordnung.

- Die Arbeitszeit in den zentral geprüften schriftlichen Fächern wird um 30 Minuten erhöht.

- Die Sprechprüfung als Prüfungsteil im schriftlichen ESA/MSA in Englisch entfällt. Dies gilt entsprechend für den mündlichen Teil der Herkunftssprachenprüfung, wenn diese als Ersatzprüfung für Englisch gewählt wurde. Weiter möglich bleibt eine mündliche Prüfung.
- Die zentrale Klassenarbeit im Jahrgang 9 entfällt.

- Im Einzelfall können Schülerinnen und Schüler nach vorheriger verpflichtender Beratung durch ihre Lehrkräfte und die Schulleitung entscheiden, ob sie von der Teilnahme am MSA bzw. von der beantragten Teilnahme an der Prüfung zum ESA zurücktreten. Gleiches gilt für die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe, die gem. GemVO zur Teilnahme an der Prüfung verpflichtet worden sind. Diese Erklärung kann bis zum 19.03.2021 erfolgen. Die Schülerinnen und Schüler treten dann sofort in den darunterliegenden Jahrgang ein. Die Noten der Jahrgangsstufe 8 bzw. 9, in die sie zurücktreten, werden nicht erneut erworben. Die Noten aus 9 oder 10 müssen aber bei erneutem Eintreten in diese Jahrgangsstufe erneut erworben werden. Die verpflichtende Beratung soll frühzeitig, spätestens jedoch in der Zeit der Intensivvorbereitung im März erfolgen. Die Entscheidung kann dann im Bewusstsein des bis dahin ermittelten Leistungsstandes, der Chance einer im Umfang reduzierten Prüfung und der Risiken einer Jahrgangswiederholung getroffen werden.

- Sollten die Prüfungsergebnisse aller Schülerinnen und Schüler in einem Prüfungsfach deutlich nach unten vom Durchschnitt der letzten drei Vor-Pandemie-Jahre abweichen, kann die Schulaufsicht eine Anpassung der Noten vornehmen.

Freiwilliges Wiederholen

Schülerinnen und Schüler, die begründete Sorge haben, dass sie durch die coronabedingten Einschränkungen des Präsenzunterrichts seit dem Frühjahr 2020 oder auch auf Grund der psychischen Belastungen in dieser Zeit Lernrückstände aufgebaut haben, die sie nicht wieder aufholen können, wird die Möglichkeit eröffnet, nach verpflichtender Beratung durch die Lehrkräfte ein Schuljahr zu wiederholen, ohne dass dies auf die Höchstverweildauer angerechnet wird. Hierzu folgen in Kürze Detailhinweise.

Das Kultusministerium veröffentlichte am Donnerstag Details zu den Abschlussprüfungen.

Das Kultusministerium veröffentlichte am Donnerstag Details zu den Abschlussprüfungen.


Text-Nummer: 142972   Autor: BiMi/red.   vom 28.01.2021 um 15.15 Uhr

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