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HL historisch: Immer auf der Suche nach Geschichte

Lübeck: Archiv - 31.01.2021, 13.13 Uhr: Es sollte groß gefeiert werden, muss zunächst Corona-bedingt auf kleiner Flamme kochen, das Jubiläum des Lübecker Geschichtsvereins aus dem Jahre 1821. Trotzdem will der Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde sein Jubiläum begehen, zunächst im Netz, später vielleicht auch wieder mit Veranstaltungen im Audienzsaal des Rathauses.

Aushängeschild des Vereins ist seit Jahrzehnten ein dicker Jahresband mit Forschungsergebnissen zu lübschen Themen, die sogenannte Zeitschrift. Was sich bescheiden anhört, ist jedoch ein gebundenes Buch von 350 bis 400 Seiten. Mit Hilfe von Stiftungen erscheint es beim Verlag Schmidt-Römhild. Es enthält Lesestoff für den ganzen Winter, ist im Mitgliedsbeitrag von 40 Euro (höhere Zahlungen sind erwünscht) enthalten.

Begonnen hat alles nach der Neuordnung Europas als Folge der napoleonischen Abenteuer. Sie gingen auch an Lübeck nicht spurlos vorüber. Die Hansestadt gehörte von 1806 bis 1813 offiziell zum französischen Kaiserreich. Lübeck erhielt seine staatliche Unabhängigkeit zurück, wurde als einer von 39 Staaten Mitglied des Deutschen Bundes.

Um die Geschichte als Argument für die Eigenstaatlichkeit Lübecks besser einsetzen zu können, musste man sie kennen und erforschen. Ein Geschichtsverein sollte diese Aufgabe übernehmen. Es begann bescheiden, zunächst mit einem Ausschuss bei der Gemeinnützigen. Der Verein machte sich ab 1821 an die Arbeit, erstmals Urkunden zu sichten und systematisch zusammenzustellen.

Bald kümmerte er sich auch um die Sammlung von Gegenständen zur Vergangenheit der Vaterstadt, wie sie der eine oder andere Privatier zusammengetragen hatte und der Gemeinnützigen vermachte. Aus dem Geschichtsverein wurde einige Jahre später der „Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde" (vlga); übrigens die älteste Tochter der Gemeinnützigen.

Schwierige Zeiten hat Deutschland durchgemacht. Der Verein litt ebenfalls unter Kriegen und Elend. So wurden große Teile der Archivalien im Zusammenhang mit dem Bombenangriff vom März 1942 in Salzstöcke im Osten ausgelagert. Erst Jahrzehnte später kehrten sie zurück.

Immer wieder kamen Anregungen und organisatorische Mitarbeit vom Geschichtsverein, vor allem bei diversen Stadtjubiläen. Nach der Wiedervereinigung traten neue Themen hinzu. Schließlich hatte Lübeck vor dem Krieg zahlreiche enge Verbindungen nach Mecklenburg.

Zu Vorträgen und Exkursionen lädt der Verein seine Mitglieder immer wieder ein, mindestens 20 Mal im Jahr. Motor bei der Herausgabe der Zeitschriftenbände war jahrzehntelang Prof. Dr. Antjekathrin Graßmann. Sie war nicht nur Vorsitzende des Vereins, sondern zugleich Leiterin des Stadtarchivs. Diese Kombination hat sich bewährt. Dr. Jan Lokers, ihr Nachfolger, vereint ebenfalls beide Ämter.

Auskunft zu Verein und Mitgliedschaft ist in der Geschäftsstelle Mühlendamm 1-3 erhältlich. E-mail-Anschrift: archiv@luebeck.de. Internet: www.vlga.de.

Lübecks Geschichte ist spannend: Der Vorsitzende Dr. Jan Lokers - hier mit Restauratorin Antje Stubenrauch - kann auf 200 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Foto: JW/Archiv

Lübecks Geschichte ist spannend: Der Vorsitzende Dr. Jan Lokers - hier mit Restauratorin Antje Stubenrauch - kann auf 200 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Foto: JW/Archiv


Text-Nummer: 143011   Autor: TD   vom 31.01.2021 um 13.13 Uhr

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