Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Die Aussichten: Es bleibt kalt in Lübeck

Lübeck: Archiv - 31.01.2021, 16.11 Uhr: Egal was Phil, das Murmeltier, am 2. Februar als Winterprognose verkündet, bei uns bleibt es erst einmal auf absehbare Zeit kalt. Dabei sind die milden Temperaturen für uns zum Greifen nahe, aber so richtig werden sie uns nicht erreichen.

Bild ergänzt Text

Die momentan recht interessante Großwetterlage über Deutschland ist dafür verantwortlich. Deutschland ist nämlich zurzeit in zwei klar abgrenzbare Bereiche gegliedert. Im Norden, wo wir nun einmal zuhause sind, hat die Kaltluft sich in diesen Tagen eingenistet. Luft polaren Ursprungs wird von einem der schwächeren Tiefdruckgebiete nach Nordeuropa geführt. Bereits 500 Kilometer weiter südlich, im Raum Köln, sieht es allerdings ganz anders aus. Dort sorgen milde atlantische Einflüsse für vorfrühlinghaftes Wetter. Die Schneemassen im Schwarzwald und am südlichen Alpenrand tauen schnell ab und werden in den kommenden Tagen dafür sorgen, dass wir in allen Nachrichtensendungen mit reichlich Wasserstandsmeldungen von Rhein und Donau versorgt werden.

Diese Luftmassengrenze ist natürlich nicht statisch. Der Doppelpfeil in der Karte soll andeuten, dass bis Mitte des Monats reichlich Bewegung in diesem System ist. Zunächst einmal wird es eine Ausdehnung des milden Bereiches nach Norden geben. Etwa um den 3. Februar herum wird uns diese Grenze kurz überqueren, möglicherweise begleitet von Schneefällen wenn sich die warme Luft auf dem Weg nach Norden zeitweise über die kalten Luftmassen am Boden schiebt. Dann wird sich ganz Deutschland kurzfristig im Einflussbereich der milden Luftmassen befinden.

Davon werden wir in Lübeck aber nicht viel spüren, denn bereits recht schnell wird sich die Grenze wieder nach Süden bewegen und ihre Ausgangsposition auf Höhe von Köln bereits wieder am 7. Februar erreichen. Danach geht es weiter in den Süden, so dass Deutschland um den 10. Februar herum fast vollständig im Einflussbereich der kalten Luftmassen liegen wird. Nach dem 10. Februar ist die Lage zurzeit leicht unklar. Es könnte sein, dass es bis zum 15. Februar zwischenzeitlich etwas milder wird, danach bringt ein Tiefdruckgebiet aber wieder Polarluft. Möglich aber auch, dass es bis Mitte des Monats einfach nur kalt bleibt.

Das sind Wechselbäder, die sich hauptsächlich im zentralen Bereich der Republik abspielen, aber für uns im Norden bedeutet das alles eigentlich nur, dass es bis Mitte des Monats erst einmal mit dem stabilen Vorfrühling nichts wird. Wir sollten uns noch auf kalte Tage mit Tagestemperaturen um den Nullpunkt einstellen. Wie man an diesem letzten Januarwochenende sieht, können die ja zwischendurch einmal auch ganz schön sein. Das hängt wiederum damit zusammen, dass wir die dunkle Jahreszeit endlich überstanden haben.

Für den Lichtmesstag am 2. Februar gelten bekanntlich folgende Faustregeln. Die Sonne geht morgens um 8 Uhr auf und am Spätnachmittag um 17 Uhr erst wieder unter. Das ergibt eine Tageslänge von 9 Stunden, und das sind bereits eineinhalb Stunden mehr als am Weihnachtstag. Von jetzt an wird, auf absehbare Zeit, jeder Tag etwa vier Minuten länger sein als der vorherige.

Und wer jetzt am Wochenende um die Mittagszeit in der Sonne spazieren gegangen ist, wird erfreut festgestellt haben, dass die Sonne bereits wieder beim Spaziergang die Haut erwärmt. Etwa um 12.30 Uhr, zum Mittagshöchstpunkt, hat die Sonne bereits wieder eine Höhe von 20 Grad über dem Horizont erreicht. Alle vier Tage kommt ab jetzt ein Grad Mittagshöhe dazu.

Gar nicht so schlechte Aussichten also. Ein knallharter Winter mit klirrender Kälte und Schneekatastrophen bleibt uns aus heutiger Sicht aller Voraussicht nach erspart. Die spektakuläre Luftmassengrenze wird Mitte des Monats in sich zusammenfallen und dann müssen wir einmal weitersehen, welche Einflüsse sich danach in der Lübecker Region durchsetzen werden. Weiterhin müssen wir mit kalter Polarluft oder eben mit milder Atlantikluft rechnen. Beides ist aus heutiger Sicht möglich.

Sogar auf der Ostsee bildete sich am Sonntag schon Eis. Foto, Grafik: Harald Denckmann

Sogar auf der Ostsee bildete sich am Sonntag schon Eis. Foto, Grafik: Harald Denckmann


Text-Nummer: 143012   Autor: Harald Denckmann   vom 31.01.2021 um 16.11 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.