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TWG: Es bleibt dunkel in Travemünde

Lübeck - Travemünde: Archiv - 04.02.2021, 19.55 Uhr: Bisher finanziert die Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft (TWG) die Weihnachtsbeleuchtung im Ort. Doch die bleibt wohl dunkel. Die TWG kann die Kosten nicht mehr stemmen, denn in Zeiten der Krise gibt es auch keine Einnahmen.

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"Auf Grund des Lockdowns und der damit zusammenhängenden Umsatzausfälle unserer Mitgliedsbetriebe sehen wir es als unsere Pflicht an, die Travemünder Unternehmen zu entlasten, wo wir es nur können. Das Aussetzen der Mitgliedsbeiträge soll hierbei auch ein Zeichen für die Gemeinschaft sein", fasst Sprecher Gordon Augustin die Sichtweise des Vorstands zusammen.

Mehr Gemeinschaft wünscht sich die TWG künftig auch, wenn es um das Thema Weihnachtsbeleuchtung geht, denn seit Jahren ist diese finanziell ausschließlich Sache der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft. Ersatzbeschaffungen, Reparaturen, sogar den Strom zahlt jedes Jahr die TWG aus eigener Tasche. Dass die Beleuchtung an einigen Stellen in die Jahre gekommen ist, ist vielen schon aufgefallen. Die Kosten für eine Neuanschaffung sind der Kurverwaltung bekannt, verantwortlich fühlt sich aber keiner.

„Einen Betrag in dieser Höhe kann unmöglich ein Verein stemmen, der sich ausschließlich von Mitgliedsbeiträgen finanziert" erklärt, Vorstandsvorsitzender Ulf von Danckelmann. „Trotz Lockdown hat die TWG wieder die Kosten für Ersatzbeschaffungen, Reparatur und Strom alleine übernommen. Unser Dank gilt an dieser Stelle den ehrenamtlichen Helfern, die die Aufhängung der Weihnachtsbeleuchtung an Stelle der örtlichen Feuerwehr übernommen haben, da die Kameraden auf Weisung des Bürgermeistern pandemiebedingt zu diesem Einsatz nicht ausrücken durften.“

Ein Versuch, die Beleuchtung mit Hilfe von Spendengeldern aus Stiftungen komplett zu erneuern scheiterte, da die Stadt für den Erhalt von Spendengeldern eine „Gemeinnützigkeit des Vereins“ fordert diese aber nicht gegeben ist.

Einige Tage Sturm im Januar und leider auch Vandalismus haben die Situation noch verschlimmert und erneut Schäden an der Beleuchtung am Fontänenfeld verursacht. Die Kurverwaltung informiert die Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft, dass aus Sicherheitsgründen die linke Seite ausgeschaltet wird. Damit ist der Fall offenbar erledigt, es bleibt dunkel, außer die TWG repariert wieder auf eigene Kosten.

Zwei weitere Male wurde Elektrikermeister Maik Pfanne im Auftrag der TWG noch tätig. Nun bleibt das Fontänenfeld aber endgültig dunkel. Die Kurverwaltung hat mit einer örtlichen Elektrofirma zusammen entschieden, dass die Reparatur nicht mehr lohnt und den Stecker nun endgültig gezogen. Alternativen seien nicht in Planung.

"Die Beleuchtung eines touristischen Kurortes kann wohl kaum alleinige Aufgabe einer Wirtschaftsgemeinschaft sein, sondern sollte vielmehr auch im Interessenbereich der Kurverwaltung und der Hansestadt liegen. Unserer Auffassung nach hat die Kurverwaltung auch hier Aufgaben touristische Ziele zu verfolgen, wie zum Beispiel den Erhalt oder den Betrieb einer Ganzjahresbeleuchtung“, so Jörn Halske und Sandra Vincent vom Vorstand der TWG.

Die TWG wünscht sich gerade jetzt in der Krise mehr "miteinander": "So könnte neben der Erhöhung der Kurtaxe zum 1. Januar auch wieder etwas an Travemünde und deren Besucher zurückgegeben werden, indem alle an einem Strang ziehen und dafür sorgen, dass Lübecks schönste Tochter auch genauso schön leuchtet wie deren Mutter rund um das Holstentor."

Erstes Opfer: Die Beleuchtung am Fontänenfeld wird abgeschaltet. Fotos: Karl Erhard Vögele

Erstes Opfer: Die Beleuchtung am Fontänenfeld wird abgeschaltet. Fotos: Karl Erhard Vögele


Text-Nummer: 143110   Autor: TWG/red.   vom 04.02.2021 um 19.55 Uhr

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