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XR: Klimademo am Holstentor

Lübeck: Archiv - 05.02.2021, 16.19 Uhr: Am Freitag unterbrach "Extinction Rebellion" (XR) den Autoverkehr beim Holstentor durch mehrere Kurzzeitblockaden von je fünf Minuten. Damit möchte XR auf die auch in Corona-Zeiten ungebremst fortschreitende Klima-, Umwelt- und Gesellschaftskrise aufmerksam machen. "Diese Krisen müssen zusammen gedacht werden."

Die Forderungen:

(")1. Sagt die Wahrheit: Die wissenschaftlichen Fakten zu Artensterben und Klimakrise müssen endlich mit der gebotenen Dringlichkeit in den Medien, Unternehmen und von der Regierung kommuniziert werden. Unsere Zukunft hängt hauptsächlich davon ab, dass unsere gewohnte Umwelt nicht überlastet wird und zusammenbricht. Die Menschheit steht an diesen Kipppunkten. Die Erdtemperatur ist bereits deutlich über 1°C angestiegen.

2. Handelt jetzt: Artensterben und Naturzerstörung sind umgehend zu stoppen sowie Klimaneutralität bis 2025 anzustreben. Täglich sterben 130 Tier- und Pflanzenarten aus. Das ist eine Katastrophe wie sie nur wenige Male in der Erdgeschichte stattgefunden hat. Um das Pariser Klimaschutzziel von 1,5°C zu erreichen, darf nur noch wenige Jahre CO2 erzeugt werden.

3. Politik neu leben: Es ist Zeit für ein Demokratie-Update. Zufällig geloste repräsentative Bürger-Versammlungen sollen eingeführt werden, um den übergroßen Einfluss von Lobby’s und kurzfristigen Interessen gegenüber Menschen und Umwelt zu überwinden. Dieser Einfluss verhindert zukunftsorientiertes und solidarisches Handeln. Der gemeinschaftliche Zusammenhalt für eine gerechtere Gesellschaft soll jedoch gestärkt werden.(")

"Für diese Forderungen versammeln wir uns, aber wir sind zu wenige. Die ganze Aufmerksamkeit liegt derzeit auf der sehr wichtigen Corona-Bekämpfung. Dort erscheint bereits Licht am Ende und mehr Menschen haben sich impfen lassen als infiziert worden sind. Wir bitten, ja wir fordern alle Mitmenschen auf, sich auch und gerade jetzt dem Problem der Klimaänderung und des Artensterbens sowie seinen Folgen zuzuwenden. Diese sind mit starker Verzögerung existenzbedrohlicher. Engagiert euch deshalb bei Fridays For Future, Extinction Rebellion oder Greenpeace. Wir sind die Generation, die die ersten Folgen der Klimakrise sieht und die letzte, die den größten Schaden abwenden kann“, sagt Antonia.

Henri von Extinction Rebellion vergleicht die Situation mit einem Verkehrsunfall: „Vor uns sehen wir das Hindernis auf unserem Weg. Inzwischen ist der Aufprall nicht mehr zu verhindern und wir machen eine Vollbremsung, reißen das Steuer herum. Das gleiche müssen wir auch angesichts der entstehenden Klimakatastrophe tun, statt nur ein bisschen zu bremsen.“ Simone von XR sagt dazu: „Wir benehmen uns wie ein Frosch. Wenn er plötzlich ins heiße Wasser geworfen wird, springt er hinaus (Corona). Dann sind Mittel und Maßnahmen da. Wenn das Wasser langsam erwärmt wird (Klimawandel), merkt er es nicht und bleibt sitzen, bis es zu spät ist.“

"Die Aktion heute stört Menschen, die vielleicht nach einem langen Arbeitstag schnell nach Hause oder ihr Kind abholen wollen", so die Veranstalter. "Dafür bittet die Lübecker Ortsgruppe von Extinction Rebellion um Entschuldigung. Die Teilnehmer tun das, um ein Zeichen zu setzen. So wie bisher geht es nicht weiter, damit dieses 'zu spät' nicht eintritt."

Extinction Rebellion demonstrierte mit kurzen Verkehrsblockaden am Freitag vor dem Holstentor. Foto: XR

Extinction Rebellion demonstrierte mit kurzen Verkehrsblockaden am Freitag vor dem Holstentor. Foto: XR


Text-Nummer: 143130   Autor: XR/red.   vom 05.02.2021 um 16.19 Uhr

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