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Grüne für barrierefreie Hubbrücken

Lübeck: Für die anstehende Sanierung der denkmalgeschützten Hubbrücke werden derzeit verschiedene Varianten diskutiert. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die ehemalige Eisenbahnbrücke zwar aufwendig zu sanieren, aber dann weiterhin still zu legen. Die Grüne Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft spricht sich stattdessen dafür aus, die zu sanierende Brücke für den Fuß- und Radverkehr zu nutzen.

Arne-Matz Ramcke, der verkehrspolitische Sprecher Grünen Fraktion, erklärt:

(")Lübecks Geh- und Radwegenetz braucht an vielen Stellen dringend eine Frischzellenkur. Wenn nun an einem Knotenpunkt wie der Hubbrücke eine Sanierung und damit eine Entscheidung für die kommenden ca. 60 Jahre ansteht, führt kein Weg daran vorbei, den Fuß- und Radverkehr sowie die Barrierefreiheit angemessen zu berücksichtigen. Konkret heißt das, die derzeit ungenutzte dritte Brücke dem Fuß- und Radverkehr als zusätzlichen Verkehrsraum zur Verfügung zu stellen.

Aus Gründen der Sicherheit und vor allem aus Rücksicht auf Kinder und langsame Fahrradfahrer, sollten die Radwege - wo immer möglich - vom motorisierten Verkehr baulich getrennt verlaufen. Damit Radfahrer stadtauswärts bei der Nutzung der ehemaligen Eisenbahnbrücke durch den dann nötigen zweimaligen Wechsel der Fahrbahnseite kein Nachteil im Vergleich zum jetzigen Zustand entsteht, sprechen wir uns gegen eine Benutzungspflicht des neuen Radwegs aus. Radfahrer haben dann die Wahl: Wer zum Beispiel mit Kindern unterwegs ist, könnte den neuen separat geführten Radweg nutzen, andere könnten mit dem Rad die Fahrbahn nutzen wie bisher.(")

Dr. Axel Flasbarth, Bürgerschaftsmitglied der Grünen Fraktion, weiter:

(")Es gehört zur Wahrheit dazu, dass eine zukünftige Nutzung der Eisenbahnbrücke deutlich teurer wird als eine Sanierung ohne spätere Nutzbarkeit (16,2 statt 12,7 Millionen Euro). Und auch der Finanzierungsanteil der Stadt, der nur für die Nutzungsvariante anfallen würde, ist substantiell (9 Millionen Euro).

Und doch ist es sinnvoll, dass Lübeck diese zusätzlichen Kosten trägt und die Brücke nicht nur saniert, sondern auch wieder in Betrieb nimmt. Zur Verbesserung der in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigten Fahrrad- und Fußweginfrastruktur. Zur Schaffung eines barrierefreien Übergangs, der in der Variante der Verwaltung nur dadurch möglich wäre, dass man einen Fahrstuhl an beiden Seiten dieser denkmalgeschützten Brücke anbauen müsste. Und zur Verbesserung und Belebung des Stadtbildes an dieser besonders exponierten Stelle durch eine tatsächlich benutzte und nicht nur hochgefahrene Brücke, die Auswirkungen für viele Jahrzehnte haben wird. Hier bietet sich die Chance, das gesamte Areal rund um Burgtor und Hansemuseum aufzuwerten, in das vor allem die Possehl-Stiftung in den letzten Jahren so viel investiert hat. Und hier bietet sich auch die Chance für ein echtes Fußgänger- und Fahrraderlebnis auf einer eigenen Brücke mit tollem Blick aufs Wasser und die Nördliche Wallhalbinsel. Wir sollten hier direkt am Weltkulturerbe der Altstadt nicht auf Basis eines falschen Verständnisses von Sparzwängen Entscheidungen treffen, die wir später bereuen. Insbesondere nicht, weil Lübeck inzwischen sowohl die finanziellen Spielräume als auch die finanzielle Leistungsfähigkeit für solche Investitionen hat.(")

Bastian Langbehn, Vorsitzender der Partei Die Partei Lübeck und Mitglied der Grünen Fraktion, abschließend:

(")Ich denk mal Schutz verdient unsere sowieso unter Denkmalschutz stehende Hubbrücke in jedem Fall! Das ist wohl völlig unbestritten. Aber was wäre das für ein Schildbürgerstreich, wenn wir einen für viel Geld sanierten Teil gleich wieder stilllegen? Auf solch Döneken können nur Beamte oder Sozialdemokraten kommen! *zwinkerzwinker*

Aber denken wir den zugegeben jetzt nicht unbedingt grade günstigen Fahrradweg über die alte Bahntrasse mal weiter: wie schön wäre es, wenn im Zuge der Brückensanierung der aktuelle Holperweg an dem großen Müslibunker vorbei gleich mit in Angriff genommen wird! Oder noch besser: wenn dieser Weg sogar ein wenig verlegt wird und unsere Radlerinnen und Radler demnächst gemütlich am Wasser entlang strampeln können - völlig unbehelligt vom Autoverkehr!?

Okay, das mag ein wenig zu viel auf einmal sein - wir wollen den armen Stadtkämmerer ja nicht gleich in den Wahnsinn treiben - aber wer weiß…vielleicht eines schönen Tages...in einem überschaubaren (nicht geologischem) Zeitraum…oder durch Hilfe der EU…?! Man wird ja wohl mal träumen dürfen ;-) …(")

Die Grünen möchte die ehemalige Bahnbrücke zu einem nutzbaren Radweg machen.

Die Grünen möchte die ehemalige Bahnbrücke zu einem nutzbaren Radweg machen.


Text-Nummer: 143288   Autor: Grüne   vom 15.02.2021 um 13.51 Uhr

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