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HL historisch: Das Behnhaus feiert ein Jubiläum

Lübeck: Archiv - 15.02.2021, 16.23 Uhr: Ein bekanntes Gebäude in Lübeck feiert Jubiläum. Nicht den Tag des Baubeginns oder seiner Fertigstellung. Gefeiert wird vielmehr ein „Zwischendatum“. Vor 100 Jahren erwarb der Lübecker Staat das Behnhaus, Königstraße 11, das der frisch berufene Museumsdirektor Carl Georg Heise für Museumszwecke nutzen wollte.

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Zuvor aber musste ein großes Hindernis aus dem Weg geräumt werden. Die letzten Eigentümer aus der Familie Behn verkauften das klassizistische Stadtpalais an eine Bank, die dort eine Filiale einrichten wollte und damit den historischen Bau in weiten Teilen zerstört hätte. Carl Georg Heise gelang es, unter Lübecker Bürgern Geld zu sammeln, um das Haus von der Bank zurückzukaufen.

Heise plante, in dieser Neuerwerbung Kunst des 19. Jahrhundert zu präsentieren. Bis dahin gehörten Kunstwerke aus jener Zeit zu den Beständen des Museums am Dom. Werke von Friedrich Carl Gröger, Friedrich Overbeck oder Gotthardt Kuehl und weiteren Künstlern sollten zum Grundstock einer Sammlung der „klassischen Moderne“ werden, mit dem Schwerpunkt Expressionismus und Neue Sachlichkeit.

Vor 100 Jahren also, am 7. Februar 1921, erwarb der Lübecker Staat das so genannte Behnsche Haus. Aus diesem Anlass blickt der Leiter des Museums Behnhaus/Drägerhaus, Dr. Alexander Bastek, am Donnerstag, 18. Februar um 18 Uhr, in einem digitalen Vortrag unter dem Titel „Getragen von Liebe zur Vaterstadt und ihrer Kunst: Der Erwerb des Behnschen Hauses vor 100 Jahren“ auf die Geschichte zurück.

Kuriose Umstände sollen in dem Vortrag zur Sprache kommen. Erinnert wird auch an die Eröffnung des Museums zur „Nordischen Woche“ am 1. September 1921. Im September 2021 soll des deshalb eine Jubiläumsausstellung geben. Der Vortrag ist Teil einer Reihe des Vereins für Lübeckische Geschichte und online über www.vlga.de zu erleben.

In seiner heutigen Form war das repräsentative Bürgerhaus in den 1780er Jahren von Peter Hinrich Tesdorpf erbaut worden. Seit 1823 bewohnte es die Familie Behn, deren Vorfahren Anfang des 18. Jahrhunderts aus Mecklenburg nach Lübeck gekommen waren. Einige Mitglieder der Familie haben wichtige Ämter im Stadtstaat bekleidet.

Friedrich Daniel Behn war um 1800 Rektor des Katharineums. Georg Heinrich Behn wurde als Arzt bekannt, gründete 1809 den Ärztlichen Verein, der den Staat in medizinischen Fragen beriet. Als Politiker und Bürgermeister wurde Heinrich Theodor Behn bekannt. Jüngster berühmter Spross der Familie war der Bildhauer Fritz Behn, von dem auch im Lübecker Stadtbild Tierplastiken zu sehen sind.

Vor 100 Jahren verhinderten Lübecker Bürger, dass aus dem Behnhaus eine Bankfiliale wird. Fotos: JW

Vor 100 Jahren verhinderten Lübecker Bürger, dass aus dem Behnhaus eine Bankfiliale wird. Fotos: JW


Text-Nummer: 143292   Autor: TD   vom 15.02.2021 um 16.23 Uhr

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