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BUND kritisiert Umweltminister

Lübeck: Die Kreisgruppe Lübeck vom "Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland" kritisiert die Aussagen von Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht zum AKW-Bauschutt auf der Info-Veranstaltung. Der Minister verharmlose Strahlung.

Wir veröffentlichen die Mitteilung des BUND Lübeck im Wortlaut:

(")Das Umweltministerium beabsichtigt der Deponie Niemark Abfälle aus dem Atomkraftwerk (AKW)-Brunsbüttel zuzuweisen. Hierzu hat Umweltminister Albrecht auf einer Info-Videoveranstaltung behauptet, dass es sich um unbelastetes, nicht gesundheitlich bedenkliches Material handelt. Er würde sogar sein Kind auf die Deponie gehen lassen. Diese Äußerungen halten wir für eine grobe Verharmlosung, denn bei so genanntem „Freigemessenem Abfall“ ist eine niedrige Strahlenbelastung vorhanden und damit ist ein Restrisiko verbunden.

Das Konzept des „Freimessens“ beruht auf Messung der Gamma-Strahlung, aber im Wesentlichen auf umstrittene Berechnungsmethoden. Zudem ist der 10 Mikro-Sievert-Grenzwert stark umstritten. Auch die Menge des Mülls wurde um ein Vielfaches erhöht und kann nach Aussagen des Ministers noch nicht das Ende sein.

In der seit 2016 bestehenden ministeriellen Begleitgruppe aller Beteiligten zum Rückbau der Atomkraftwerke ist der BUND zu folgendem Votum gekommen: Wir lehnen die Freigabe von radioaktiven Stoffen aus dem Betrieb von Atomanlagen ab, auch wenn diese nur sehr schwach strahlen. Eine unabhängige Begutachtung der möglichen und vom BUND dem Umweltministerium vorgestellten vier Entsorgungsoptionen ist nicht erfolgt.

Unsere Kritik: Die bestehende Freigaberegelung widerspricht dem Strahlenschutzprinzip, nach der jede zusätzliche und vermeidbare Strahlenbelastung zu unterbleiben hat. Weiterhin ist das vor 30 Jahren entwickelte 10 Mikro-Sievert-Konzept, bei den heute zugrundeliegenden Risikofaktoren, um mindestens den Faktor 10 niedriger anzusetzen.

Unsere Forderungen: Die Stoffe, für die eine Freigabe nach der zurzeit gültigen Strahlenschutzverordnung vorgesehen ist, sollen gesondert und gegen Freisetzung gesichert aufbewahrt werden. Sie können in besonders gesicherte Deponien oder in ein oberflächennahes Endlager verbracht werden. Möglich ist auch die Lagerung in entkernten Gebäuden des Atomkraftwerkes oder gebunkert in einem neu zu errichtendem Bauwerk auf dessen Gelände. Solange eine Gefährdung der Umwelt durch die Emissionen nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden kann, muss zumindest eine Überwachung und Rückholbarkeit gewährleistet sein. Die Abfälle dürfen nicht nach den sogenannten Freimessungen unkontrollierbar in die Umwelt entlassen werden. In Frankreich werden zum Beispiel derartige Abfälle in extra errichteten, oberflächennahen bunkerartigen Bauwerken rückholbar eingelagert.

In einer Deponie wie Niemark würde der schwach strahlende Müll im sonstigen Abfall deponiert werden und ist somit nicht rückholbar. Die verwendeten Verpackungen sowie die Basis- und Oberflächenabdichtungen können mit der Zeit undicht werden und Radionuklide entweichen z. B. durch Sickerwässer aus der Deponie.

Fazit: Niemark ist für diese Ablagerung nicht geeignet.(")

Die Kreisgruppe Lübeck des BUND wift Minister Albrecht vor, die Strahlung des Bauschutts zu verharmlosen. Foto: Bürgerinitiave/Archiv

Die Kreisgruppe Lübeck des BUND wift Minister Albrecht vor, die Strahlung des Bauschutts zu verharmlosen. Foto: Bürgerinitiave/Archiv


Text-Nummer: 143395   Autor: BUND/red.   vom 21.02.2021 um 08.58 Uhr

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Kommentare zu diesem Text:

PeterPan

schrieb am 22.02.2021 um 09.55 Uhr:
Diesbezüglich dem Lübecker Bürgermeister Lindenau in`s Lastenheft geschrieben:
" Wenn du eine Runde Poker spielst, dich am Tisch umschaust und nicht sagen kannst, wer gerade von den anderen ausgenommen wird, dann bist du das."