Diese Seite verwendet Cookies für die Funktionalität und für anonymisierte Statistiken.
Stimmen Sie auch der Verwendung von Cookies durch Drittanbieter auf dieser Website für die Schaltung von personalsierter Werbung zu? Weitere Informationen
Sie können Ihre Zustimmung jederzeit auf der Seite Impressum / Datenschutz widerrufen.
Dort finden Sie auch weitere Informationen zu Cookies.

Travemünder Woche 2021 ohne Partymeile

Lübeck: Archiv - 23.02.2021, 12.00 Uhr: Nach dem Ausfall der 131. Travemünder Woche laufen die Planungen für das Event im 132. Jahr auf Hochtouren. Aus gutem Grund: Denn die Corona-Pandemie wird auch in diesem Jahr nicht vorüber sein, und so ist mit vielen Auflagen zu rechnen, die für die Segel- und Festivalwoche vom 23. Juli bis 1. August zu erfüllen sein werden.

Die TW soll kein zweites Mal ausfallen. Das wissen die Segler und Klassenvereinigungen hoch einzuschätzen. Das Interesse an der TW ist ungebrochen. Im Interview gibt Frank Schärffe, Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH, Auskunft über den Stand der TW.

Die Travemünder Woche soll kein zweites Mal ausfallen. Das ist der klare Wille der Organisatoren, und der wird auch von der Hansestadt Lübeck mitgetragen.

Frank Schärffe: Ja, das ist ein Glück so. Wir als Veranstalter, als Segelclub, haben dabei natürlich die sportliche Wertigkeit der Travemünder Woche im Blick. Die wird uns in jedem Jahr dadurch bestätigt, dass viele nationale und internationale Klassen hier ihre Meisterschaften segeln. Diesen Status gilt es in der Segelwelt zu erhalten. Die Stadt sieht das ähnlich. Sie hat natürlich die Bedeutung des Standortes Travemünde als Segelsport-Standort im Blick, und dazu gehört zweifellos die Travemünder Woche, die das seit Jahrzehnten, insgesamt über 130 Jahre nachweist.

Das bedeutet: Die Stadt unterstützt tatkräftig die Veranstaltung in diesem Jahr?

Frank Schärffe: Diese Zusage haben wir. Nähere Untersuchungen, was es bedeutet, die Travemünder Woche unter diesen besonderen Bedingungen in 2021 durchzuführen, müssen noch diskutiert werden. Aber es gibt erste Kalkulationen, die wir gemacht haben. Daraus ergibt sich auch das Erfordernis, die Travemünder Woche finanziell zu unterstützen. Denn wir haben außer den Meldeeinnahmen keinen nennenswerten Einnahmen in diesem Jahr, die zur Finanzierung des Sportbereiches beitragen können. Daher sind wir auf die Hilfe der Stadt angewiesen.

Die Situation gibt es vor: Segeln steht zur Travemünder Woche 2021 im Mittelpunkt. Was ist an Land in diesem Jahr möglich?

Frank Schärffe: Das ist aus heutiger Sicht, Anfang Februar, schwer zu sagen. Das Infektionsgeschehen, womit wir es im Juli zu tun haben werden, ist noch offen. Wir gehen in den Planungen davon aus, dass wir die Segelwettbewerbe möglichst plangemäß durchziehen wollen. An Land hingegen werden wir aller Voraussicht nach eine Situation haben, dass ein Festival, so wie es über die Jahre gewohnt ist, nicht möglich sein wird. Es wird aller Voraussicht nach keine große Partymeile, keine großen Festivalflächen, keine Partyzone am Strand geben. Insofern wird sich das Landprogramm, wenn es denn zulässig ist, auf wenige abgegrenzte Flächen beschränken. Das bedeutet, dass ein Finanzierungsbeitrag, der ansonsten für die TW aus dem Landprogramm heraus sehr wichtig ist, in diesem Jahr nicht kommen wird.

Es werden in jedem Fall besondere Maßnahmen getroffen werden müssen, denn es werden zwischen 1000 und 2000 Aktive erwartet. Auf welche Szenarien muss sich die Travemünder Woche einstellen?

Frank Schärffe: Die Travemünder Woche ist als Großveranstaltung in jedem Jahr schon eine Herausforderung, die mit 300 Ehrenamtler durchgeführt wird. Aber in diesem Jahr sehen wir uns vor besonderen Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Corona-Regeln und Auflagen, die wir zu erwarten haben. Wir sind dabei, ein umfangreiches Hygiene- und Sicherheitskonzept auf die Beine zu stellen. Es deutet sich an, dass wir an unseren verschiedenen Stellplatz- und Bootslager-Standorten wirklich restriktive Maßnahmen wie Abgrenzungen, Zugangskontrollen, Personen-Akkreditierungen durchführen müssen, wobei noch nicht klar ist, wie viele Personen auf den einzelnen Flächen der Travemünder Woche im Juli zulässig sein werden. Aber darauf stellen wir uns ein. Das bedeutet eine deutlich umfangreichere Infrastruktur mit deutlich höheren Kosten, als wir es in den normalen TW-Jahren gewohnt sind.

Das heißt: Weniger Einnahmen und größere Ausgaben, die von den Veranstaltern allein nicht zu leisten sind. Auf welche öffentlichen Mittel kann man hoffen?

Frank Schärffe: Aus heutiger Sicht, ist es nur die Stadt Lübeck, die uns mit besonderen Mitteln helfen kann, damit die Travemünder Woche in diesem Jahr durchführbar sein wird und damit weiterhin bestehen kann. Denn ein Verein als Veranstalter kann diese immensen Infrastrukturkosten, die Kosten, die mit den Hygieneauflagen verbunden sein werden, nicht tragen. Gar keine Frage!

Die Travemünder Woche wird nach derzeitiger Planung ohne Partymeile veranstaltet. Foto: Karl Erhard Vögele/Archiv, O-Ton: TW

Die Travemünder Woche wird nach derzeitiger Planung ohne Partymeile veranstaltet. Foto: Karl Erhard Vögele/Archiv, O-Ton: TW


Hier hören Sie den Originalton:

Text-Nummer: 143433   Autor: TW/red.   vom 23.02.2021 um 12.00 Uhr

Text teilen: auf facebook +++ auf Twitter +++ über WhatsApp

Text ausdrucken. +++  Text ohne Bilder ausdrucken.