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So viel Bafög frisst die Miete in Lübeck

Lübeck: Archiv - 24.02.2021, 09.27 Uhr: Die Corona-Pandemie und der Lockdown haben viele Studentenjobs hinfällig gemacht. Die finanzielle Belastung insbesondere durch die Miete bleibt aber hoch. Eine aktuelle Analyse von immowelt verdeutlicht das. Dafür wurden die Angebotsmieten von typischen Studentenwohnungen ins Verhältnis zum Bafög-Höchstsatz gesetzt. Die Wohnpauschale aus dem Bafög-Höchstsatz (325 Euro) reicht demnach in 37 von 68 untersuchten Hochschulstädten nicht für die Kaltmiete aus. Anders die Situation in Lübeck.

In der Hansestadt müssen Studenten Medianmieten von 300 Euro bezahlen, das sind 35 Prozent des Bafög-Satzes. Auf die gleichen Werte kommt die Landeshauptstadt Kiel. Für westdeutsche Städte sind das vergleichsweise günstige Werte.

In vielen Städten muss hingegen ein großer Teil des kompletten Bafög-Satzes (861 Euro inklusive Wohnpauschale) aufgewendet werden. In München kostet eine Studentenwohnung mit 40 Quadratmetern im Median 750 Euro. Studenten müssten somit 87 Prozent des Bafög-Zuschusses für die Miete ausgeben. Die Nebenkosten kommen noch hinzu. Selbst mit Studentenjob bleibt dann nicht viel Geld zum Leben übrig.

In Berlin und Frankfurt sind es jeweils 58 Prozent – in beiden Städten werden Medianmieten von jeweils 500 Euro verlangt. Auch Köln (55 Prozent) und Hamburg (52 Prozent) sind nur minimal günstiger. Zu den hohen Kosten kommt hinzu, dass kleine Wohnungen nicht nur bei Studenten, sondern auch Berufspendlern beliebt sind. Die Nachfrage ist dementsprechend hoch. Durch die Corona-Pandemie und die Möglichkeit von Homeoffice könnte sich die Situation in Zukunft aber etwas entspannen.

Neben den größten deutschen Städten sind es vor allem kleinere Studentenstädte, die hohe Mieten aufweisen. In Freiburg kostet eine Wohnung mit bis zu 40 Quadratmetern zum Beispiel im Median 450 Euro – und damit genauso viel wie in Hamburg. Der Anteil am Bafög ist mit 52 Prozent dementsprechend hoch. Auch in Konstanz (50 Prozent), Heidelberg (49 Prozent) oder Erlangen (46 Prozent) beträgt die Kaltmiete rund die Hälfte vom Bafög-Höchstsatz.

Doch nicht in allen Hochschulstädten haben Studenten eine derart hohe Belastung. Besonders im Osten der Republik sind die Mieten noch günstig: In Chemnitz kostet eine Studentenwohnung gerade einmal 180 Euro kalt, was einem Anteil von 21 Prozent am Bafög entspricht. Ein ähnliches Preisniveau finden Wohnungssuchende auch in Cottbus, Rostock oder Magdeburg vor, wo eine Wohnung im Mittel gut 200 Euro kostet, also rund ein Viertel vom Bafög-Höchstsatz. Selbst in den beliebten Großstädten Halle (230 Euro), Leipzig (250 Euro) und Dresden (270 Euro) ist Wohnen für Studenten nach wie vor erschwinglich. Neben den niedrigen Mieten locken vor allem angesehene Hochschulen und Universitäten immer mehr junge Menschen in die ostdeutschen Bundesländer.

Die Angebotsmieten von typischen Studentenwohnungen liegen in Lübeck im Median bei 300 Euro.

Die Angebotsmieten von typischen Studentenwohnungen liegen in Lübeck im Median bei 300 Euro.


Text-Nummer: 143448   Autor: Immowelt/Red.   vom 24.02.2021 um 09.27 Uhr

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