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Schneider kämpfen mit neuer Aktion für mehr Sichtbarkeit

Schleswig-Holstein: Archiv - 03.03.2021, 09.31 Uhr: Vielen Betrieben des Maßschneiderhandwerks setzt die Corona-Krise existenziell zu. Der Bundesinnungsverband der Branche kämpft jetzt mit einer emotionalen, viralen Aktion "Ohne Schneider keine Kleider." für einen raschen Re-Start und mehr Sichtbarkeit des Handwerks.

Das Maßschneiderhandwerk ist von der Corona-Pandemie doppelt getroffen: Zum einen befinden sich die Atelierbetriebe seit November für den weitaus bedeutendsten Teil ihrer Geschäftstätigkeit im Lockdown. Die kreativ-schöpferische Tätigkeit, die auch ein Arbeiten mit Maßband und Nadelkissen nahe am Kunden voraussetzt, ist ihnen nicht möglich. Zum anderen fielen im vergangenen Jahr reihenweise Anlässe aus, für die Kunden normalerweise maßgeschneiderte Kleidung in Auftrag geben: Hochzeiten, Feierlichkeiten, Bälle.

Um auf die schwierige Lage der Ateliers aufmerksam zu machen, hat der Bundesverband der Maßschneider Anfang Februar die Aktion "Ohne Schneider keine Kleider." ins Leben gerufen. Über 30.000 Nutzer wurden bislang erreicht; Hunderte Mitgliedsunternehmen, Mitarbeiter, Freunde und Kunden haben die Bilddatei #ohneschneiderkeinekleider auf Facebook bereits geteilt.

Seit Kurzem hat die Aktion ein noch auffälligeres, fantasievolles Gepräge und ist entsprechend dynamisch im Netz unterwegs: Atelier-Inhaberinnen und -Inhaber präsentieren sich jetzt mit eigenen Kreationen stilvoll und selbstbewusst auf selbst produzierten Memes (digitalen Bildkompositionen). Angela Ziemer, Obermeisterin der Landesinnung Mode schaffendes Handwerk Schleswig-Holstein, unterstützt die Aktion mit ihren Berufskolleginnen und -kollegen und freut sich über den Erfolg: "Wir brauchen dringend mehr Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit. Mit Kleidung wird in der Regel der Einzelhandel verbunden. Wir Maßschneider werden kaum gesehen. In der Landesverordnung werden wir noch nicht einmal benannt. Die Aktion kommt daher genau richtig und hilft hoffentlich dabei, ein breiteres Bewusstsein für unsere Arbeit zu schaffen."

Auch Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, unterstützt das Anliegen des Gewerks: "Die Maßschneider gehören genau wie die Messebauer, Kosmetiker, Fotografen, Goldschmiede, Teile des Lebensmittelhandwerks und weitere Handwerksberufe zu den heimlichen Verlierern der Pandemie. Vielen Betrieben steht das Wasser inzwischen bis zum Hals. Öffentlichkeitswirksame Kampagnen helfen, diese Situation ins Bewusstsein zu rücken und Sichtbarkeit herzustellen. Gleichzeitig fordern wir, wirtschaftliches Leben zu ermöglichen, wo immer dies epidemiologisch vertretbar und unter höchstmöglichem Gesundheitsschutz gewährleistet ist. Die Betriebe brauchen dringend eine Perspektive."

Angela Ziemer, Obermeisterin der Landesinnung Mode schaffendes Handwerk Schleswig-Holstein, beteiligt sich an der Aktion. Foto: Bevis M. Nickel

Angela Ziemer, Obermeisterin der Landesinnung Mode schaffendes Handwerk Schleswig-Holstein, beteiligt sich an der Aktion. Foto: Bevis M. Nickel


Text-Nummer: 143585   Autor: HWK Lübeck   vom 03.03.2021 um 09.31 Uhr

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