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Falsches Schild am Skaterplatz: GAL findet Reaktion übertrieben

Lübeck: Archiv - 05.03.2021, 09.31 Uhr: Anlässlich der von Unbekannten durchgeführten Aktion am 1. März 2021, das Verbotsschild am Skaterplatz, Kanalstraße Lübeck durch ein Erlaubnisschild auszutauschen, stellt die Wählergemeinschaft GAL fest: Die Jugendlichen haben zu Recht keine Lust mehr, in der Pandemie stets übergangen zu werden. Die Welt der Erwachsenen und Wirtschaft öffnet, die Welt der Jugendlichen bekommt weiterhin ein Gitter mit dickem Schloss vorgehängt.

Dass die Stadt Lübeck nun gleich mit einer Strafanzeige wegen Urkundenfälschung reagiert, bewertet die GAL als unnötig kriminalisierende Überreaktion auf berechtigten Protest von Jugendlichen in der Pandemie.

Jugendliche Lübecks erleben seit einem Jahr, dass sie keine Priorität in der Pandemie haben. Mittlerweile öffnen Friseure, der Tagestourismus darf sich in Travemünde wieder tummeln, Nagelstudios die Nägel schick machen, Garten-Center die Hobbygärtner erfreuen, die Öffnung des Einzelhandels, der Museen, Galerien und Gedenkstätten, Massagepraxen, Sonnen- und Tattoostudios und Fahrschulen ab dem 08. März 2021 steht unmittelbar bevor. Und die Jugendlichen? Sie werden – wie seit Monaten schon - weiter zu Hause sitzen. Betretungsverbot der Schulen auf immer noch unbestimmte Zeit ab 7. Klasse, weiterhin keine reguläre Öffnung von Jugendtreffs, gesperrter Skaterplatz und das bei Inzidenz von mittlerweile unter 35 in Lübeck.

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"Den Jugendlichen ist bewusst: Dank der Öffnung der "Erwachsenenwelt" wird der Virus voraussichtlich wieder um sich greifen, die Inzidenz erneut steigen und somit sitzen die Jugendlichen ohne jede Perspektive in angeordneter Isolation auf unbestimmte Zeit zu Hause fest" so Lucie Messerschmidt, Vorstandsmitglied der GAL. Ihr Vorstandskollege Hermann Eickhoff fährt fort: "Die Jugendlichen haben zu Recht die Faxen dicke. Mit Kreativität haben - so unsere Vermutung - Jugendliche nun darauf reagiert und das Verbotsschild am Skaterplatz kurzerhand in ein Erlaubnisschild geändert."

Juleka Schulte-Ostermann, Erziehungswissenschaftlerin, Diplom-Kriminologin, ebenfalls Vorstand sowie kinder- und jugendpolitische Sprecherin der GAL, ergänzt: "Dass die Stadt Lübeck auf diese Aktion direkt mit einer Strafanzeige reagiert, ist doch etwas überzogen und kriminalisiert die protestierenden Jugendlichen völlig unnötig. Abweichendes Verhalten von Jugendlichen ist normal – warum sollte das in einer Pandemie anders sein? Die Aktion der Jugendlichen war - wenn es denn Jugendliche waren - zudem mit Blick darauf, dass ihr Lockdown im Vergleich zu dem der Erwachsenen und der Wirtschaft so viel perspektivloser und länger andauert, nun wirklich harmlos."

Der Wunsch des Vorstands-Trios ist, dass die Stadt die Aktion der vermutlich jugendlichen Unbekannten als das versteht, was er sicherlich auch war: Protest und Hilferuf zugleich, endlich wahrgenommen zu werden: "Vielleicht verstehen die entscheidungstreffenden Stellen in Verwaltung und Politik jetzt endlich, dass es nicht angehen kann, dass Lockerungen für Erwachsene und Wirtschaft überall möglich gemacht werden, bei den Jugendlichen aber nichts passiert. Entweder, der Virus lässt Lockerungen zu, dann haben diese als allererstes bei den Kindern und Jugendlichen zu erfolgen, wie es vollmundig von den entscheidenden politischen Stellen stets versprochen wurde. Oder aber der Virus erlaubt keine Öffnung. Dann müssen aber auch alle zu Hause bleiben. Nicht nur Jugendliche und Kinder."

Der Vorstand der GAL Juleka Schulte-Ostermann, Lucie Messerschmidt und Hermann Eickhoff kritisiert die Strafanzeige als unnötig kriminalisierend. Fotos: GAL

Der Vorstand der GAL Juleka Schulte-Ostermann, Lucie Messerschmidt und Hermann Eickhoff kritisiert die Strafanzeige als unnötig kriminalisierend. Fotos: GAL


Text-Nummer: 143629   Autor: GAL Lübeck/Red.   vom 05.03.2021 um 09.31 Uhr

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