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XR: Swarming für einen Bürgerrat Klima

Lübeck - St. Gertrud: Archiv - 05.03.2021, 19.22 Uhr: Am Freitag ab 15 Uhr unterbrach Extinction Rebellion (XR) den Autoverkehr am Burgfeld durch Kurzzeitblockaden von einigen Minuten. XR stellt neben ‚Sagt die Wahrheit‘ und ‚Handelt jetzt‘ seine dritte Forderung ‚Politik neu leben‘ in den Vordergrund.

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Die Aktivisten sagen dazu: „Dieses Jahr muss endlich eine breite Diskussion in der Öffentlichkeit über die Umwelt- und Gesellschaftskrise stattfinden. Wir wollen solidarische Wege in die Zukunft nach Corona finden und vereinbaren.“

In einem möglichst breiten Bündnis fordert XR Lübeck einen Bürgerrat Klima für unsere Stadt. Jork sagt: "Die Beschlüsse gewählter Vertreter sind bei weitem nicht ausreichend. Sie haben in den letzten Jahrzehnten nicht zu langfristig tragbaren und breit akzeptierten Entscheidungen geführt. In diesen schwierigen Zeiten brauchen wir einen besonders großen Zusammenhalt unter den Menschen."

Jork weiter: "Es könnte auch einen Bürgerrat Corona geben, in dem auf wissenschaftlicher Grundlage gerechtere und wirksame Entscheidungen gefunden werden." Johan erklärt die Forderung: "Für solch einen Bürgerrat werden die Mitglieder per Losverfahren zufällig aus der Bevölkerung ausgewählt. Ein Quotensystem gewährleistet, dass die Zusammensetzung der Gesellschaft (z.B. Geschlecht, Alter, Herkunft, Bildungsniveau) in der Versammlung genau abgebildet ist. Anschließend erfolgt eine Schulung zu Beratungsmethoden und eine ausgewogene Präsentation aller relevanten Informationen. Diese werden dann in wechselnder Zusammensetzung unter Sicherstellung gleicher Redezeiten diskutiert und Empfehlungen gemeinsam abgestimmt. Das ist eine zutiefst demokratische und konstruktive Ergänzung unseres parlamentarischen Systems.“

Der Bürgerrat wurde während der Blockadeaktion durch Sprechblasen symbolisiert. Ein Stelzenläufer hat die Aktion künstlerisch begleitet. Banner mit der Aufschrift „Klimaschutz rettet Leben“, „Die Klimakrise ist real - jetzt handeln“ und „Power to the people - Bürger*innenrat Klima jetzt“ wurden hochgehalten.

Teilnehmerin Ilse erklärt: „Wir müssen miteinander reden, zum Beispiel auch über die Modeindustrie. Sie ist eine der zerstörerischsten Industrien unseres Planeten in sozialer und ökologischer Hinsicht. Für Hungerlöhne unter schlimmsten Arbeitsbedingungen sind Menschen gezwungen billige Kleidung herzustellen. Dabei verbraucht die Herstellung jedes Kleidungsstücks unglaublich hohe Mengen an Rohstoffen, Chemikalien und sauberem Wasser. Der größte Teil der Kleidung ist für eine geringe Lebensdauer gemacht. Dabei steigen die Produktionsmengen immer weiter ins Unermessliche und Modeketten spucken in immer schnelleren Zyklen neue Kollektionen aus, die dann nach kürzester Zeit von der darauffolgenden Kollektion entwertet und weggeschmissen werden. Im Angesicht der Klimakrise und der drohenden Knappheit an lebensnotwendigen Ressourcen ist dieses Geschäftsmodell nur noch absurd. Die Modeindustrie weist jedoch jede Schuld von sich und macht Versprechungen zu nachhaltiger Produktion und fairen Arbeitsbedingungen, während Recherchen oft das Gegenteil aufzeigen. Statt wirklich aktiv eine Verbesserung der Zustände herbeizuführen pumpen Inditex, H&M und Co. viel Geld in Greenwashing-Kampagnen und kleine Gesten. Wir müssen ein System etablieren, welches allen Menschen und allem Leben auf diesem Planeten eine nachhaltige, gerechte Zukunft ermöglicht."

Die Gruppe Extinction Rebellion fordert einen Rat aus Bürgern, die sich mit Entscheidungen zur Klimakrise beschäftigen. Fotos: JW, XR

Die Gruppe Extinction Rebellion fordert einen Rat aus Bürgern, die sich mit Entscheidungen zur Klimakrise beschäftigen. Fotos: JW, XR


Text-Nummer: 143645   Autor: XR/red.   vom 05.03.2021 um 19.22 Uhr

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